Matthias Holst im Interview

Holst: "Ich sah schon sehr bescheuert aus"

Von Interview: Jochen Tittmar
Dienstag, 20.09.2011 | 11:32 Uhr
So sah Rostocks Matthias Holst während seiner Verletzungspause aus
© Imago
Advertisement
Bundesliga
SaJetzt
Die Highlights vom Samstag mit BVB, VfB und Leipzig
Serie A
Live
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Live
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Live
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Live
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Live
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Live
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Live
Metz -
Dijon
Ligue 1
Live
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Live
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe

Matthias Holst sorgte bei Hansa Rostock für Aufsehen, obwohl er ein Jahr lang kein Pflichtspiel für den aktuellen Zweitligisten absolvierte. Der Grund: Während seiner kompletten Verletzungspause rasierte sich der 31-Jährige nicht und ließ sich einen wilden Bart wachsen. Holst spricht im Interview über den täglichen Kampf mit dem Nutella-Toast, die Reaktionen von Familie, Mitspielern und Medien sowie die Erleichterung nach der Rasur.

SPOX: Herr Holst, Glückwunsch zum Comeback. Wann haben Sie denn von Ihrem Einsatz erfahren?

Matthias Holst: Der Trainer hat mich am Tag zuvor angerufen und gesagt, dass ich mich auf einen Einsatz vorbereiten soll. Die Gelegenheit war nun auch groß, da Michael Wiemann gelbgesperrt fehlte und Pavel Kostal verletzt ist. Ich bin froh über das Vertrauen, das mir geschenkt wurde.

SPOX: Wie groß war die Nervosität nach einer solch langen Abstinenz?

Holst: Das war komisch, am Tag vorher war ich deutlich nervöser. Als ich auf dem Feld stand, war das alles irgendwie vergessen und hat sich relativ normal angefühlt.

SPOX: Obwohl Sie schon seit einem Jahr in Rostock unter Vertrag stehen, war das Ihr erstes Pflichtspiel für den FC Hansa. Wie kam es denn überhaupt zu dem Knorpelschaden, der Sie die meiste Zeit außer Gefecht gesetzt hat?

Holst: Das ist mir bei meinem letzten Auftritt für den SC Paderborn, einem Testspiel, passiert. Dabei habe ich mich am Außenmeniskus verletzt. Der wurde 2005, als ich bei den Hansa-Amateuren gespielt habe, schon einmal genäht. Diesmal ist er komplett abgerissen. Es hieß erst, man glättet den Meniskus und dann ist die Sache erledigt. Das hat aber nicht funktioniert, letztlich musste man einen größeren Teil entfernen. Ich habe in der Folge dann etwas zu früh wieder mit dem Training begonnen, so dass es zu einer Überbelastung im Knie gekommen ist. Und so kommt dann eben ein Knorpelschaden heraus.

SPOX: Haben Sie während dieser Zeit auch um die Fortsetzung Ihrer Karriere gebangt?

Holst: Auf jeden Fall. Das war eine Fifty-Fifty-Geschichte. Hätte mein Körper den transplantierten Knorpel abgestoßen und wäre er nicht richtig angewachsen, hätte es auch in die Hose gehen können.

SPOX: Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf? Hansa wartet noch immer auf den ersten Sieg.

Holst: Wir treffen einfach die Kiste nicht. Wir hatten schon Spiele dabei, wo die Anzahl der Chancen einen Sieg gerechtfertigt hätte. Wenn man im Vorjahr fast in jedem Spiel mindestens ein Tor erzielt hat, ist der Frust nun schon etwas da. Uns fehlt das Quäntchen Glück, das wir letztes Jahr noch hatten. Sonst machen wir eigentlich nicht viel verkehrt.

SPOX: Wie groß sind die Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr von Marek Mintal?

Holst: Ich weiß, dass seine bloße Anwesenheit uns weiterhelfen wird. Er strahlt etwas Besonderes aus und kann jeden von uns führen. Wir dürfen uns aber nicht auf seinen Schultern ausruhen. Wir haben genügend Spieler mit dem Anspruch, Zweitligaprofis sein zu wollen. Das muss sich jetzt ohne Marek eben noch mehr zeigen.

SPOX: Lassen Sie uns über den Bart sprechen. Wie groß ist denn nun die Erleichterung?

Holst: Das können Sie sich nicht vorstellen. Ich bin dermaßen erleichtert. Das war teilweise richtig belastend für mich. Der Bart war ja das Hauptthema in den Medien und auch innerhalb der Mannschaft. Ich hatte teilweise echt keine Lust mehr darauf.

SPOX: Waren Sie vom Medienrummel um Sie überrascht?

Holst: Klar, das war ja Wahnsinn und auch überhaupt nicht von mir beabsichtigt. Das war ja eigentlich nur eine Marotte von mir. Ich muss aber schon zugeben, dass ich am Anfang gern darüber gesprochen habe. Das war ja auch irgendwie etwas Besonderes. Als es dann zu viel wurde, hatte ich echt die Schnauze voll. Ich war mehrfach kurz davor, mir den Bart einfach so abzurasieren.

Blogvon Norginho: Kommt Zeit, kommt Bart

SPOX: Wie ist diese Macke überhaupt entstanden?

Holst: Aus der Frustration heraus nach meiner ersten Verletzung noch bei den Hansa-Amateuren. Das war eigentlich auch gar nicht geplant. Mich hat es damals einfach genervt, dass ich mich verletzt hatte, weil es zuvor recht gut lief. Meine Frau und ich führten eine Fernbeziehung, das hat es für mich auch leichter gemacht (lacht). Ich habe mich einfach nicht mehr rasiert. Das habe ich dann wie jetzt bis zu meiner Rückkehr durchgezogen. Danach sind wir Oberliga-Meister geworden und haben den Mecklenburg-Vorpommern-Pokal geholt. Ab da war mir klar, dass ich das beim nächsten Mal wiederhole.

SPOX: Stimmt es, dass Sie die Barthaare nun versteigern wollen?

Holst: Das ist von Anfang an falsch aufgegriffen worden. Die Idee kam aus der Mannschaft, die wollten damit die Mannschaftskasse etwas auffüllen. Das war aber nur ein Spaß. Ich persönlich wollte das Ding einfach beim ersten Einsatz abschneiden und fertig.

SPOX: Das heißt, Sie haben die Barthaare einfach beim Friseur gelassen?

Holst: Nein. Ich habe das jetzt eine solch lange Zeit durchgezogen, daher habe ich die Haare mit nach Hause genommen. Ich habe noch ein tolles Profilbild von mir und werde das zusammen mit den Haaren eingerahmt bei mir an die Wand hängen. So kann ich immer dran denken und hoffen, dass mir das nie wieder passiert. Ich sah ja schon sehr bescheuert aus.

SPOX: Welches Feedback gab es von den Kollegen?

Holst: Die fanden es eigentlich gut und haben es auch respektiert. Die haben nicht gedacht, dass ich das bis zum Ende auch durchziehe. Die sind davon ausgegangen, dass ich irgendwann einknicke, weil ich so dämlich aussah.

SPOX: Wie oft haben Sie während dieser Zeit denn Ihr Haupthaar frisiert?

Holst: Ich würde mir grundsätzlich gerne die Haare länger wachsen lassen, habe aber so eine Naturkrause, die mir gar nicht gefällt. Daher war ich schon des Öfteren beim Friseur. Danach hat es aber echt übel ausgesehen, wenn die Haare oben kurz waren und der Bart so extrem abgestanden ist. Für den Rückweg vom Friseur hatte ich immer eine Mütze dabei.

SPOX: Was war zuvor die längste Phase, die Sie pausieren mussten?

Holst: Ich war mal für vier Spiele gesperrt und dann fiel auch noch die Winterpause dazwischen. Das dürften so zwölf Wochen gewesen sein.

SPOX: Wie weit ist da der Bart gediehen?

Holst: Das war auch schon immens, aber kein Vergleich zu dem Ding von zuletzt.

SPOX: Wie sah es mit der Pflege aus? Fönen dauert doch bestimmt recht lange.

Holst: Klar, aber geht ja auch nicht anders. Sonst habe ich fast keinen Wert auf die Pflege gelegt, habe also keine Spülung oder Packung gekauft. Der Bart war dann auch dementsprechend ausgefranzt und gebrochen.

SPOX: Wie oft wurden Sie in all der Zeit ungefragt begrapscht?

Holst: Unzählbar oft. Ich wurde aber auch zum Teil gefragt. Es gab aber Situationen, in denen einfach mal reingelangt wurde. Viele Kinder haben komisch geguckt und sich zuerst nicht getraut. Wenn ich mich aber herunter gebeugt habe, hat fast jeder einmal zugegriffen.

SPOX: Welche Probleme gab es denn bei der täglichen Nahrungsaufnahme? Suppe dürfte ja recht schwer gewesen sein.

Holst: Suppe ist sowieso nicht mein Ding, aber mit dem morgendlichen Nutella-Toast war es immer ein Kampf. Ich musste ja grundsätzlich nach jeder Mahlzeit einen Blick in den Spiegel werfen. Da blieb schon eine ganze Menge drin hängen.

SPOX: Ihre Frau muss Sie ja wirklich lieben.

Holst: Sie wusste ja, dass ich diesen Spleen habe und dass ich das auch eiskalt durchziehen werde. Am Anfang fand sie es noch lustig, aber irgendwann hat es ihr einfach keinen Spaß mehr gemacht. Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist das Ding in gewissen Situationen einfach lästig (lacht).

SPOX: Was haben Ihre Kids dazu gesagt?

Holst: Für die war das eigentlich keine große Sache. Die fanden es schlimmer, als der Bart weg war. Meine Kleinste, die ist gerade 2 Jahre alt geworden, hatte schon ein bisschen Angst. Sie hat mich in den ersten Stunden danach nicht erkannt. 'Wo ist denn der Papa?', hat sie gemeint (lacht).

SPOX: Ich wünsche es Ihnen beileibe nicht, aber was passiert bei der nächsten Verletzung?

Holst: Das ist nun einmal meine Marotte, deshalb mache ich das definitiv wieder.

Matthias Holst im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung