Diebstahl und seine Folgen

Von Für SPOX.com in Köln: Jörn Duddeck
Dienstag, 08.04.2008 | 09:57 Uhr
Köln, Gladbach
© Getty
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Köln - Dass Derbys immer eine ganz spezielle Brisanz bergen, ist hinlänglich bekannt.

Auch, dass solche Duelle für die jeweiligen Fans die wichtigsten Partien des Jahres sind und die Anhängergruppen versuchen, sich gegenseitig zu übertreffen.

Was sich allerdings kurz vor Ende des 89. Rheinischen Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach abspielte hatte mit Unterstützung des eigenen Klubs allerdings nichts mehr zu tun.

Rösler couragiert

Aus dem Gladbacher Fanblock hatten Chaoten Feuerwerkskörper auf das Spielfeld geworfen, woraufhin Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer die Partie sogar für kurze Zeit unterbrechen musste.

Als sich das Geschehen auf den Rängen, auch dank des couragierten Auftretens von Torschütze Sascha Rösler, wieder beruhigt hatte, entschied Kinhöfer fünf Minuten nachspielen zu lassen. Und erst in der Nachspielzeit gelang den Kölnern dann auch der 1:1-Ausgleich durch einen Elfmeter von Patrick Helmes.

"Es war nur eine Frage der Zeit"

Gladbachs Alexander Voigt zeigte gegenüber SPOX.com wenig Verständnis für die Vorfälle: "Der Schiedsrichter hat fünf Minuten nachspielen lassen. Ohne diese dumme Aktion wären es wahrscheinlich nur zwei oder drei Minuten gewesen."

Allerdings erklärte Voigt weiter: "Es war nur eine Frage der Zeit, wann unsere Fans durchdrehen würden. Zwischenzeitlich dachte ich sogar, der Schiedsrichter würde die Partie abbrechen."

Fahnenklau bei Ultras

Doch was hatte Gladbachs Fans derart aufgebracht? Der Aufruhr unter den Borussia-Anhängern war eine Reaktion auf  Teile der Kölner Ultras, die während der Partie eine gestohlene Gladbacher Zaunfahne  provokativ hochhielten.

Nach dem Gladbacher Heimsieg gegen St. Pauli vor gut drei Wochen sollen sich angeblich jugendliche Köln-Fans über einen Stadion-Mitarbeiter Zugang zu jenem Raum verschafft haben, in dem der Fanclub "BMG Ultras" seine Utensilien aufbewahrt dabei die Fahne entwendet haben.

Auf den ersten Blick vielleicht ein dummer Streich, für die Gladbacher Ultragruppierung jedoch ein absoluter Ehrverlust. Der Verlust war so groß, dass man sich sogar zur sofortigen Auflösung der Gruppe entschloss.

"Es geht nur um Fußball"

"Ich verurteile den Zaunfahnenklau absolut", sagte FC-Manager Michael Meier im Gespräch mit SPOX, zeigte aber auch für die Reaktion der Gladbacher keinerlei Verständnis: "Es war absolut unnötig von den Gladbachern, sich so darüber aufzuregen und auf diese Weise zu reagieren. Hier geht es doch nur um Fußball.".

Nach Schlusspfiff kam es auch außerhalb des Stadions zu Schlägereien zwischen einzelnen Gruppierungen. Als unglücklicher Umstand erwies sich zudem die Tatsache, dass der 1.FC Köln erst sehr spät vom Diebstahl erfuhr. So wurde die Chance verpasst, bereits im Vorfeld der Partie deeskalierende Maßnahmen einzuleiten.

Kinhöfer mit Höhen und Tiefen

Offenbar war sich zumindest Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer von Anfang an über die kribbelige Brisanz der Partie im Klaren.

Zwar unterband der Referee von Beginn an jegliche aufkommende Härte, kam dabei allerdings immerhin 28 Minuten ohne Gelbe Karte aus. "Wenn er sich nicht zurückgehalten hätte, dann wäre womöglich schon viel früher etwas passiert in den Kurven", sagte Voigt.

Wenig Lob bekam Kinhöfer hingegen für seine Elfmeterentscheidung in der 93.Minute, als er ein Foul von Roel Brouwers an Kölns Torjäger Milivoje Novakovic fälschlicherweise in den Strafraum verlegte. "Wenn man die Fernsehbilder sieht, dann muss man zugeben, dass das Foul vor der Strafraumgrenze lag", so Kölns Thomas Broich.

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