Dienstag, 13.03.2012

Aufstiegsrennen in der 2. Liga spitzt sich weiter zu

Aspiranten auf Augenhöhe

Er wollte sich eigentlich nur über den schlechten Zustand des Rasens beschweren, doch dann redete sich Benedikt Pliquett nach dem hart erkämpften 1:0-Sieg gegen den Karlsruher SC in einen wahren Rausch.

Der FC St. Pauli bleibt dank eines 1:0-Sieges gegen den KSC im Aufstiegsrennen
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Der FC St. Pauli bleibt dank eines 1:0-Sieges gegen den KSC im Aufstiegsrennen

"Ich wünsche mir, dass alle im Umfeld des FC St. Pauli an einem Strang ziehen", begann St. Paulis Torwart seinen Monolog mit dem Wunsch nach einem neuen Untergrund im Millerntorstadion. "Dass alle erkennen, was wir in dieser Saison erreichen können und dass jeder bedingungslos alles dafür tut, damit in acht Wochen der maximale Erfolg zu Buche steht."

Dieser maximale Erfolg, auch wenn der Schlussmann das A-Wort Aufstieg nicht in den Mund nahm, ist natürlich die direkte Rückkehr in die Bundesliga. Doch der Kampf um die ersten beiden Plätze - und notfalls auch noch den Relegationsplatz dahinter - ist neun Spieltage vor Saisonende so spannend wie noch nie seit der Einführung der eingleisigen 2. Liga im Jahr 1981.

Bruns: "Wir geben uns keine Blöße"

Nur drei Punkte trennen die besten fünf Teams. Das gab es zwar in den 80er und 90er Jahren auch schon viermal, allerdings wurden damals auch nur zwei Punkte für einen Sieg vergeben.

"Wir lassen uns von nichts und niemanden aufhalten", beendete Pliquett nach gefühlten fünf Minuten seine Ausführungen und gab damit eine Kampfansage an die Konkurrenz ab. Fürth (53 Punkte), Frankfurt (52) und Düsseldorf (51) liegen neun Spieltage vor Saisonende noch vor St. Pauli und Paderborn (beide 50).

Mittelfeldspieler Florian Bruns weiß: "Oben ist alles eng und das wird es bis zum Ende bleiben, aber wir geben uns keine Blöße. Die Mannschaft, die jetzt eine Serie startet, wird es am Ende machen."

Doch auch da sind die Aufstiegsaspiranten derzeit etwa auf Augenhöhe: In den sechs Partien des Jahres 2012 haben alle fünf Klubs jeweils erst ein Spiel verloren. Fürth und St. Pauli zeigten mit zuletzt fünf Partien ohne Niederlage am ehesten die Tendenz zu einer Serie.

Nur Fürth gewann mit dem 1:0 am vorigen Freitag gegen Aachen sogar zum dritten Mal hintereinander.

Spitzenspiel in Düsseldorf am 2. April

Bei den Hamburgern verbietet man sich jedoch einen Seitenblick auf die Konkurrenz. "Wenn wir unsere Spiele gewinnen, bleiben wir dabei - ganz einfach. Was die anderen machen, interessiert uns nicht", sagt Mittelfeldspieler Patrick Funk. Es sind Partien, wie die am Montagabend gegen den Abstiegskandidaten KSC, die am Ende ganz wichtige Punkte bringen.

"Es musste wohl ein Blinder machen heute", sagte Torschütze Moritz Volz, der in der 40. Minute aus etwas mehr als 20 Metern einfach mal drauf gehalten hatte, nachdem die Hamburger auf dem holprigen Rasen spielerische Magerkost geliefert hatten.

Nur der Trainer wollte die Aufstiegsfantasien seiner Spieler noch nicht teilen. "Wenn wir an den letzten drei, vier Spieltagen noch da oben stehen, können wir uns über mehr unterhalten", sagte Andre Schubert nüchtern.

"Noch ist es zu früh, vorerst denken wir von Spiel zu Spiel." So werden es wohl auch die anderen Vier machen und sich entsprechend nur dann mit der Konkurrenz beschäftigen, wenn es zum direkten Duell kommt. Das passiert als nächstes am 2. April, wenn der FC St. Pauli bei Fortuna Düsseldorf ran muss.


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