Dienstag, 16.09.2008

Schlaglichter 4. Spieltag

In Lilablassblau ins Verderben

Die Auswirkungen von lila Trikots auf die Punkteausbeute, Zurück in die Zukunft mit dem FC St. Pauli und Stürmer die vergessen, wie man eigentlich Tore macht. Dies und mehr in den Zweitliga-Schlaglichtern des 4. Spieltags.

2. Liga, 1860 München, MSV Duisburg,
© Getty

Elfmeter für Fortgeschrittene: Drei Elfmeter innerhalb von 45 Minuten? Kein Problem für Osnabrücks Thomas Cichon. Gut, einen verschoss er, aber den entscheidenden zum 3:2 in der Nachspielzeit gegen den FSV Frankfurt verwandelte er trocken. Und das, obwohl er laut VfL-Spielerprofil Angst vorm Elfmeter hat. Klarer Fall von aktiver Phobiebekämpfung. Kleiner Tipp noch für alle Zweitliga-Torhüter: "Ich würde sagen, dass ich zu 70 Prozent nach links schieße." Zitat Cichon.

Apropos Keeper: Sieben Tore fielen zwischen Fürth und Koblenz, die Zuschauer kamen im Playmobilstadion auf ihre Kosten. Anders die Torhüter: Vier bzw. drei Mal den Ball aus dem eigenen Tor holen ist kein schönes Gefühl - vor allem wenn man daran nicht ganz schuldlos ist. Zuerst faustete sich Koblenz' Yelldell den Ball beim 1:3 selbst ins Tor, kurz darauf ließ sein Gegnüber Sascha Kirschstein einen Krontiris-Schuss, der mitten aufs Tor kam, bewegungslos passieren. In Rostock schlug ebenfalls der Torhüter-Fehlerteufel zu. Mainz führte bis zur 80. Minute komfortabel mit 2:0. Dann ließ 05-Keeper Dimo Wache einen Schindler-Schuss durch die Hosenträger flutschen, vier Minuten später traf auch noch Hansas Gledson und futsch waren die drei Punkte.

Dann macht es gar nicht bumm: An der Ostsee hatte aber nicht nur Wache so seine Probleme. Auch die Stürmer hatten ihre liebe Müh und Not mit der Ausübung ihres Berufs. Zuerst spielte Srdjan Baljak Hansa-Keeper Jörg Hahnel aus, legte dann aber in die Mitte ab, wo kein Mitspieler stand. Auf der Gegenseite vergab Fin Bartels alleinstehend vor Wache kläglich und zu guter Letzt hätte Dragan Bogavec eine Karhan-Flanke nur noch einschieben müssen. Tat er aber nicht und reihte sich so in die Reihe der gescheiterten Torjäger des Tages ein. Von wegen Gerd Müller und so.

Weiße Weste ade: Nochmal die TuS: Koblenz hat bis zum vierten Spieltag ja eine passable Saison gespielt. Drei Spiele, fünf Punkte (Drei davon wurden allerdings schon vor der Saison abgezogen). Mehr als nur passabel war aber die Abwehr. Kein Gegentor stand nach 270 Minuten zu Buche - Ligarekord. Aber dann kam Fürth. Sami Allagui (2), Ivo Ilicevic und Bernd Nehrig sorgten dafür, dass die TuS 90 Minuten später vier Gegentore auf dem Konto hatte. So schnell kann eine blütenweiße Weste brutalst beschmutzt werden...

St. Pauli sieht Rot: Probleme anderer Art hat der FC St. Pauli. Die Kiezkicker beendeten die ersten beiden Partien jeweils mit zehn Mann. Der Grund: Marc Gouiffe a Goufan und Fabio Morena wurden schon vorzeitig unter die Dusche geschickt. Gegen Oberhausen blieben sie erstmals ohne Platzverweis und herauskam ein satter 4:1-Erfolg. Zu elft spielt es sich eben doch besser. Verstanden? Nein. In Lautern verabschiedete sich Gouiffe a Goufan erneut frühzeitig unter die Dusche. Das Ergebnis: 1:4.

Zum richtigen Zeitpunkt: Der MSV Duisburg kam als ungeschlagener Bundesligaabsteiger nach München. Dass man deshalb aber gleich mit Trikots in Lilablassblau auftreten muss, steht auf keinem Blatt. Vielleicht kämpften die Löwen gerade deshalb wie Löwen. Björn Schlicke meinte dann nach dem Spiel: "Die Niederlage kam genau zum richtigen Zeitpunkt". Mit diesen Trikots war es auf jeden Fall der richtige Zeitpunkt.

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