"Klinsmann ist ein Lehrling. Dabei bleibe ich!"

SID
Peter Neururer war seit August 2006 ohne Trainerjob. Jetzt will er's mit Duisburg wieder wissen
© Getty
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Mit Peter Neururer hat der deutsche Profi-Fußballer eines seiner liebsten Kinder wieder. Im zweiten Teil des SPOX-Interviews spricht der 53-Jährige über seine arbeitslose Zeit, Ratschläge seiner Frau und über sein Lieblingsthema: Jürgen Klinsmann.

Zurück zum ersten Teil des Interviews

SPOX: Sie waren zwei Jahre ohne Job. Wie gut ist Ihr Handicap mittlerweile?

Neururer: Ich hatte Frau, Kinder und keine Arbeit - das war ein Handicap.

SPOX: Ich spreche vom Golf.

Neururer: Ich weiß schon, was Sie meinen. Von der Spielvorgabe her spiele ich momentan so um die 14 über Par, also oberamateurhaft. In dieser Liga möchte ich jedenfalls nie Fußball spielen.

SPOX: Gab es Zeiten, in denen Ihre Frau gesagt hat: 'Peter, jetzt mach mal wieder was?'

Neururer: Meine Frau hat zu mir gesagt: Pass auf, jeden Morgen Harley fahren, jeden Mittag Bälle weggolfen - irgendwann ist gut. Mach mal wieder das, was Du kannst. Geh mal zum Fußball wieder.

SPOX: Haben Sie sich fortgebildet?

Neururer: Passen Sie auf. Andere Kollegen sagen dann immer gerne: Ich habe Hospitanzen bei Bernd Schuster bei Real Madrid und bei Alex Ferguson bei Manchester United gemacht oder ich war bei Jupp Drösel bei Panathinaikos Athen, schlag mich tot, mir scheißegal. Sollen sie reden. Aber da wird mir schlecht, wenn sich manche so profilieren. Ich war auch da. Ich habe seit Jahren ein gutes Verhältnis zu Bernd Schuster, aber ich renne doch nicht zu Journalisten und sage denen: Übrigens, ich war da und da und da. Natürlich habe ich mich fortgebildet.

SPOX: Sie betreiben eine persönliche Spielerdatenbank. Leider sollen da ein paar Daten gelöscht worden sein.

Neururer: Die Datenbank habe ich schon seit 30 Jahren und klar werden da mal Spieler gelöscht. Lothar Matthäus zum Beispiel. Worauf Sie anspielen, liegt schon 18 Jahre zurück, da war mein Sohn vier Jahre alt. Und da hat er aus Versehen alle 3800 Spieler meiner Datenbank gelöscht.

SPOX: Wie darf man sich Ihre Datenbank vorstellen?

Neururer: Ich erfasse alle Daten, die es gibt. Es geht um Spieler, die mir, beziehungsweise meinem Verein, weiterhelfen können. Es arbeiten weltweit mittlerweile 20 Leute für mich, die Informationen liefern. Ein Spieler X wird demnach beurteilt nach Schnelligkeit, Position, Fuß links, rechts, Profi, Amateur, Halbprofi, taktisches Verhalten, defensives Verhalten, offensives Verhalten... Es gibt zigtausende Parameter, die mir dann die Möglichkeit geben, den Spieler richtig zu beurteilen.

SPOX: Gibt es irgendein Zitat von Ihnen, das Sie lieber nicht so gesagt hätten?

Neururer: Nein. Ich stehe zu allen meinen Zitaten. Ich weiß, dass einige Zitate aus dem Zusammenhang gerissen wurden und dann ziemlich beschissen rüber kamen. Aber grundsätzlich stehe ich zu jeder meiner Aussagen.

SPOX: Auch zu der Aussage von vor vier Jahren, als Sie Jürgen Klinsmann, Joachim Löw und Oliver Bierhoff als Lehrlinge bezeichnet haben?

Neururer: Da bleibe ich bei.

SPOX: Wirklich?

Neururer: Na gut, es gibt eine Einschränkung: Jogi Löw hat sich super weiter entwickelt. Der Rest stimmt auch heute noch. Jürgen Klinsmann hat doch riesiges Glück gehabt, ich hätte das Angebot beim FC Bayern an seine Stelle auch angenommen. Wenn ich morgen gefragt werde, ob ich Tiger Woods trainieren möchte, für wie viele Millionen auch immer, sage ich auch ja. Dann bin ich doch nicht der Dumme, sondern diejenigen die mir diese Aufgabe zuteilen.

SPOX: Erklären Sie das.

Neururer: Ich habe nichts gegen Jürgen Klinsmann, ganz im Gegenteil. Persönlich komme ich super mit ihm aus. Der FC Bayern hat mit Sicherheit die beste Führung aller Bundesligisten, aber ich sage ganz klar und unumstößlich: Jürgen Klinsmann ist für mich der bestbezahlte Lehrling im Weltfußball. Dabei bleibe ich.

SPOX: Können Sie sich vorstellen, dass Journalisten in ganz Deutschland froh darüber sind, dass Sie wieder einen Job haben?

Neururer: Damit Ihr schöne Sprüche habt, ne?

SPOX: Nicht nur. Aber wie erklären Sie sich das?

Neururer: Naja, es geht bestimmt nicht nur um Sprüche, ab und zu steckt auch mal ein bisschen Qualität hinter so einem Spruch. Ich weiß, dass ich provoziere. Das ist seit 20 Jahren so. Ich bin keiner, der sagt: Alle müssen mich lieben. Lieben müssen mich nur meine Frau und meine Kinder, sonst niemand.

SPOX: Sind Sie nach zwei Jahren ohne Job vorsichtiger geworden?

Neururer: Da kennen Sie mich aber schlecht. Ich bin seit 527 Spielen im Geschäft und mit der gleichen Erfahrung gibt es nicht viele. Und vorsichtig bin ich bestimmt nicht. Ich mache mein Ding, so wie ich es immer gemacht habe. Und über die Wahrnehmung von Außen gebe ich nicht viel.

SPOX: Was sagen Sie den journalistischen Kollegen, die schreiben, der MSV Duisburg sei Ihre letzte Chance im Profifußball?

Neururer: Die können schreiben, was sie wollen.

HIER geht es zurück zum ersten Teil, in dem Peter Neururer über die lustige TV-Panne des ZDF und seine Ziele mit dem MSV Duisburg spricht.

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