Nach der Trainerentlassung in Duisburg

Bommer bleibt Zielscheibe - kommt Luhukay?

SID
Montag, 10.11.2008 | 16:28 Uhr
Die Fans des MSV Duisburg trauern dem entlassenen Rudi Bommer nicht nach
© Getty
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Selbst einen Tag nach seinem Rauswurf kochen die Emotionen beim MSV Duisburg noch über: Ex-Trainer Rudi Bommer musste bei der Räumung seines Spinds von Bodyguards geschützt werden.

Am Tag nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag war die Atmosphäre beim MSV Duisburg immer noch vergiftet.

Vier Bodyguards hatte der kriselnde Zweitligist zur Westender Straße beordert, um dem geschassten Trainer Rudi Bommer eine ungestörte Räumung seines Spinds zu ermöglichen und weitere Hass-Attacken der aufgebrachten Fans zu ersparen.

"Was in den vergangenen Wochen bei uns passiert ist, hat die Mannschaft und ihn zermürbt", begründete MSV-Boss Walter Hellmich die Trennung vom Aufstiegs-Helden von 2007 mit den Feindseligkeiten der zornigen Anhänger gegen den Coach.

Luhukay, Schupp, Neururer

Über Bommers Nachfolger beim einstigen Bundesliga-Vizemeister schossen zu Wochenbeginn die Spekulationen ins Kraut.

Top-Kandidaten auf die Nachfolge sind Jos Luhukay (zuletzt Borussia Mönchengladbach) und Markus Schupp (bis Dezember 2006 bei Wacker Burghausen), die bei der 0:1-Heimpleite gegen RW Ahlen schon auf der Tribüne der MSV-Arena saßen, als auch einmal mehr Peter Neururer.

"Wir wollen einen Trainer mit Aufstiegserfahrung, vollziehen aber keinen Schnellschuss", sagte MSV-Sportdirektor Bruno Hübner am Montag.

Scholz übernimmt - mal wieder

Sicher schien lediglich, dass Bommers bisheriger Assistent Heiko Scholz auch bei seinem dritten Engagement nach der Entlassung seines vorherigen Chefs erneut nur vorübergehend die Verantwortung tragen soll.

Scholz hatte bereits als Nachfolger von Norbert Meier (Dezember 2005) und Jürgen Kohler (April bis Mai 2006) kurzzeitig die Verantwortung übernommen. "Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Scholz am nächsten Sonntag bei unserem Spiel in Fürth auf der Bank sitzt, wir suchen aber eine externe Lösung", sagte Hübner.

Hellmich: "Gehören zurück in die Bundesliga"

Für den künftigen MSV-Trainer ist die Zielvorgabe unabhängig von seinem Namen klar definiert. Hellmich: "Wir gehören mit unserem Potenzial zurück in die Bundesliga." Vor dem Hintergrund dieses Selbstverständnisses auch bei den Fans ist Bommer letztlich gescheitert.

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Zwar erhielt der 51-Jährige von Hellmich trotz des Erstliga-Abstiegs einen Vertrag bis 2010 und konnte die Mannschaft vor Saisonbeginn für 15 Millionen Euro für das Projekt Wiederaufstieg verstärken, doch der Anhang hatte Bommer den neuerlichen Sturz aus der Eliteklasse nie verziehen.

Vier Spiele ohne Sieg

Schon vor dem Spiel gegen Ahlen zeigten tausende MSV-Anhänger dem Coach mit bemalten Papptafeln die "Rote Karte". Bommers Rauswurf wäre selbst durch eine Vermeidung der zweiten Heimpleite nicht mehr zu verhindern gewesen.

MSV-Boss Walter Hellmich, der die direkte Bundesliga-Rückkehr nach dem vierten Spiel ohne Sieg in Folge und dem Sturz auf den zehnten Tabellenplatz akut gefährdet sah, fühlte sich denn auch regelrecht zum Trainer-Wechsel gezwungen.

Grlic gleichgültig

"Rudi Bommer hat es auch nicht mehr geschafft, dem Team die Impulse zu geben, die es nach vorne bringen. Mit ihm konnten wir unsere Ziele nicht mehr erreichen", sagte Hellmich.

Die Spieler reagierten gleichmütig auf Bommers Ablösung. "Wir haben schlecht gespielt, und da ist es normal, dass der Trainer das schwächste Glied in der Kette ist", konstatierte der bei der zweiten Heimniederlage gesperrte Kapitän Ivica Grlic nüchtern.

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