Mimoun Azaouagh im Interview

"Das Grundgesetz gilt auch für Albert Streit"

Von Interview: Haruka Gruber
Montag, 31.01.2011 | 12:23 Uhr
Azaouagh kehrte nach einer Halbsaison bei der Regionalliga-Mannschaft zu den Profis zurück
© Imago
Advertisement
Serie A
Hellas Verona -
Benevento
Premier League
Leicester -
West Bromwich
Primera División
Las Palmas -
Celta Vigo
Serie A
Corinthians -
Gremio
Ligue 1
Saint-Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
Sydney FC -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea – Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Brom
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter
Primeira Liga
Porto -
Pacos de Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Fiorentina
Serie A
Milan -
Genua
Serie A
Ferrara -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit St Petersburg
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolves
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nice
Championship
Leeds -
Sheff Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Arsenal v
Swansea
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
Eindhoven
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
Saint-Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano

Ein halbes Jahr war Mimoun Azaouagh in der Versenkung verschwunden, nachdem er im Sommer vom VfL Bochum zur Regionalliga-Mannschaft degradiert wurde. Hintergrund: Azaouagh erklärte nach dem Abstieg aus der Bundesliga, nicht mehr für Bochum spielen zu wollen. Doch nachdem er keinen neuen Verein fand, strafte ihn der VfL ab.

Nach der Hinrunde wurde der 28-Jährige aber begnadigt, durfte zu den Profis zurückkehren und war mitverantwortlich für den perfekten Rückrunden-Start mit drei Siegen aus drei Spielen. Mit sieben Erfolgen in Serie, zuletzt im Spitzenspiel in Augsburg, hat sich Bochum eindrucksvoll im Aufstiegskampf zurückgemeldet.

Azaouagh im Interview über die Würde des Menschen, eigene Fehler und seine Freude für Kumpel Antonio da Silva.

SPOX: Sie waren ein halbes Jahr von der Bildfläche verschwunden und spielten lediglich für Bochums zweite Mannschaft in der Regionalliga. Haben Sie erwartet, so erfolgreich zurückzukehren?

Mimoun Azaouagh: Schon in der Vorbereitung hat es sich angefühlt, als ob ich nie weg gewesen wäre. Das hat die Rückkehr enorm erleichtert. Aber ich möchte nicht zu sehr über mich reden.

SPOX: Warum nicht?

Azaouagh: Vor der Rückrunde wurde darüber spekuliert, ob ich zurückkomme, auf welcher Position ich spiele oder ob ich mit Chong Tese harmoniere. Aber die Siege zuletzt sind doch der Beweis dafür, dass es eben nicht um Azaouagh, Tese oder wen auch immer geht. Die letzten Monate haben gezeigt, dass es nicht entscheidend ist, ob die besten elf Einzelspieler auflaufen. Vielmehr muss eine Mannschaft aus elf Fußballern zusammengesetzt sein, die am besten zueinander passen. Deswegen ist es auch fehl am Platz, mich in den Vordergrund zu stellen. Ich spiele, wo mich Trainer Friedhelm Funkel aufstellt, und ich bin einfach nur froh, wieder im Profiteam zu sein.

SPOX: Spüren Sie aber nicht Genugtuung, dass Sie sich durch gute Leistungen in der Regionalliga wieder aufgedrängt und viele Kritiker Lügen gestraft haben?

Azaouagh: In solchen Kategorien denke ich nicht. Die Sache ist einfach: Mir geht es nur um den Spaß am Fußball. In der zweiten Mannschaft bekam ich die Chance zum Spielen, ich ergriff sie, dementsprechend waren meine Leistungen. Nicht mehr und nicht weniger.

SPOX: Dennoch werden Sie vernommen haben, dass Sie von den meisten abgeschrieben wurden.

Azaouagh: Ich habe all das nicht so sehr an mich heran gelassen, weil es ohnehin nichts bringt. Mittlerweile ist es mir egal, was Leute, die mich nicht persönlich kennen, über mich denken.

SPOX: Aus Selbstschutz?

Azaouagh: Man muss sich nur ansehen, wie es Albert Streit auf Schalke ergangen ist. Einen Fußballer für seine Leistungen oder seine Einstellung zu kritisieren, ist natürlich erlaubt. Aber es muss Grenzen geben.

SPOX: Streit wurde, nachdem er in Schalkes zweite Mannschaft versetzt wurde, beim Einlaufen auf den Fußball-Platz sogar angepinkelt.

Azaouagh: Genau solche Auswüchse meine ich. Nicht umsonst steht im Grundgesetz, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Das gilt doch auch für Albert Streit und alle anderen Fußballer, oder nicht? Grundsätzlich trägt ein Spieler nie die gesamte Schuld.

SPOX: Sie selbst hatten bei den VfL-Fans einen schweren Stand, nachdem Sie im Sommer auf einen Weggang pochten, obwohl es keine interessanten Angebote gab - weswegen Sie zur zweiten Mannschaft degradiert wurden. Zwischenzeitlich kam angeblich sogar ein Rücktritt in Betracht. Welche Lehren haben Sie aus den letzten Monaten gezogen?

Azaouagh: Es ist alles sehr unglücklich gelaufen und ich habe Fehler begangen. Aber ich möchte die Vergangenheit hinter mir lassen und nicht mehr groß darüber sprechen.

SPOX: Sie haben sich von Ihrem Berater Klaus Gerster getrennt. Besteht da ein Zusammenhang?

Azaouagh: Klaus Gerster ist schon seit einiger Zeit nicht mehr mein Berater. Die Ereignisse im Sommer hatten damit nichts zu tun. Ich kläre mittlerweile alles Vertragliche selbst. Ich bin lange genug im Geschäft und weiß einigermaßen, worauf es ankommt.

SPOX: War es im Sommer eine Option, womöglich zu Borussia Dortmund und Ihrem früheren Förderer Jürgen Klopp zu wechseln? Ihr ehemaliger Mainzer Mitspieler Antonio da Silva war in einer ähnlich perspektivlosen Situation, dann bot er sich im Probetraining an und gehört nun zum erweiterten Stamm.

Azaouagh: Das war kein Thema, es gab keinen Kontakt mit Kloppo. Mich freut es aber ungemein, wie gut es bei Toni läuft. Er ist einer meiner engsten Freunde und ich weiß aus erster Hand, über welche Qualitäten er verfügt. Daher kommt es nicht überraschend, dass er sich durchgesetzt hat. Kloppo war er ja ohnehin immer auf seiner Seite. Ich bin sehr stolz auf Toni.

Aus der Versenkung: Antonio da Silva im Porträt

SPOX: Auch Sie erlebten unter Klopp Ihre beste Zeit. Wie gelingt es ihm, angeblich schwierig zu führende Spieler zu Bestleistungen anzuspornen?

Azaouagh: Er vereint einfach alle Eigenschaften in sich, die nötig sind, um jeden Spieler von 100 auf 110 Prozent zu führen. Er ist authentisch und sympathisch und vereint das mit einem unglaublichen Fußball-Sachverstand und Motivationskunst. Kloppo ist einfach ein geiler Typ.

SPOX: Wie verläuft die Zusammenarbeit mit Friedhelm Funkel?

Azaouagh: Mit ihm hatte ich nie ein Problem. Wir haben zum Ende des letzten Jahres mehrere Gespräche geführt, die von Respekt geprägt waren und in denen er mir meine Perspektiven aufgezeigt hat. Das alles gefiel mir sehr gut. Er ist geradlinig, das ist mir wichtig.

SPOX: Funkel hat einige Talente aus der früher wenig beachteten zweiten Mannschaft hochgezogen und ins Profiteam integriert, wie etwa Kevin Vogt und Matthias Ostrzolek. Ein entscheidender Faktor für die Aufholjagd?

Azaouagh: Mittlerweile gibt es in der Mannschaft eine gute Mischung aus Routiniers und Talenten, so muss es sein. Die Leistungen der letzten Wochen beweisen, dass der Verein den richtigen Kurs eingeschlagen hat.

SPOX: Erwarten Sie, wieder in den Fokus der marokkanischen Nationalmannschaft zu rücken, sollte Bochum weiter so erfolgreich sein?

Azaouagh: Der Kontakt zum marokkanischen Verband ist im Sommer leider eingeschlafen. Aber ich nehme an, dass sie sich zeitnah bei mir melden werden, wenn ich meine Form halte. Es ist wohl nicht von Nachteil, dass sich der neue Nationaltrainer Erik Gerets in Deutschland auskennt und hoffentlich die erste und zweite Liga genau beobachtet. Es ist nach wie vor mein großer Traum, irgendwann das Trikot meines Heimatlandes überzustreifen und für Marokko aufzulaufen. Es ist schwer, in Worte zu fassen, was für eine große Ehre es für mich wäre.

Ein Frankfurter Marokkaner: Mimoun Azaouagh im Interview

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung