Finanzielle Sorgen und ausbleibender sportlicher Erfolg

VfL Bochum - die neuen Unaufsteigbaren?

Von Martin Grabmann
Donnerstag, 18.10.2012 | 11:34 Uhr
Der VfL Bochum stellt nach neun Spieltagen in Liga 2 die schwächste Offensive aller Teams
© Getty
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Die ehemals "Unabsteigbaren" des VfL Bochum stehen nach einem holprigen Saisonstart in die 2. Liga unter Druck: Dem Klub droht der Abstiegskampf. Gleichzeitig machen der sportlichen Leitung finanzielle Probleme zu schaffen, die wohl nur ein Aufstieg in die Bundesliga lösen kann.

Nachdem der VfL Bochum am Ende der Saison 2009/2010 zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte den Gang in die zweite Liga antreten musste, hatte sich der Ruf der "Unabsteigbaren" endgültig erledigt. Mit Resignation und Ernüchterung mussten die Verantwortlichen einsehen, dass man zum Lehrbeispiel einer Fahrstuhlmannschaft geworden war. "Das ist eine Katastrophe", sagte Dariusz Wosz, damals Interimtrainer.

Bitter war der Abstieg auch deshalb, weil der Revierklub bei erfolgreichem Klassenerhalt schuldenfrei gewesen wäre, wie Finanzvorstand Ansgar Schwenken erklärte. Das Resultat waren 16 Millionen Euro Mindereinnahmen. Trotzdem waren die Bochumer optimistisch, den direkten Wiederaufstieg zu packen. Immerhin hatten sie dieses Kunststück bislang bei jedem Abstieg geschafft.

Nun, zwei Jahre später, spielt der VfL jedoch noch immer in der 2. Liga. Nach einem holprigen Saisonstart stehen lediglich neun Punkte und Tabellenplatz 15 zu Buche. Zudem droht die Schuldenlast von mittlerweile 6,8 Millionen Euro, den Klub zu erdrücken. Wie konnte das passieren?

Haarscharf am Aufstieg vorbei

In der ersten Zweitligasaison gelang unter dem neuen Trainer Friedhelm Funkel tatsächlich fast der Wiederaufstieg. Erst in der wiedereingeführten Relegation scheiterte der VfL gegen Borussia Mönchengladbach denkbar knapp mit 0:1 und 1:1.

Der Start in die folgende Saison war hingegen katastrophal: Nach vier Niederlagen in Folge musste Funkel seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger wurde Andreas Bergmann, der endlich das Potential abrufen sollte, das Manager Jens Todt der Mannschaft weiter attestierte.

Am Ende reichte es nur für Platz elf. Bergmann blieb Trainer, bis heute ist man "absolut" (Todt) überzeugt von seiner Arbeit.

6,8 Millionen Euro Schulden

Es stellt sich jedoch die Frage, wie lange sich der Klub diese Überzeugung noch leisten kann. Bochum steht unter Druck, in die Bundesliga zurückzukehren, kann aber nicht die Mittel aufbringen, um konkurrenzfähig zu sein. "Unser mittelfristiges Ziel ist die Erstliga-Rückkehr. Aber das müssen wir mit den Mitteln eines durchschnittlichen Zweitligisten schaffen", so Todt.

Aufsichtsratschef Ernst-Otto Stüber sah sich dieser Aufgabe angesichts der 6,8 Millionen Euro Schulden nicht mehr gewachsen. Nach nur zwei Jahren stellte er sich auf der Jahreshauptversammlung im September nicht zur Wiederwahl.

Sein Nachfolger Hans-Peter Villis scheint optimistischer, dass man die Mammutaufgabe bewältigen kann: "Die neue Aufgabe gehe ich mit viel Herzblut an. Auch wenn wir hohe Verbindlichkeiten haben, hat der VfL eine gute sportliche und wirtschaftliche Perspektive."

Im Pott abgehängt

Ein Teil dieses Optimismus rührt sicher auch daher, dass man beim VfL Bochum nach wie vor überzeugt davon ist, die ausstehenden 2,3 Millionen Euro aus dem Transfer von Stanislav Sestak noch zu erhalten. Der ehemalige Hoffnungsträger war 2010 zu MKE Ankaragücü gewechselt und spielt mittlerweile bei Bursaspor.

Ankaragücü hat jedoch nie die komplette Ablösesumme bezahlt und so ist unklar, ob ein Teil des von Bursaspor gezahlten Geldes nicht den Bochumern zusteht. Die FIFA ist längst eingeschaltet, doch es bleibt fraglich, ob der türkische Zweitligist die geforderte Summe jemals aufbringen kann und wird.

Durch den ausbleibenden sportlichen Erfolg hat sich die finanzielle Situation des VfL weiter verschärft. Die starke regionale Konkurrenz in Nordrhein-Westfalen macht den Bochumern trotz der hohen lokalen Verbundenheit zu schaffen. Die hervorragenden Ergebnisse von Schalke 04 und Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren kosten neutrale Zuschauer und regionale Sponsoren.

Helfen kann in dieser Situation nur der Wiederaufstieg, der auch in dieser Saison im Bereich des Möglichen liegt - trotz des verpatzten Saisonstarts. Zumal die Mannschaft auch in den ersten Spielen häufig guten Fußball gezeigt hat, am Ende aber trotzdem mit leeren Händen dastand. "Unterm Strich müssen wir uns den Vorwurf machen, dass wir aus unseren Möglichkeiten einfach keine Tore machen", meint Bergmann.

Hoffnungsträger Leon Goretzka

Hoffnung macht den Bochumern Leon Goretzka. Der 17-jährige Mittelfeldspieler ist die aktuelle Entdeckung im Revier und gleichzeitig der einzige Spieler, mit dessen Verkauf man sich einen höheren finanziellen Handlungsspielraum verschaffen könnte. In der Vergangenheit fragten bereits potente Klubs an, doch bislang blieb der VfL hart. "Wir planen absolut nicht, Leon abzugeben. Er soll noch viele Jahre in Bochum spielen!", bekräftigte Todt.

Leon Goretzka im Interview: Auf den Spuren von Toni Kroos

Mit einem Trainer wie Bergmann, der für sein Händchen für die Entwicklung junger Spieler bekannt ist, verfolgt Bochum grundsätzlich keinen schlechten Ansatz. Um Goretzka ließe sich langfristig eine schlagkräftige Truppe aufbauen. Fraglich ist jedoch, ob der Verein diese Zeit überhaupt noch hat. Bochum wäre nicht der erste Klub, dem zu viele Jahre in der zweiten Liga finanziell das Genick brechen.

"Zurück in die Bundesliga"

Goretzka meistbietend zu verkaufen und stattdessen den Kader in der Breite zu verstärken, wäre kurzfristig wohl erfolgsversprechender. Zumal die Bochumer in ein bis zwei Jahren ohnehin Probleme bekommen werden, ihr Talent zu halten, wenn dessen Leistungskurve weiter steil nach oben zeigt.

Auf die sportliche Leitung kommt in jedem Fall eine harte Zeit zu. Sie kämpft mit aller Kraft gegen den Fall in die sportliche Bedeutungslosigkeit und das finanzielle Ende an.

"Ich will helfen, den VfL dahin zu bringen, wo er hingehört. Zurück in die Bundesliga und in die Herzen der Fans!", hatte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Peter Villis bei seinem Amtsantritt gesagt. Von diesem Ziel ist man aktuell sehr weit entfernt.

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