St. Pauli in der Krise

Die Bierlaune ist verflogen

Von Benny Semmler
Samstag, 13.03.2010 | 16:02 Uhr
Beim FC St. Pauli macht sich nach vier sieglosen Spielen Ratlosigkeit breit
© Getty
Advertisement
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses
Primera División
Levante -
Girona
Serie A
Inter Mailand -
FC Turin
Championship
Middlesbrough -
Sunderland
Ligue 1
Nizza -
Dijon
Serie A
Cagliari -
Hellas Verona
Serie A
Chievo Verona -
Neapel
Serie A
Florenz -
AS Rom
Serie A
Juventus -
Benevento
Serie A
Lazio -
Udinese
Primera División
Celta Vigo -
Bilbao
Eredivisie
PSV -
Twente
Ligue 1
Marseille -
Caen
Serie A
Atalanta -
SPAL
Primera División
Real Sociedad -
Eibar
Primera División
Villarreal -
Malaga
Primera División
Real Madrid -
Las Palmas
Serie A
Sassuolo -
AC Mailand

Nach einer überragenden Hinrunde träumten sie auf St. Pauli schon von den Bayern und der Bundesliga. Doch nach vier sieglosen Spielen in Folge geht auf dem Kiez die Angst um, etwas zu verspielen, das man noch gar nicht hatte.

Es ist Freitag, der 5. Februar. Der FC St. Pauli siegt auf der heimischen Baustelle nach einer mäßigen zweiten Halbzeit mit 2:1 gegen den Karlsruher SC. Die Verfolger aus Augsburg und Bielefeld sind an diesem Abend meilenweit von den Hamburgern entfernt. Die Aufstieg ist greifbar.

Große Teile der Fans drängen nach dem Spiel mit heiteren Diskussionen über zukünftige Gegner wie Bayern München und dem Hamburger SV in die Bars unweit des Stadions. Das Bier fließt in Strömen, es gibt Kurze aufs Haus - es folgt ja die Rückkehr ins Oberhaus. 45 Zähler in 21 Spielen - wahrlich, es geht kaum besser.

Doch an diesem Abend begann ein Stimmungsumschwung. Wenn auch kaum erkennbar. Aber da tat sich etwas. Plötzlich waren da unzufriedene Fans. Geschätzte 150 Kehlen regten sich gegen Spielende über den lethargischen Kick gegen den KSC auf. So sehr, dass Trainer Holger Stanislawski sich irgendwann breitarmig vor ihnen aufbaute und "Was wollt ihr denn?" fragte.

Vier Wochen später steckt der FC St. Pauli in einer Krise. Sie gewinnen nicht mehr. Sie treffen das Tor nicht mehr. Alles weg.

Augsburg profitiert von Patzern

Nach Karlsruhe folgte ein torloses Remis gegen abstiegsbedrohte Frankfurter, eine schmerzhafte Niederlage beim Spitzenreiter Kaiserslautern sowie punktlose Vorstellungen gegen Bielefeld und 1860 München. Augsburg sagte Danke.

Vom überragenden Kurzpassspiel ist nichts mehr zu sehen. Zu matt und ideenlos, manchmal naiv, bisweilen lässig präsentierten sich die Spieler. Die Folge: Die heitere Bierlaune verwandelte sich in kollektive Katerstimmung.

In dieser Woche wurde reagiert. Stanislawski ließ den angestauten Dampf erst intern, später gegenüber den Journalisten ab. Montag war Tachelestag. 45 Minuten dauerte die Verbalexplosion des Trainers. Hintereinander kritisierte der Trainer seine Spieler. Im Schnitt so drei Minuten.

Stanislawski später: "Positiv sind nur Marius Ebbers und Markus Thorandt weggekommen. Und es ging nicht um die letzen vier erfolglosen Spiele. Ich verfolge die Entwicklung schon die gesamte Rückrunde."

"Ab jetzt wird die Reset-Taste gedrückt"

Es ist die erste Krise für den 40-Jährigen. Und die versucht er mit seiner ihm eigenen Vehemenz zu meistern.

Maßnahme eins: Stanislawski plant einen zweiten Saisonstart. "Ab jetzt wird die Reset-Taste gedrückt. Wir fangen alle wieder bei null an. Wir haben 0:0 Tore und null Punkte. Wir starten nun eine Neun-Spiele-Saison. Unser Ziel sind 27 Punkte."

Maßnahme zwei: Die Mannschaft kehrte am Mittwoch auf das eigentliche Trainingsgelände zurück. Dass dort zentimeterhoch Schnee liegt und ordentliches Fußballspielen unmöglich ist -  erstmal egal. Die Devise heißt: Zeichen setzen.

Denn in den Monaten zuvor trainierte die Mannschaft drei Monate lang im Stadion. Dort sind die Kabinen geräumiger, die Platzverhältnisse angemessen. Aber: "Die Freude im Stadion zu spielen, ist dadurch verloren gegangen." Alles in allem: Das Führungspersonal des FC St. Pauli hat auf die Negativresultate reagiert.

Schulte: "Es fehlen die Prozente, um zu gewinnen"

Nur das vielleicht schwierigste Problem sprechen sie in Hamburg nicht so gerne an. Die Selbstzufriedenheit. Denn die hat sich in einigen Köpfen breitgemacht. Dabei hat der Trainer schon zu Saisonbeginn genau davor immer wieder gewarnt. "Stillstand ist Rückschritt", heißt ein Lieblingsspruch von Stanislawski.

Immerhin, Sportchef Helmut Schulte gestand gegenüber SPOX ein: "Vielleicht hat der eine oder andere von uns gedacht, dass wir schon was erreicht haben - was menschlich wäre. Aber das hat natürlich auch zur Folge, dass man weniger macht. In der Summe fehlen dann die Prozente, um Spiele zu gewinnen."

Charles Takyi im Formtief

Gemeint dürfte beispielsweise Charles Takyi sein. Als Garant für Spielwitz und Torgefahr in der Hinrunde umjubelt, befindet sich der 25-Jährige in einem Formtief. Drei Tore plus fünf Vorlagen - so zog Takyi in die Winterpause. Seine Bilanz sieht heute noch genauso aus.

Andere Krisenkicker sind Deniz Naki und der in der Winterpause verpflichtete Bastian Oczipka. Beide sind weit von den Erwartungen und den eigenen Ansprüchen entfernt. Dennoch dürfen sie weiterspielen - was zwangsläufig zu Verwunderung bei den Reservespielern führt.

Gleiches passiert inzwischen auch in den Fanforen. Dort laufen die Diskussionen ob der jüngsten Aufstellungen und Einwechslungen immer heftiger ab.

Rätseln nach den Gründen

Dabei schien bis vor kurzem nichts gegen einen Aufstieg zu sprechen. 48 Tore erzielte St. Pauli in 21 Partien - die Rostocker, die Frankfurter und die Koblenzer hätten sich für diese Trefferzahl schon verbünden müssen. Und auch eine Liga höher brachte es nach 21 Spielen kein Team auf mehr Tore.

Nun rätseln sie nach den Gründen für die Krise. Für Keeper Mathias Hain gibt es zwei entscheidende Fakoren: "Erstens: Es ist die Zufriedenheit. Zu denken, es läuft schon. Aber genau das ist nicht der Fall. Und zweitens: Natürlich spielen die Gegner jetzt anders gegen uns als in der Hinrunde."

Stanislawski ergänzt: "Die Jungs hatten Angst, etwas zu verlieren, was sie noch gar nicht hatten."

Karlsruher SC: Die Chronologie eines Absturzes

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung