2. Liga

Revolte blieb aus: Hertha steht zu Preetz

SID
Mittwoch, 19.05.2010 | 13:38 Uhr
Michael Preetz bekam von den Mitgliedern überwiegend Applaus
© Getty
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Bei der Jahreshauptversammlung von Hertha BSC Berlin wurde der neue Trainer Markus Babbel freundlich empfangen. Viel Applaus von den Mitgliedern bekam auch Manager Michael Preetz.

Pfiffe gegen Arne Friedrich, Applaus für Michael Preetz: Beim ersten Mitgliedertreffen von Hertha BSC nach dem Abstieg der Berliner aus der Fußball-Bundesliga erhielt Preetz Rückendeckung für seine Pläne.

Als cleverer Schachzug des Managers erwies sich die Präsentation von Neu-Trainer Markus Babbel. Der Klub teilte zudem mit, dass man den höchsten Personal-Etat der 2. Liga haben werde und die Schulden auf 36 Millionen Euro angewachsen seien.

Buhrufe erntete Preetz nur, als er ein Bleiben vom Arne Friedrich in Aussicht stellte. Dank neuer Geldquellen könne man den Abwehrspieler vielleicht halten, so Preetz. Friedrich bleibe jedoch nur zu Erstliga-Konditionen. Die Sache ist pikant. Sollte der Klub seine Option auf Vertragsverlängerung nicht ziehen, wäre Friedrich womöglich ablösefrei. Sollte der Nationalspieler bleiben, könnte er in Berlin einen Spießrutenlauf erleben. Bei nicht wenigen Fans ist der WM-Teilnehmer einer der Sündenböcke für den Abstieg.

Rensing neuer Kandidat für das Hertha-Tor

Beifall gab es für Preetz, als er einer Verpflichtung des Cottbuser Torwarts Gerhard Tremmel als Ersatz von Jaroslav Drobny ausschloss. Tremmel war beim Anhang wegen Anti-Hertha-Äußerungen in Ungnade gefallen. Nun ist Michael Rensing (Bayern München) ein Kandidat. Mit Defensivspieler Roman Hubnik habe man Einigung über einen neuen Vertrag erzielt. Auch Fabian Lustenberger, Raffael und Adrian Ramos wolle man halten, so Preetz.

Präsident Werner Gegenbauer machte klar, dass er trotz des Abstiegs nicht zurücktreten werde. Durch den Generationswechsel in der Geschäftsführung habe es im vergangenen Jahr Irritationen gegeben.

Auf der Geschäftsstelle hätten einige Mitarbeiter noch sehr viel Solidarität gegenüber Ex-Manager Dieter Hoeneß gezeigt. "Michael Preetz hatte einen Höllen-Job. Da werden wir in Zukunft härter durchgreifen", meinte Gegenbauer.

Babbel genießt bereits große Sympathien

Große Sympathien genießt nach wenigen Tagen in Berlin bereits Babbel, dessen lockere Sprüche den Nerv der Versammlung trafen. "Guten Abend, mein Name ist Markus Babbel", sagte der 37-Jährige selbstironisch, als er ans Rednerpult trat. Über seine Entscheidung pro Hertha meinte er: "Mein erster Gedanke war: Ich muss zurück in die Stadt, in der ich als Spieler permanent einen auf den Sack gekriegt habe."

Die Finanzlage bezeichnete Geschäftsführer Ingo Schiller trotz der gewachsenen Schulden als "stabil". Die Lizenz für die 2. Liga sei "sicher", auch wenn Hertha bis Juni Nachbesserungen einreichen muss. Der Etat betrage ohne Transfererlöse 30 Millionen Euro. "Wir haben den höchsten Personal-Etat der 2. Liga", so Schiller.

Die Reaktionen der Mitglieder blieben angesichts des sportlichen Desasters doch eher milde. Für einige Anhänger war das Thema Abstieg längst abgehakt. Vielmehr wollten sie wissen, ob man in den Fan-Shops anstatt Plastik-Tüten nicht lieber Leinenbeutel ausgeben könne. Zudem wunderte sich eine Anhängerin darüber, dass der Klub seine Partnerschaft mit der Biermarke Carlsberg verlängert habe: "Wir haben doch selber so gutes Bier in der Stadt."

Schulden bei Hertha BSC steigen

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