Union entschuldigt sich für Spruchband

Von Marco Heibel
Dienstag, 05.02.2013 | 11:22 Uhr
Fans von Union haben mit einem Spruchband gegen Stadtrivale Hertha für Aufregung gesorgt
© Getty
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Zweitligist Union Berlin hat sich für ein schwulenfeindliches Plakat, das einige Fans am vergangenen Freitag beim Ligaspiel gegen den SV Sandhausen ausgerollt haben, entschuldigt. Die darin enthaltenen Parolen, die sich gegen Anhänger des Lokalrivalen Hertha BSC richteten, sollten keine Beleidigung, sondern lediglich eine Provokation sein, heißt es von Vereinsseite.

"Herthatreff am Knabenstrich - alte Liebe rostet nicht!", lautet der Text, der vor allem die Mitglieder der "Hertha-Junxx", eines schwul-lesbischen Fanklubs von Hertha BSC erzürnt. Fanklub-Vorsitzender Gerd Eiserbeck sagt gegenüber "Bild": "Wir sehen in dem Banner einen herabwürdigen Bezug zur Homosexualität."

Lars Schnell, Fanbeauftragter von Union, stellt sich allerdings vor den eigenen Anhang: "Dieses Spruchband einiger Fans sollte offenkundig den Derby-Gegner provozieren, mehr nicht."

Eine homophobe oder gar pädophile Beleidigung sei sicher nicht beabsichtigt gewesen, so Schnell weiter. Auch derartige Interpretationen halte er für "absurd."

Internet-Kontroverse über Unions Position

Im Internet läuft aktuell eine Debatte über die Haltung Unions zu diesem Thema. Auf der Seite "Aktion Libero - Sportblogs gegen Homophobie im Fußball" heißt es: "Der Text auf dem Banner war nicht Ausdruck einer gesunden Fanrivalität, sondern schlicht homophob." Weiterhin warnt man die Verantwortlichen von Union Berlin davor, diese Aktion "als Fehltritt einiger weniger Fans zu entschuldigen und unter den Teppich zu kehren".

Um die Stimmung vor dem Derby am kommenden Montag im Olympiastadion wieder zu beruhigen, will sich der Köpenicker Verein mit den "Hertha-Junxx" und anderen schwul-lesbischen Fanklubs des Lokalrivalen treffen.

"Dieses Missverständnis werden wir schnellstmöglich ausräumen", kündigt der Fanbeauftragte an. Union Berlin habe sich wiederholt deutlich gegen jegliche Art von Diskriminierung positioniert und werde das auch weiterhin tun, so Schnell.

Union Berlin in der Übersicht

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