Dienstag, 08.01.2008

2. Liga

Rangnick will keine Fans beim Training

Stuttgart - Der frühere Bundesliga-Coach Ralf Rangnick hat sich für eine straffere Organisation des Betriebs im Profifußball und für Training unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesprochen.

Hoffenheim, Training, Rangnick
© Getty

"Bei mir schauen beim Training nur ein paar Rentner und Kinder zu, aber in der ersten Liga müssen Trainer teilweise vor 5.000 Zuschauern eine Übungseinheit leiten, danach mit einem Dutzend Journalisten möglichst noch den Wunsch nach exklusiven Interviews erfüllen", sagte Coach des Zweitligisten 1899 Hoffenheim in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau". Das sei Zeit, die einem Trainer bei seiner eigentlichen Arbeit fehle.

Rangnick, der in der ersten Liga SSV Ulm 1846, VfB Stuttgart, Hannover 96 und Schalke 04 trainierte, versteht nicht, "warum dies nicht besser kanalisiert wird". In England, Italien oder Spanien werde grundsätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert und nur einmal in der Woche gebe es eine Pressekonferenz.

Arsene Wenger, der Coach von Arsenal London, habe dies einmal gut formuliert: "Für die Fans ist das Stadion, für die Mannschaft das Training."

Nähe muss Grenzen haben

Viele große Vereine in Deutschland seien nicht in der Lage, die notwendigen Spielregeln bei den ganzen Hype im Fußball vorzugeben, kritisierte Rangnick. "Was passiert denn, wenn die Spieler eines solchen Clubs vom Training kommen: Sie stehen vor der Wahl, zwei Stunden Autogramme zu schreiben oder sich direkt ins Auto zu setzen und als arrogante Schnösel beschimpft zu werden, weil sie sich nicht ausreichend den Fans widmen."

Zumal die heutigen Anhänger nach den Erfahrungen des 49-Jährigen mindestens drei Autogramme haben wollen und dazu ein Handyfoto. "Die Nähe zu den Fans muss Grenzen haben", forderte Rangnick.


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