Sonntag, 28.09.2008

Nürnberg empfängt Duisburg

Ein Nobody im Rampenlicht

Der 1. FC Nürnberg steht gegen den MSV Duisburg (Mo., 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei Premiere) unter gewaltigem Erfolgsdruck. Das Team mit dem höchsten Etat der 2. Liga ist zum Aufstieg verdammt. Manövriert Neu-Trainer Michael Oenning den Traditionsverein, der aktuell auf Platz 14 dümpelt, in die Erfolgsspur?

2. Liga, 1. FC Nürnberg, Michael Oenning
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Kennen Sie noch Günter Brandl, Walter Pradt oder Slavko Kovacic? Alle drei wurden, wie bisher 86 ihrer Kollegen seit 1997, in der 1. oder 2. Bundesliga vom Assistenten, Amateurbetreuer oder Sportdirektor zum Cheftrainer ihres Klubs befördert.

Bekanntere und erfolgreichere Namen sind Joachim "Jogi" Löw, Thomas Schaaf oder Matthias Sammer. Zum Kreis der Beförderten gehört seit dem 5. September auch FCN-Coach Michael Oenning.

Ein Mann, der der breiten Öffentlichkeit nicht besonders viel sagt. Ein Mann, der seinen Chef Thomas von Heesen nach nur zwei Spieltagen ablöste. Ein Nobody, der plötzlich im Rampenlicht steht. Aber ist der 42-Jährige wirklich ein so großer Unbekannter? In Fachkreisen genießt der ehemalige Oberliga-Kicker einen exzellenten Ruf.

Hrubesch voll des Lobes

"Michael ist ein Top-Experte in Sachen Fußball. Er hätte schon viel früher einen Trainerposten im Profibereich bekommen müssen. Aber er hat nie Bundesliga gespielt und deshalb keinen so großen Namen. Im Zweifelsfall verpflichten die Vereine einen Prominenten", lobt U19-Nationalcoach Horst Hrubesch seinen ehemaligen Assistenten über den grünen Klee.

Die Karriere des zweimaligen Familienvaters begann bei seinem Heimatverein DJK Eintracht Coesfeld. Später kickte er bei diversen Oberligaklubs. Unter anderem ging er als Stürmer für Preußen Münster auf Torjagd.

Tore schießen als Sinn des Spiels

Tore schießen entspricht auch seiner Fußball-Philosophie. "Der Sinn des Spiels besteht darin, Tore zu erzielen", bringt es Oenning knapp auf den Punkt. Umgesetzt hat er sein Motto seit 2000 als Co-Trainer bei etlichen Mannschaften. Bis 2004 bei der deutschen U18 und U20-Nationalelf. Danach eine Saison an der Seite des damaligen Gladbacher Cheftrainers Holger Fach.

Es folgten zwei Jahre beim VfL Wolfsburg. Bis Februar 2008 betreute er die U19 des VfL Bochum, bevor er als Assistent zum Club wechselte. Zusätzlich arbeitete der Mann, den Kollegen als korrekt, ehrlich, kompetent, intelligent, loyal und unaufgeregt beschreiben, fünf Jahre als Assistent von Marcel Reif bei Premiere.

Reif prophezeit rosige Zukunft

Seitdem verbindet den "Blondschopf" und den Star-Kommentator eine innige Freundschaft. "Ich glaube, Michael wird den Job sehr gut machen. Natürlich hinkt der Vergleich, aber er ähnelt in seiner Art sehr stark Ottmar Hitzfeld. Und der hat bewiesen, dass man es mit Anstand und Seriosität in der Branche sehr weit bringen kann", schwärmt Reif von den Qualitäten seines Ex-Kollegen.

Nach all diesen Vorschusslorbeeren muss Oenning beweisen, dass er ein Team erfolgreich führen kann. Und beim FCN bedeutet Erfolg Aufstieg ins Oberhaus.

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