2. Bundesliga

Brüchiger Burgfrieden am Betzenberg

SID
Sonntag, 16.12.2007 | 11:56 Uhr
kaiserslautern, 2. bundesliga, fußball
© DPA
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Kaiserslautern - Am Anfang gab es Buh-Rufe für Vorstand und Aufsichtsrat - am Ende stand ein zweifelhafter Schulterschluss zwischen den entlasteten Führungsgremien und den oberflächlich besänftigten Mitgliedern des 1. FC Kaiserslautern.

Die befürchtete Eskalation blieb bei der Jahreshauptversammlung des sportlich wie wirtschaftlich am Abgrund stehenden pfälzischen Zweitligisten aus. Doch der durch geschicktes Taktieren erreichte Burgfrieden am Betzenberg steht auf äußerst brüchigem Boden.

Die für den dramatischen Niedergang des viermaligen deutschen Meisters verantwortlich gemachten Entscheidungsträger atmeten erleichtert auf. "Man hat trotz aller Emotionen gespürt, dass der Verein geschlossen ist", sagte Vorstandssprecher Hans-Artur Bauckhage nach der Entlastung der Führungsgremien, mit der die Handlungsfähigkeit beim pfälzischen Traditionsklub gewährleistet blieb.

Keine Selbstzerfleischung

Der 64-jährige ehemalige rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister hatte mit rhetorischem Geschick großen Anteil daran, dass es nicht zur drohenden Selbstzerfleischung kam. Die Gefahr, dass Investoren angesichts eines "zerrissenen Haufens" abgeschreckt würden, wurde durch Bauckhages Beschreibung dieses Szenarios gebannt.

Nach der prompt erzielten Entlastung präsentierte der Aufsichtsrats-Vorsitzende Dieter Buchholz dem gespaltenen Auditorium zwei potente Sponsoren, die zumindest die finanzielle Talfahrt stoppen sollen.

Zwei potente Sponsoren

Der Hauptsponsor Deutsche Vermögensberatung (DVAG) und Lotto Rheinland-Pfalz würden dafür sorgen, dass nicht nur das bis zum Saisonende durch rückläufige Zuschauerzahlen und TV-Gelder auf rund 2,5 Millionen Euro anwachsende Minus im Etat ausgeglichen wird. Zusammen mit anderen bereits avisierten Geldgebern, für die "die Tür offen steht" (Bauckhage) soll die Eigenkapitallage verbessert und "flexibel auf dem Spielermarkt" gehandelt werden.

Die Belastungen von knapp fünf Millionen Euro jährlich für Miete und Bewirtschaftung des Fritz-Walter-Stadions bleiben jedoch bestehen.

Kommen georgisches Duo?

"Frisches Geld" für Not-Verpflichtungen in der Winterpause ist dringend nötig, um den Forderungen des am Freitag auch offiziell in den Aufsichtsrat gewählten "Retters" Klaus Toppmöller nachzukommen. Der hauptberufliche Nationaltrainer Georgiens, der als ehrenamtlicher sportlicher Leiter das Sagen hat, hat mit dem Ex-Freiburger Levan Zkitischwili und Zurab Menteschaschwili (Skonto Riga) zwei georgische Nationalspieler an der Hand.

"Mein Herz hängt am FCK, und ich werde alles dafür tun, dass er in ein, zwei Jahren wieder in der Bundesliga spielt", sagte der 56-jährige FCK-Rekord-Torschütze. "Das Ganze steht und fällt aber mit dem sportlichen Erfolg", meinte Toppmöller.

Rekdal ruft zur Unterstützung auf

Nach der 2:3-Heimpleite gegen Jena steht die bei der Mitgliederversammlung komplett anwesende Mannschaft inklusive Trainerstab beim 1. FC Köln unter Erfolgsdruck. Ein Vorrücken auf einen Nichtabstiegsplatz würde das schlingernde Schiff vorerst in ruhigeres Fahrwasser bringen.

Der leidgeprüfte Coach Kjetil Rekdal ging bei der Versammlung ans Mikrofon. "Es bringt uns nichts, zu fragen, wer hat Schuld an der Situation. Wir brauchen Hilfe und Unterstützung durch jeden Einzelnen, denn wir können es nur zusammen schaffen", sagte der Norweger.

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