Sonntag, 19.01.2014

Fan außer Lebensgefahr

Rettig poltert nach Krawallen

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat beim 2. Fan-Kongress in Berlin die schweren Krawalle vor dem Testspiel zwischen dem 1. FC Köln und Schalke 04 (2:1) am Samstag kritisiert.

Vor dem Testspiel war eine Person nach einer Schlägerei lebensgefährlich verletzt worden
© getty
Vor dem Testspiel war eine Person nach einer Schlägerei lebensgefährlich verletzt worden

"Es ist schade, dass diese Dinge auch den Fan-Kongress überlagern. Aber diese Leute erreichen wir nicht. Diese Vögel werden wir mit keinem Konzept der Welt einfangen", sagte Rettig vor 700 Fan-Vertretern.

Der frühere Bundesliga-Manager forderte die 86 Fan-Gruppen auf, ihre Arbeit für ein freundlicheres Stadionerlebnis fortzusetzen. "Dass, was in Köln passiert ist, darf uns nicht davon abhalten, dass wir uns die Hände reichen", so Rettig.

Fan außer Lebensgefahr

Bei der Randale in Köln sollen sich Hooligans beider Vereine gezielt zu einer Prügelei getroffen haben. Ein 40 Jahre alter Schalke-Anhänger war schwer am Kopf verletzt worden.

Dieser befindet sich inzwischen zumindest nicht mehr in Lebensgefahr, wie die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit der Polizei mitteilte. Die Ermittlungen hätten bereits begonnen, erste Personen wurden vorläufig festgenommen, so eine Polizeisprecherin: "Wir prüfen, inwieweit sie in die Vorfälle involviert waren."

In Berlin diskutierten Fans zwei Tage mit Sicherheitsbehörden und Verbandsvertretern über ein verbesserten Stadionerlebnis. Für Irritationen sorgte die Absage von NRW-Innenminister Ralf Jäger.

"Es wird nicht differenziert"

"In seinem Schreiben ist nur davon die Rede, dass man Intensivstraftäter im Fußball stärker verfolgen muss. Es wird nicht differenziert, das ist genau unser Problem", sagte Pressesprecher Sig Zelt vom mitausrichtenden Fan-Bündnis "ProFans", der den Brief als "Kampfansage" interpretierte.

In dem Punkt kritisierte Rettig die Fan-Vertreter. "Es kann nicht sein, dass man nur einige Sätze aus dem Brief eines Ministers veröffentlicht. Ich hätte den gesamten Brief online gestellt", sagte Rettig und erklärte: "Wenn immer nur Auszüge öffentlich gemacht werden, überlege ich mir für meinen nächsten Brief auch, ob ich lieber nur Bla-Bla schreibe."


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