Nach Randale in Bielefeld

Ulbig: "Keine Gnade" mit Chaoten

Von Jan Höfling
Dienstag, 10.12.2013 | 14:27 Uhr
Die Anhänger von Dynamo Dresden sorgten beim Gastspiel in Bielefeld für Ärger
© getty
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Als Reaktion auf die schweren Ausschreitungen gewaltbereiter Anhänger Dynamo Dresdens rund um das Spiel bei Arminia Bielefeld am vergangenen Freitag (1:1) erhöht Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) den Druck auf den Verein und die Verantwortlichen. Zuvor war bereits über einen Ausschluss des Klubs aus dem Spielbetrieb diskutiert worden.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur "dpa" wurde der Sonderzug nach Bielefeld nicht wie üblich von der Polizei, sondern vom privaten Sicherheitsdienst des Vereins begleitet. Dieser Umstand ermöglichte unter anderem die Ausgabe von Alkohol. Als Folge waren die Fans bei ihrer Ankunft bereits stark alkoholisiert, vermerkte der Bericht der Bielefelder Polizei. Der Alkoholkonsum und die Bereitschaft zur Gewalt entluden sich nachfolgend in einem bisher unbekannten Maß.

Nachdem der Geschäftsführer von Arminia Bielefeld bereits am Sonntag einen Ausschluss des Klubs aus der Liga angeregt hatte, schaltete sich nun auch Sachsens Innenminister ein. Bei der Bestrafung der Verantwortlichen dürfe "keine Gnade an den Tag gelegt werden", so Ulbig.

Er betonte in diesem Zusammenhang jedoch die Notwendigkeit zur Differenzierung der Anhängerschaft: "Es gibt sportorientierte Fußballfans und es gibt immer wieder Idioten." Die Arbeit des Vereins sei zwar "bemerkenswert, aber es ist nicht genug", betonte der 49-Jährige. Speziell die Fans des Vereins stünden in der Pflicht, bei der Identifizierung entsprechender Personen behilflich zu sein.

Dynamo mit Problematik überfordert

Ähnlich sieht es Dynamo-Präsident Andreas Ritter. Dieser räumte im Rahmen eines Gesprächs mit dem "MDR 1 Radio Sachsen" ein, dass der Verein "mit dem Verhindern von Ausschreitungen vor dem Stadion überfordert" sei. Er forderte zugleich ein härteres Durchgreifen der Einsatzkräfte der Polizei. Die gesamte Arbeit der letzten Jahre möchte er sich aber auf keinen Fall zerstören lassen.

Auch Dresdens Geschäftsführer Christian Müller sieht Bedarf an einer lückenlosen Aufarbeitung. "Es wäre ein Armutszeugnis, wenn wir jetzt sagen würden: Naja, alles halb so schlimm", erklärte er bereits am Montag gegenüber den "Dresdner Neuesten Nachrichten". Eine Entscheidung über etwaige Konsequenzen will der Verein zeitnah treffen.

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