"Differenzen auch mit meiner Frau"

Von Adrian Franke
Samstag, 06.09.2014 | 15:06 Uhr
Gerhard Poschner spricht Rcardo Moniz eine vorläufige Jobgarantie aus
© getty
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Gerhard Poschner will nach dem schwachen Saisonstart nichts von einem zerrütteten Verhältnis zu Trainer Ricardo Moniz wissen. Der Sportdirektor von 1860 München fordert mehr Geduld und will sich mit weitreichenden Personalentscheidungen mehr Zeit lassen.

Nur zwei Punkte holten die Löwen aus den ersten vier Spielen, weshalb bereits verstärkt über eine mögliche Entlassung von Moniz spekuliert wurde. "Das Verhältnis ist intakt. Natürlich gibt es Dinge, mit denen wir aktuell nicht zufrieden sein können. Deshalb haben wir uns in dieser Woche ausgetauscht mit dem Ziel, dass wir wieder auf die richtige Bahn gelangen", stellte Poschner gegenüber der "AZ" klar.

Darüber hinaus würde er, selbst falls es Differenzen gebe, "das intern besprechen. Aber Differenzen gehören zum Leben dazu. Die habe ich selbst mit meiner Frau ab und zu. Das muss aber nichts Negatives sein. Was zählt, ist das Ergebnis."

Außerdem erklärte er auch seine medial weitläufig diskutierte Aussage, wonach sich jeder hinterfragen müsse, ob alles der Sache dient: "Ich bin der Meinung, dass sich jeder hinterfragen muss. Und nein, es geht nicht um Personen, sondern nur um die Sache."

Vorläufige Jobgarantie für Moniz

Davon abgesehen forderte Poschner von der Öffentlichkeit mehr Zeit für das Team: "Wir haben einen Umbruch hinter uns. Wir haben eine neue Mannschaft, zehn Spieler sind gekommen, zehn gegangen. Wir haben einen neuen Trainer. Wäre das erste Spiel in Kaiserslautern anders ausgegangen, würden wir heute wohl über ganz andere Dinge sprechen."

Stattdessen sei die Dynamik danach in die falsche Richtung gelaufen: "Dann hatten wir gegen Leipzig einen ganz, ganz schlechten Tag. Und schon stehst du nach zwei Spieltagen mit null Punkten da. Da ist in einer Woche ziemlich viel gebröckelt. Ich will nicht sagen "zusammengebrochen". Und wenn dann das Team neu ist, der Trainer neu ist, fehlt die Basis." Daher sei es noch "ein fragiles Konstrukt, das erst wachsen muss".

Dennoch sei eine Trainerentlassung derzeit kein Thema: "Es hat sich in den letzten Tagen immer angehört, als ob es auf des Messers Schneide gestanden hätte. Das war nicht so. Wir haben auch nicht mit anderen Trainern verhandelt. Wir haben die Situation analysiert. Und so lange wir überzeugt sind, dass sich das wieder ins Positive wenden kann, gibt es keinen Grund, kurzfristig eine solche Entscheidung zu treffen."

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