Dienstag, 28.01.2014

Union-Krawalle in Stockholm

DFB-Kontrollausschuss ermittelt

Union Berlin muss nach den schweren Krawallen beim Testspiel gegen Djurgarden IF in Stockholm nun auch Sanktionen vonseiten des DFB befürchten. Wie ein Sprecher dem "SID" am Dienstag bestätigte, will der Kontrollausschuss des Verbandes Anfang nächster Woche die Ermittlungen aufnehmen. Noch wird in der Zentrale in Frankfurt/Main auf die nötigen Unterlagen aus Schweden gewartet.

Einige Berliner Anhänger waren in Stockholm weitaus weniger friedfertig
© getty
Einige Berliner Anhänger waren in Stockholm weitaus weniger friedfertig

Am Samstag war es bei der als Freundschaftsspiel geplanten Begegnung nach 73 Minuten beim Stand von 1:1 zu einem Spielabbruch gekommen.

Es kam auf beiden Seiten zum massiven Einsatz von Pyrotechnik, außerdem stürmten Fans aus beiden Lagern auf den Rasen und wollten sich bereits vor dem Spiel eine wüste Massenschlägerei liefern. Bei den Vorfällen wurden nach schwedischen Polizeiangaben zwölf Beamte und ein deutscher Fan verletzt.

"Es hat sich eine Eskalationsstufe entwickelt, über die ich persönlich sehr erschrocken bin. Es sind Grenzen überschritten worden", sagte Klub-Präsident Dirk Zingler am Dienstag und gab zu, dass der Verein "nicht gut genug vorbereitet" gewesen sei.

Nun rechnet der Klub aus Köpenick damit, zwischen 50 und 60 Stadionverbote aussprechen zu müssen. Bei der Bestrafung sollen keine Kompromisse gemacht werden.

24 Personen identifiziert

Bislang waren die "Eisernen" für ihre moderate Fanpolitik bekannt und gewährten ihren Anhängern im Vergleich zu vielen anderen Klubs mehr Freiräume. Nach Angaben des Traditionsklubs seien von der Berliner Polizei bisher zudem 24 Personen identifiziert worden, die an den Vorfällen rund um die Begegnung beteiligt gewesen sein sollen.

Die Ermittlungen durch den DFB seien nun möglich, weil sich jeder Verein - auch im Ausland - für das Verhalten seiner Fans verantwortlich zeichnet.

Die beiden Klubs kündigten bereits eine gemeinsam Aufarbeitung der Vorfälle an und wollen auch in Zukunft gemeinsam arbeiten. "Die freundschaftliche Zusammenarbeit beider Klubs wird von den Ereignissen nicht beeinträchtigt", hieß es in einer Mitteilung.

Platz schon vor dem Anpfiff gestürmt

Im nagelneuen Fußballstadion in Stockholm waren insgesamt 8000 Zuschauer vor Ort, davon reisten etwa 1000 aus Berlin mit. Bereits vor dem Anpfiff stürmten mehr als 100 Problemfans der Köpenicker auf den Platz, nachdem im Block von Djurgardens ein Fan-Transparent des BFC Dynamo entrollt worden war.

Der ehemalige Stasi-Klub BFC ist Unions Erzfeind aus DDR-Zeiten und gilt bis heute als verhasst. Anschließend kam es auch während der Begegnung vor 8000 Zuschauern auf den Rängen immer wieder zu Scharmützeln und Übergriffen.

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