Nutzt Braunschweig den Matchball?

Von Stefan Petri
Freitag, 26.04.2013 | 09:47 Uhr
Dominick Kumbela kann mit der Eintracht den Aufstieg perfekt machen
© getty
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Am 31. Spieltag der 2. Bundesliga könnte nach Hertha BSC der zweite direkte Aufsteiger feststehen: Bei einem Sieg in Ingolstadt ist Eintracht Braunschweig auf jeden Fall erstklassig. Jahn Regensburg will sich nicht kampflos in die 3. Liga verabschieden und hofft auf einen Sieg gegen Union Berlin. In Sandhausen ist man gespannt, ob Peter Neururer seine Erfolgsstory mit dem VfL Bochum fortsetzen kann.

FC Ingolstadt - Eintracht Braunschweig (18 Uhr im LIVE-TICKER)

Auf über 2000 mitgereiste Fans kann sich die Eintracht am Freitagabend im Audi Sportpark in Ingolstadt freuen - denn die wollen dabei sein, wenn der Aufstieg nach den 90 Minuten gegen die Schanzer feststehen sollte: Bei einem Sieg ist Braunschweig das direkte Ticket in die Bundesliga nicht mehr zu nehmen.

"Wir werden auf eine Mannschaft treffen, die uns sicherlich nicht den großen historischen Moment gönnen möchte und die sich mit Vehemenz gegen den größten Braunschweiger Erfolg seit 28 Jahren stemmen wird", warnte Trainer Thorsten Lieberknecht vor der Partie. Der Tabellenzehnte werde seinem Team alles abverlangen.

Sein Gegenüber Tomas Oral feierte am Mittwoch seinen 40. Geburtstag und will gegen den Favoriten die 40-Punkte-Marke knacken. Mit 39 Punkten - Vereinsrekord - trennen den FC bereits acht Punkte vom Relegationsrang 16. Das Kollektiv soll gegen Braunschweig bestehen: "Gerade als Mannschaft haben wir mit Teamgeist und Leidenschaft gute Leistungen auf den Platz gebracht. Das wollen wir weiter fortführen", so Oral.

Bis auf Malte Metzelder sind bei den Hausherren alle Spieler an Bord. Lieberknecht hat dagegen größere Personalsorgen: Mirko Boland und Norman Theuerkauf sind gesperrt, Deniz Dogan und Dennis Kruppke angeschlagen. "Wir reden über einen Wettlauf gegen die Zeit, um am Spieltag sagen zu können, wer im Kader ist und spielen kann", erklärte der 39-Jährige.

Dabei hat sein Team noch nie in einem Pflichtspiel gegen Ingolstadt verloren und stellt mit 28 Punkten das zweitbeste Auswärtsteam der Liga. Der FCI ist dagegen schon zehn Spiele nicht mehr ohne Gegentor geblieben, erst vier Heimsiege stehen zu Buche. Trotzdem befindet Coach Oral: "Wir sind an der Reihe, auch mal gegen Braunschweig was zu holen."

1. FC Union Berlin - Jahn Regensburg (18 Uhr im LIVE-TICKER)

Wenn Union Berlin am Freitagabend Jahn Regensburg im Stadion an der Alten Försterei empfängt, geht es auf dem Papier für beide Vereine um nicht mehr viel: Union steht vier Spieltage vor dem Saisonende mit zwölf Punkten Rückstand auf Platz drei auf dem siebten Rang, Regensburg kann den Klassenerhalt mit ebenso vielen Zählern Rückstand auf Platz 16 nur noch theoretisch packen.

Union-Trainer Uwe Neuhaus verlangt von seinem Team nach vier Spielen ohne Dreier endlich wieder Zählbares. "Unser Ziel ist der Sieg, wie wir dahin kommen, ist mir egal. Es ist auch nicht wichtig, ob wir ein gutes oder ein schlechtes Spiel zeigen. Die Hauptsache ist, dass wir gewinnen", lautet seine klare Ansage: "Es ist an der Zeit, die Ärmel hochzukrempeln und ehrliche Maloche abzuliefern."

Die erwartet Jahn-Kapitän Oliver Lein auch von seinen Teamkollegen. Er weiß aber auch, dass kaum noch Hoffnung besteht: "Man muss nicht unbedingt ein guter Rechner sein, um das festzustellen." Seit neun Spielen wartet der Tabellenletzte auf einen Sieg, überhaupt wurde nur eine der letzten 22 Partien gewonnen. Die Berliner sind dagegen seit neun Heimspielen ungeschlagen.

Dabei könnte es sich für den Jahn unter Umständen lohnen, zumindest den SV Sandhausen, der mit 23 Punkten auf dem vorletzten Platz liegt, noch einmal anzugreifen: Am grünen Tisch könnte die Tabelle aufgrund der finanziellen Schieflage des VfR Aalen und dem Finanzchaos bei 1860 München womöglich noch einmal gehörig durcheinandergewürfelt werden.

Während Neuhaus auf den gesamten Union-Kader zurückgreifen kann, da Defensivspieler Michael Parensen in die Mannschaft zurückkehrt, fallen auf der Seite von Jahn-Coach Franciszek Smuda mit Christian Rahn, Christian Rahn, Marco Djuricin und Ramon Machado gleich vier Spieler verletzt aus. Für Jonatan Kotzke und Thomas Kurz kommt die Partie ebenfalls zu früh.

SV Sandhausen - VfL Bochum (18 Uhr im LIVE-TICKER)

Folgt der dritte Streich von Peter Neururer? Nach seiner Verpflichtung als Feuerwehrmann hat der Kult-Coach hat mit dem VfL Bochum seine beiden ersten Partien jeweils zu Null gewonnen. Gegen den SV Sandhausen will man sich nun noch weiter von den Abstiegsplätzen entfernen.

Dabei weiß Neururer, dass es gegen den Vorletzten nicht einfach wird. "Langfristig gehört Bochum in die 1. Bundesliga, aber zunächst müssen wir Spiele wie in Sandhausen bestehen, um in der 2. Liga zu bleiben", warnte er. Ein Punkt Vorsprung hat der VfL derzeit auf den Tabellensechzehnten Dynamo Dresden, da müsse man "alle vier Spiele gewinnen".

Ins gleiche Horn bläst auch Sandhausen-Trainer Hans-Jürgen Boysen: "Wenn wir unsere geringe, theoretische Chance wahren wollen, müssen wir gegen den VfL Bochum gewinnen." Acht Punkte liegt man hinter Dynamo, der Klassenerhalt scheint nur noch möglich, wenn dem finanziell angeschlagenen VfR Aalen die Lizenz verweigert wird.

Dabei hat es Boysen nach eigener Aussage mit einem noch nie dagewesenen "Seuchenjahr" zu tun: Fünf Spieler in seinem Kader fallen bis zum Saisonende verletzt aus, darunter auch Kapitän Frank Löning. Neururer zollt Boysen daher Respekt: Er habe es geschafft, "die vorhandene Qualität aus der Mannschaft herauszukitzeln."

Beim ersten VfL-Besuch des Hartwaldstadions in einem Pflichtspiel überhaupt wird Neururer wohl auf den gleichen Kader wie beim 3:0-Erfolg gegen St. Pauli vertrauen. Damit ist für Alexander Iashvili weiterhin kein Platz im Team. Das Hinspiel gewann der VfL mit 5:2, ein ähnliches Ergebnis wäre für den SV die vierte Niederlage in Folge.

Der 31. Spieltag im Überblick

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