Gerd Dais im Interview

"Klassenerhalt? Wie der CL-Sieg für Bayern"

Von Interview: Alexander Maack
Donnerstag, 02.08.2012 | 16:40 Uhr
Flehen um Unterstützung einer höheren Macht? Gerd Dais hat nur ein Ziel: Klassenerhalt
© Getty
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Gerd Dais stieg mit seinen letzten Vereinen zwar durchgehend im Vierjahresrhythmus auf, dennoch kennt er mit Aufsteiger SV Sandhausen nur ein Ziel in der 2. Liga: Klassenerhalt. Der Trainer spricht im Interview über seine Heimatverbundenheit, sein früheres Engagement in Sandhausen und die gescheiterte Verpflichtung von Europameister Angelos Charisteas.

SPOX: Herr Dais, Sie sind seit 1997 im Trainergeschäft. Wissen Sie eigentlich, wie viele Kilometer zusammen kommen, wenn man Ihre sieben Stationen nacheinander abklappert?

Gerd Dais: Nein, absolut keine Ahnung.

SPOX: Es sind nur 355 Kilometer - das entspricht ungefähr der Strecke Stuttgart-Leverkusen. Es gibt nicht mehr viele Trainer, die so lange Zeit in derselben Gegend sind. Sind Sie besonders heimatverbunden?

Dais: Das weiß ich nicht, aber es hat sich immer wieder etwas hier in der näheren Umgebung ergeben. Relativ nah an der Heimat zu sein, mit der man verbunden ist, ist schon ein Privileg.

SPOX: Hat es Sie nie gereizt, einen weiter entfernten oder auch renommierten Verein zu trainieren? Oder gab es kein Angebot?

Dais: Bis jetzt gab es keins. Wenn man aber den Beruf als Trainer wählt, kann man nicht nur in der Heimat bleiben. Wenn sich da mal was ergeben sollte, muss ich mir schon Gedanken machen. Das ist abhängig vom Konzept.

SPOX: Wenn Sie einem Fremden die Eigenschaften des Trainers Gerd Dais kurz beschreiben sollten, was würden Sie sagen?

Dais: Authentisch und ehrlich passt ganz gut. Das sind meine Grundeigenschaften. Ich bin jemand, der aus der Praxis kommt und nicht alles in die Theorie packt. Das versuche ich den Spielern zu vermitteln.

SPOX: Das hat in der letzten Saison gut geklappt. Mit dem SV Sandhausen haben Sie den größten Erfolg der Vereinsgeschichte erzielt und sind erstmals in die 2. Liga aufgestiegen. Dabei waren Sie schon von 2005 an Trainer in Sandhausen und wurden im Februar 2010 entlassen. Wie kam es dazu?

Dais: Damals sind die Träume ins Uferlose gewachsen. Wir waren auf Tuchfühlung zur 2. Liga und dann hat man in der Winterpause das Saisonziel revidiert. Es zählte nur noch der Aufstieg. Wir haben dann zweimal in Folge verloren - die 1:3-Niederlage gegen den Tabellenletzten Wuppertaler SV hat letztlich den Ausschlag gegeben.

SPOX: Wie haben Sie die Situation verarbeitet?

Dais: Natürlich war ich enttäuscht. Wir hatten noch ein Spiel weniger. Wenn wir das gewonnen hätten, wären es lediglich zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz gewesen. Man hat ja gesehen, wie es weiter gegangen ist: Nachdem ich beurlaubt wurde, ist der Verein in ganz andere Tabellenregionen abgerutscht.

SPOX: Der SVS war in der Saison darauf dann plötzlich vom Abstieg bedroht. Und Sie sollten der Retter sein. Wieso sind Sie dann wieder Coach in Sandhausen geworden?

Dais: Erstens war ich frei und zweitens lag mir der SV Sandhausen weiterhin am Herzen. Der Verein stand mit eineinhalb Beinen in der Regionalliga. Es wäre doch fatal gewesen, wenn das binnen einem Jahr alles kaputt gemacht worden wäre!

SPOX: Was hatte sich im Klub verändert, dass Sie sich überreden ließen, wieder zurückzukehren?

Dais: Eigentlich gar nichts. Das war aber kein Nachteil, sondern ein großer Vorteil für mich: Wenn da noch ein weiterer neuer Trainer gekommen wäre, dann wäre die Runde nach der Eingewöhnungszeit vorbei gewesen und der Abstieg eingetreten. So bin ich her gekommen und wusste, auf was ich mich einlasse.

SPOX: Haben Sie denn Befürchtungen, dass sich die Geschehnisse in der 2. Liga wiederholen, wenn es anfangs nicht erfolgreich läuft?

Dais: Nein, da habe ich keine Befürchtungen. Wir werden eine gute Runde spielen und uns den Klassenerhalt erarbeiten. Wenn alle ruhig und kontinuierlich weiterarbeiten, werden wir auch alles in die richtigen Bahnen lenken können.

SPOX: Der Saisonstart spricht aber nicht für viel Ruhe. Sie spielen an den ersten sechs Spieltagen unter anderem auswärts gegen Köln, St. Pauli und Paderborn.

Dais: Wir sind mit dem Spielplan zufrieden. Vor allem zu Hause haben wir mit Frankfurt, Berlin und Dresden lösbare Aufgaben. Auswärts rechnet niemand mit uns - ob das in Köln oder St. Pauli ist. Für Köln geht es doch nur um die Höhe des Sieges und für St. Pauli ebenso. Da können wir doch nur gewinnen. Für Sandhausen wäre der Klassenerhalt so, wie für Bayern München der Champions-League-Sieg.

SPOX: Nach dem Aufstieg musste das Hardtwald-Stadion umgebaut und um 1.900 Plätze erweitert werden...

Dais: (unterbricht) Wir sind noch mittendrin. Wir sitzen hier in einer Baustelle. Der Verein wollte das erste Spiel auch auswärts austragen, um vor dem ersten Heimspiel fertig zu werden. Aber ich bin froh, dass wir zu Beginn ein Heimspiel haben. Das Stadion wird zwar nicht zu 100 Prozent fertig sein, aber es ist auf jeden Fall spielbereit.

SPOX: Das Bauvorhaben kostet insgesamt über zwei Millionen Euro. Hat das die Verpflichtung von neuen Spielern beeinflusst?

Dais: Es wäre schön, wenn wir die 2,5 Millionen stattdessen in Spieler investieren könnten. Man muss da aber einen Mittelweg mit der Infrastruktur finden, um überhaupt in der 2. Liga teilnehmen zu dürfen.

SPOX: Das Stadion liegt recht unübersichtlich im Wald - nicht ideal, um mögliche Krawalle auszuschließen oder bereits im Keim zu ersticken. Haben Sie Befürchtungen in diese Richtung?

Dais: Nicht wirklich. Wir selbst haben kein riesengroßes Fanpotenzial, Gewaltbereite gibt es auch nicht. Aber klar: Wenn der eine oder andere große Verein nach Sandhausen kommt, wird er schon ein wenig überrascht sein, wenn er ins Stadion kommt.

SPOX: Mit Angelos Charisteas stand ein griechischer Europameister kurz vor dem Wechsel nach Sandhausen. Warum haben Sie sich am Ende dann doch gegen die Verpflichtung entschieden?

Dais: Kurz vor dem Wechsel ist übertrieben. Wir hatten ein Gespräch, um uns kennen zu lernen. Er zeigte auch Interesse, nach Sandhausen zu wechseln. Wir sind aber nicht weiter in die Tiefe gegangen, sondern haben das Gesamtpaket aus sportlichen und wirtschaftlichen Komponenten abgewogen und deshalb von der Verpflichtung Abstand genommen.

SPOX: Zum Abschluss: Wo spielt Sandhausen in der Saison 2016/17?

Dais: Fragen Sie das jetzt deshalb, weil ich alle vier Jahre aufgestiegen bin? (lacht)

SPOX: Genau.

Dais: Der Vierjahresrhythmus war schon eine schöne Sache, aber wenn wir 2017 noch in der 2. Liga sind, hätten wir schon sehr, sehr viel erreicht. Wir sollten grundsätzlich nicht vergessen, wo wir her kommen. Mit Bescheidenheit und Demut sind wir in der Vergangenheit gut gefahren. Das werden wir auch in Zukunft so beibehalten.

Gerd Dais im Steckbrief

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