Passivität ist fehl am Platz

SID
Dienstag, 04.11.2014 | 14:23 Uhr
Alexander Zorniger gefiel die Gangart seines Teams gegen den FCK überhaupt nicht
© getty
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Zu Hause weiter ungeschlagen, auf Platz drei der Liga geklettert, aber dennoch unzufrieden: Beim hoch ambitionierten Fußball-Zweitligisten RB Leipzig brodelte es nach der Nullnummer gegen den 1. FC Kaiserslautern - und Trainer Alexander Zorniger nahm die schützende Hand von seiner Mannschaft.

"Unterm Strich war es in der ersten Halbzeit sowohl gegen als auch mit dem Ball sehr, sehr dürftig", sagte der Coach. Zorniger ärgerte sich über die vielen hohen Bälle und fehlende Anspielmöglichkeiten im Zentrum. Seine Mannschaft habe sich versteckt. "Wenn wir mit dieser Passivität in Darmstadt antreten, fressen die uns auf", sagte der Trainer mit Blick auf das nächste Verfolgerduell am Samstag bei den "Lilien".

Zwar blieben die Sachsen auch im siebten Heimspiel ungeschlagen, doch der Rückstand auf Tabellenführer FC Ingolstadt (26 Punkte) beträgt jetzt schon sechs Punkte. Und auch die wiedererstarkte Fortuna aus Düsseldorf (21) liegt noch vor dem Aufsteiger aus der Messestadt, der den Durchmarsch in die Bundesliga im Visier hat.

Nach der Pause wie verwandelt

Als hätte es Zorniger in der Kabine zur Halbzeit ordentlich krachen lassen, zeigten sich die "Bullen" in Durchgang zwei vor 25.637 Zuschauern von einer anderen Seite. Mit frühem Pressing, permanentem Anlaufen und großer Aggressivität gingen Yussuf Poulsen und Co. zur Sache und waren die überlegene Mannschaft. Am Ende hellte sich auch die Miene des Trainers wieder auf. "Passivität hat in unserem Spiel einfach nichts zu suchen", stellte Zorniger nochmals klar.

Als deutliche Belebung erwies sich US-Nationalspieler Terrence Boyd, der in der 54. Minute für Torjäger Daniel Frahn in die Partie kam. Durch den bulligen Stürmer wurde das Spiel der Gastgeber noch körperlicher. Boyd war es auch, der für Poulsen zum vermeintlichen 1:0 auflegte (78.), doch der Däne hebelte den Ball aus wenigen Metern noch übers freie Gehäuse.

Fader Beigeschmack

Am Ende blieb auch bei den Spielern ein fader Beigeschmack. "Wir haben das Lauterer Spiel, das von Ballbesitz geprägt war, nicht in den Griff gekriegt. Deshalb sitzt die Enttäuschung tief", sagte Dominik Kaiser. Und Mittelfeld-Abräumer Rani Khedira stellte fest: "Es war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Wir haben vielleicht zu wenig investiert, um hier einen Sieg zu ergattern", sagte der jüngere Bruder von Weltmeister Sami Khedira.

Die Pfälzer indes präsentierten sich überraschend stark in Leipzig. Unverständlich, dass der frühere Bundesligist seit April ohne Auswärtssieg ist. "Wir waren in der ersten Halbzeit besser und haben hier exzellent verteidigt", meinte Trainer Kosta Runjaic, dessen Team ebenfalls mit 20 Punkten auf Rang fünf in Schlagdistanz liegt.

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