Freitag, 12.09.2008

Löwen unter Druck

Schlechtester Trainer aller Zeiten

Schlimmer geht's nimmer. Nach drei Niederlagen in Folge steht dem TSV 1860 München nicht nur das Wasser der Isar bis zum Hals. Das Tabellenschlusslicht braucht gegen den MSV Duisburg (am 15.9. ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) unbedingt ein Erfolgserlebnis, sonst droht dem Traditionsverein der Absturz ins Bodenlose. Und Trainer Marco Kurz muss bei einer erneuten Pleite um seinen Posten bangen.

1860, München, 2. Bundesliga
© Getty

Die Sonne steht 2008 vom 10. August bis zum 15. September im Sternbild des Löwen. Glaubt man an Astrologie, bedeutet das turbulente Zeiten. Und die machen die Münchner Löwen seit dem Saisonstart durch.

Drei Niederlagen zum Auftakt markiert einen historischen Negativrekord für den Deutschen Meister von 1966. Den "Triple-Nuller" legten die Sechziger zuletzt 1961 unter Max Merkel in der Oberliga Süd auf den Rasen.

"Wir haben das Zeug zum Aufstieg"

"Wir müssen die schwierige Situation annehmen, dagegen ankämpfen und dann werden wir uns wieder mit einem Erfolgserlebnis belohnen", analysiert Geschäftsführer Stefan Reuter die prekäre Lage.

Dabei sah die Welt der Blauen vor einigen Wochen noch rosarot aus. Verein und Fans träumten vom Aufstieg. Nach vier Jahren 2. Liga wollte man endlich wieder hoch in die Beletage des Profifußballs.

"Wir haben das Zeug zum Aufstieg", schwärmte Neuzugang und Heimkehrer Benjamin Lauth nach den ersten Testspielen von der Qualität der Kurz-Elf.

Zwei Siege aus 20 Spielen

Doch nach drei Spieltagen klaffen Anspruch und Wirklichkeit an der Grünwalder Straße meilenweit auseinander. Die Mannschaft befindet sich im freien Fall. Null Punkte aus den Partien gegen Freiburg, Mainz und Ahlen.

Saisonübergreifend mickrige zwei Siege in 20 Matches in 2008. Trainer Marco Kurz darf sich mit dem unschmeichelhaften Titel "Schlechtester 1860-Zweitliga-Trainer aller Zeiten" schmücken.

Unmut der Fans wächst

Sein katastrophaler Punkteschnitt: 1,20 pro Partie. Selbst Ösi-Flop Walter Schachner brachte es auf einen Schnitt von 1,21. Verständlich, dass der Unmut der Fans wächst.

Vor allem weil keine klaren Konzepte vorgelegt werden, um das Tal der Tränen rasch zu verlassen. Der 39-jährige Übungsleiter Kurz und sein Chef Stefan Reuter übertreffen sich gegenseitig an Durchhalteparolen.

Reuter mit Durchhalteparolen

"Natürlich sind wir über die drei Niederlagen in den ersten Spielen nicht glücklich. Das haben wir uns komplett anders vorgestellt. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Situation gemeinsam meistern werden", sprüht Reuter geradezu vor Volkshochschul-Weisheiten.

Doch die Geschichte lehrt: Ein erfolgloser Trainer muss die Koffer packen. Daher geht es für den 299-maligen Bundesligaspieler Kurz im Match gegen den MSV Duisburg auch um die berufliche Zukunft auf der Bank des TSV.

"Ich glaube an die Mannschaft. Mir macht der Job noch immer großen Spaß", meint der gebürtige Stuttgarter vor seiner Schicksalspartie. Aber bekanntlich sind die Zeiten turbulent, im Sternbild des Löwen.

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