Montag, 04.02.2008

Schlaglichter zum 18. Spieltag

Mit Daum in die Steinzeit

München - Die beste 2. Liga aller Zeiten, wie sie gern genannt wird, ist zurück aus der Winterruhe. Schon am ersten Spieltag der Rückrunde ging's hoch her - vor allem in München, Köln und Gladbach. Das und mehr in den Schlaglichtern zum Spieltag...

Köln, Pauli
© Getty

Das mit dem Heimrecht: Ein volles Haus mit fast 60.000 Zuschauern ist toll, nicht aber, wenn das Stadion in Gästehand ist. Außer der Nordkurve und dem Unterrang der Südkurve wimmelte es am Sonntagnachmittag in der Münchener Allianz Arena von Augsburgern. Darüber wird bei den Löwen-Fans übrigens erregter diskutiert als über die 0:3-Derby-Klatsche.

Das mit dem Hausrecht: Nicht nur wenn Augsburg kommt, sind die Löwen die Nummer zwei im eigenen Stadion, sondern immer, denn da ist ja noch der FC Bayern. Die Roten planen schon seit einiger Zeit, einen neuen Rasen in die Arena zu legen, aber das natürlich nicht vor dem Derby in Liga zwei, sondern erst zum Gipfeltreffen in der Bundesliga gegen Werder am kommenden Sonntag.

Das mit dem Thurk: Zwei Tore machte der Ex-Mainzer-Frankfurter bei seinem Debüt für Augsburg. Die Löwen hätten Thurk in der Winterpause auch haben können, unterließen die Kontaktaufnahme aber offenbar abgeschreckt durch 250.000 Euro Ablöse. Stattdessen holten die 60er Chunli Pagenburg von der Nürnberger Ersatzbank für 150.000.

Das mit dem 0:3: Die Löwen verlieren immer 0:3. Die Serie von 0:3-Pleiten ist wirklich beeindruckend. In dieser Saison verloren die Löwen insgesamt vier Mal. Die Serie im Überblick: 0:3 gegen Augsburg, 0:3 gegen Osnabrück, 0:3 gegen Fürth, 0:3 gegen Mainz. In der vergangenen Saison hieß es sogar fünf Mal 0:3. Die Serie im Überblick sparen wir uns.

Das mit der Sonne: Wie gesagt, das Wetter in München war dufte. Genauso dufte war es übrigens in Koblenz und das sehr zum Leidwesen von TuS-Keeper Eilhoff. Eine Ecke von der rechten Seite beförderte Mainz' Subotic per Kopfballaufsetzer Richtung Koblenzer Tor. Die Szene war so harmlos, dass sich bei keinem der 14.053 Augenzeugen im Stadion Oberwerth auch nur die geringste Erregung einstellen wollte, eierte der Ball doch mit höchstens vier Stundenkilometern auf die Hände von Eilhoff zu. Sekundenbruchteile später führte Mainz mit 1:0. Eilhoff hatte den Ball aus unerfindlichen Gründen über seine Fingerspitzen ins eigene Tor ditschen lassen, wie einen Luftballon. Sagen wir aber: Die Sonne war schuld. Oder sagen wir es anders: Wenn ihm die Sonne nicht volle Lotte ins Gesicht gebrannt hätte, hätte er den Ball womöglich gehabt.

Das mit der Logik: Da hier kein Raum für eine tiefgreifende Analyse ist, wollen wir mal folgenden Satz festhalten: Lautern ist schlecht. Dem wird ja wohl niemand widersprechen, denn der FCK hat nur drei von 18 Spielen gewonnen, hat die zweitwenigsten Tore geschossen und steht zu Recht auf einem Abstiegsplatz. In Gladbach am Freitag bahnte sich schon die nächste Pleite an. Gladbach, der souveräne Spitzenreiter der Liga, schoss schon in der ersten Minute ein Tor, und bei Lautern verabschiedete sich einer nach dem anderen mit einer Roten Karte. Am Ende schaffte Lautern in der letzten Minute durch Runström den Ausgleich. Als Sensation wurden sie gefeiert, die tapferen neun Pfälzer Buben. Dabei war das 1:1 nicht sensationell, sondern vollkommen logisch. Zurück zur Ausgangsthese: Lautern ist schlecht. Und weniger schlecht ist...? Na?

Das mit der Steinzeit: Ein Buh geht hiermit nach Köln. Nein, nicht für Karneval und doofe Kappen. Jeder kann schließlich machen, was er will mit seinem Leben. Nein, für das Spiel am Freitag. Da ist schon Ausnahmezustand im Rheinland,  50.000 Jecken im Stadion wie immer und zu Gast sind die Jungs aus dem Freudenhaus der Liga und dann kommt da nix bei rum, außer Fußball aus der Mottenkiste. Und zwar nicht aus irgendeiner Mottenkiste, sondern einer aus einem ganz muffigen Winkel aus einem ganz feuchten, obermuffigen Keller. Schuld war Christoph Daum, der sein Kopfballungeheuer McKenna schon nach 54 Minuten bei 1:0 für Pauli ins Sturmzentrum beorderte und danach nur noch Brechstange spielen ließ. Gästecoach Stanislawski zählte 400 lange Kölner Bälle. Er irrte sich, es waren tausend. Der 1000. führte dann irgendwie zum 1:1 und das war auch noch Abseits. Nochmals Buh.

Das mit dem Thomas: Wie jung und unverbraucht kommt eigentlich Thomas Reichenberger daher? Ist es nicht so, dass man ihn gerne fragen möchte, ob er sich eigentlich schon rasiert? Dabei ist er letzten Oktober 33 geworden. Reichenberger ist derzeit der Knaller der Liga. Er hat acht Tore in den letzten vier Ligaspielen geschossen, 13 insgesamt bei 18 Einsätzen. Er ist der Grund dafür, dass Osnabrück fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat. So ist das.

Oliver Wittenburg

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