2. Liga

"Er ist gefeuert!"

SID
Montag, 12.05.2008 | 14:05 Uhr
Fußball, 2. Bundesliga, 1860 München, Albrecht von Linde, Stefan Ziffzer, Karsten Wettberg, Franz Maget
© Getty
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München - Auch nach dem Klassenverbleib kehrt beim Fußball-Zweitligisten TSV 1860 München keine Ruhe ein: Der schwelende Konflikt zwischen Präsidium und Geschäftsführung ist nach dem 1:1 im letzten Heimspiel gegen den VfL Osnabrück zum offen ausgetragenen Machtkampf eskaliert.

Nach einer beispiellosen verbalen Attacke gegen Präsident Albrecht von Linde steht Geschäftsführer Stefan Ziffzer vor dem Rauswurf. "Ich gehe davon aus, dass ich morgen meine Kündigung erhalte", sagte Ziffzer am Montag.

Der Geschäftsführer hatte Linde am Sonntag im Stadion in einer Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel heftig angegriffen und den Präsidenten bei seiner verbalen Abrechnung sogar als "Schande" für den Verein bezeichnet.

Eklat nach dem Klassenerhalt

Daraufhin hatte ihm Linde, der Ziffzers Rede im VIP-Bereich der Allianz Arena verfolgte, mündlich die "fristlose Entlassung" ausgesprochen. Ziffzer saß dennoch in der 1860-Geschäftsstelle an der Grünwalder Straße an seinem Schreibtisch.

Die Kündigung des Vertrages, der bis zum 30. Juni 2010 läuft, ist erst rechtskräftig, wenn sie schriftlich erfolgt und von mindestens zwei der drei Präsidiumsmitglieder Linde, Karsten Wettberg und Franz Maget unterzeichnet wurde.

Dies scheint aber nur noch Formsache zu sein. "Ziffzer hat nie gewusst, wer Koch und wer Kellner ist", sagte Linde am Sonntag. "Er ist gefeuert. Wir wissen auch, wie es ohne ihn weitergeht."

Kein zurück für Ziffzer

Auf der Internetseite der Münchner Abendzeitung wird Wettberg zitiert, dass es für Ziffzer "kein Zurück" mehr gebe. "Was er gemacht hat, ist groß vereinsschädigend."

Ziffzer konterte, das Präsidium habe "vom ersten Tag an nichts anderes vorgehabt, als mich hier herauszuschießen".

Der Konflikt um die schlechte Rückrunde des Teams und die finanzielle Krise des Vereins ist eskaliert, nachdem das Fachmagazin "kicker" am vergangenen Donnerstag berichtet hatte, Stefan Reuter stehe als sportlicher Geschäftsführer bereits vor Ende seines Vertrages am 30. Juni 2009 vor der Ablösung.

Diese Meldung nicht dementiert zu haben, wertet Ziffzer entweder als "schlampiges Verhalten" oder ein "frühzeitiges Distanzieren" von Reuter.

"So, wie es der Herr Präsident und sein Stellvertreter machen, ist das eine Sauerei und zeugt von mangelndem Rückgrat und mangelndem Charakter", sagte Ziffzer.

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