KSC übt Schiedsrichter-Schelte

Klassenkampf: Die letzte Hoffnung

SID
Samstag, 12.05.2012 | 12:29 Uhr
Markus Weinzierl kämpft um den Aufstieg, steht aber selbst womöglich kurz vor dem Abgang
© Getty
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Nach dem Schlusspfiff überwanden rund 100 der 3.000 mitgereisten Fans des Karlsruher SC den Zaun des Gästeblocks und stürmten auf den Platz, um ihre Mannschaft zu feiern. Karlsruhe hatte zwar auch im 16. Pflichtspiel in Folge auswärts nicht gewonnen. Doch das 1:1 (0:0) im Relegationsspiel bei Drittligist Jahn Regensburg fühlte sich dank des Ausgleichs von Pascal Groß (76. Minute) wie ein Sieg an.

"Ich bin froh, dass die Auswärtsspiele für diese Saison vorbei sind", sagte Trainer Markus Kauczinski sichtlich erleichtert. Eine gehörige Portion Ärger über die Leistung von Schiedsrichter Christian Dingert mischte sich bei ihm auch dazu.

"Ich war sauer. Die Situation vor dem Elfmeter war ganz deutlich", sagte Kauczinski und erklärte: "Ich habe meinen Spielern gesagt: 'Bleibt lieber weg, bevor ihr mit langem Bein reingeht. Und die Spieler haben sich daran gehalten." Dingert hatte in der 57. Minute fälschlicherweise auf Strafstoß gegen den Zweitligisten entschieden, was selbst den angeblich von Sebastian Schiek zu Fall gebrachten Stefan Binder überraschte: "Ich hätte nicht gepfiffen. Ich bin irgendwie umgefallen."

Weinzierl: "Das war ein reguläres Tor"

Der daraufhin verwandelte Elfmeter von Selcuk Alibaz (58. Minute) war bezeichnenderweise der erste Torschuss der Oberpfälzer. Sie hatten sich im mit 10.724 Zuschauern erstmals seit acht Jahren ausverkauften Jahnstadion auf die Defensive konzentriert und auf Konter gelauert. Dabei fühlten auch sie sich vom Schiedsrichter benachteiligt, der einen Treffer von Tobias Schlauderer (15.) wegen Offensivfouls nicht gegeben hatte: "In meinen Augen war das ein reguläres Tor", sagte Trainer Markus Weinzierl.

Zu seiner eigenen Zukunft wollte sich der 37-Jährige, der wohl kurz vor einem Wechsel zu Bundesligist FC Augsburg steht, nicht äußern: "Das macht überhaupt keinen Sinn, dass man die ganze Zeit über mich spricht. Am Montag ist das nächste wichtige Spiel." Regensburg muss dann mindestens einen Treffer erzielen, um die Chance auf den Aufstieg zu wahren. Dem Traditionsklub aus Baden würde hingegen ein 0:0 reichen, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Schweinsteiger: "Den ganzen Druck hat Karlsruhe"

Kapitän Tobias Schweinsteiger sieht dabei vor allem den psychologischen Vorteil aufseiten des Jahn: "Den ganzen Druck hat Karlsruhe. Sie müssen die Liga halten. Wir sind mit dem Erreichten zufrieden." Denn Regensburg war mit dem Ziel Klassenerhalt in die Saison gestartet. Dass das Team jetzt als Dritter der 3. Liga in der Relegation um den Aufstieg spielt, ist für den Bruder von Bayern-Star Bastian Schweinsteiger "ein Traum".

Am Montag könnte dieser Traum im Wildparkstadion ein unglückliches Ende nehmen. Denn Kauczinski ist sich sicher, dass "uns 25.000 Karlsruher nach vorne peitschen." Von einem mentalen Vorteil für Regensburg will der 42-Jährige nichts wissen.

Im Gegenteil: Zuversichtlich stimmt ihn besonders das aus den letzten beiden Heimspielen gewonnene Selbstvertrauen: "Wir haben Frankfurt und Paderborn geschlagen. Dabei war Paderborn das beste Auswärtsteam der 2. Liga. Das sind Dinge, über die man spricht, die in den Köpfen der Spieler sind, und die einen hoffen lassen."

Jahn Regensburg - Karlsruher SC: Daten zum Spiel

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