Dienstag, 17.04.2012

Nur noch mit Schützenhilfe ins Oberhaus

Fortuna flattern vor dem Saisonfinale die Nerven

Dass Fortuna Düsseldorf in dieser Saison einmal tröstende Worte vom Aufsteiger brauchen würde, war nicht vorherzusehen. Nach der 1:2 (1:1)-Niederlage am Montagabend in Dresden aber hatte sie Trainer Norbert Meier bitter nötig.

Enttäuschte Fortuna-Spieler nach der bitteren Pleite gegen Dynamo Dresden
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Enttäuschte Fortuna-Spieler nach der bitteren Pleite gegen Dynamo Dresden

"Ich drücke als alter Weggefährte die Daumen, dass über die Relegation der Weg noch gelingen mag", sagte Dynamo-Coach Ralf Loose und schickte Meier bei der Pressekonferenz ein Lächeln auf die andere Seite des Tisches.

Die aufmunternden Worte des früheren Fortuna-Spielers vermochten die starren Falten zwischen den Augen von Norbert Meier aber nicht zu lösen. Drei Spieltage vor Saisonende muss seine Mannschaft als Tabellenvierter mit einem Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz und Paderborn auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen, um das Oberhaus zu erreichen.

Ein Sonntagsschuss von Thomas Bröker (44.) zum zwischenzeitlichen 1:1 war beinahe alles, was Düsseldorf in Dresden zu bieten hatte. Missverständnisse in der Abwehr und individuelle Fehler führten zu den Gegentoren durch Zlatko Dedic (7.) und Mickael Pote (70.). Dresden bot spielerisch und kämpferisch eine starke Vorstellung. Nach einer fulminanten Hinrunde mit zwölf Siegen aus 17 Spielen ist die Fortuna dabei, alles zu verspielen.

"Es ist leider so, dass nicht alle Spieler in der Verfassung der Hinrunde sind. Die 41 Punkte waren nicht unser Standardergebnis, aber die 16 Punkte von jetzt auch nicht. Wir haben gelebt von überragenden Einzelspielern in der ersten Halbserie. Jetzt ist eben eine Phase der Saison, wo du dich nur als Mannschaft daraus befreien kannst", bilanzierte der 53-jährige Meier.

Meier: Brauchen mehr Spieler mit Verantwortungsgefühl

Die erste Halbzeit mit angezogener Handbremse, die zweite Hälfte mit mangelnder Entschlossenheit - so präsentierte sich Düsseldorf beim Aufsteiger, der nach dem rechnerisch perfekt gemachten Klassenerhalt ohne Druck aufspielte. "Es ist derzeit eine Kopfsache bei uns. Wir nehmen uns viel vor, aber dann fehlt uns die Konstanz. Gegen Dresden war unsere Brust erst frei, als das Spiel schon verloren war", so Meier.

"In der Hinrunde sind wir auf einer Euphoriewelle geschwommen. Momentan ist vieles nicht so einfach", sagte Verteidiger Christian Weber. Auch seine Teamkollegen suchten verzweifelt nach Erklärungen für den Abwärtstrend in der entscheidenden Saisonphase.

Trainer Meier hatte eine. "Wir brauchen viel mehr Spieler mit Verantwortungsgefühl. Wenn wir noch eine Möglichkeit haben wollen, dann muss der Kick kommen", forderte er vor den verbleibenden Partien gegen Union Berlin, Fürth und Duisburg.

Dynamo Dresden - Fortuna Düsseldorf: Daten und Fakten


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