Hintergrund

Alles wieder im Lack

Von Stefan Rommel
Sonntag, 16.09.2007 | 21:12 Uhr
Köln, daum, Koch
© Getty
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München - So schnell hatte man den Reisinger selten zuvor gesehen. Schiedsrichter Gagelmann tänzelte fast elfengleich rückwärts Richtung Mittellinie, der Fürther Stürmer war aber nicht abzuschütteln.

Als er sein Ankunftsziel recht flugs erreicht hatte, begann die große Debatte. Eine Debatte, die es beim Fußball gar nicht geben sollte. Schließlich entscheidet der Unparteiische und sonst niemand.

Keine Frage: Elfmeter

Und eigentlich gab es über diese eine Szene auch mal gar nichts zu diskutieren. Mohamad fährt Fuß aus, Reisinger legt Ball vorbei. Mohamad trifft Reisinger am Knie.

Ein klarer Verstoß gegen Regel 12, Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen. Die Folge wäre ein direkter Freistoß für Fürth gewesen. Und da das Verbrechen mitten im Strafraum begangen wurde, wäre sogar ein Elfmeter zu verteilen gewesen.

Man könnte also von großem Glück für den FC sprechen.

Schluss mit jammern 

Nimmt man jetzt auch noch die nicht geahndete Tätlichkeit aus dem Jena-Spiel hinzu - Antar war der Übeltäter, Schiedsrichter Dr. Fleischer und sein Gespann hatten nichts gesehen - muss man drei Wochen nach der Daum'schen Generalkritik (die natürlich gar keine war) an den Schiedsrichter konstatieren, dass Köln nun wirklich nicht mehr zu jammern braucht.

Nach Daums Algorithmus hätte der FC jetzt wohl vier Punkte weniger auf dem Konto. Jena führte in Köln schon 3:1 und hätte mit einem Mann mehr auf dem Platz in den letzten 20 Minuten wohl kaum noch 3:4 verloren.

Und Fürth wäre mit dem fälligen Elfer dem Siegtreffer beim 0:0 näher gewesen als Köln im ganzen Spiel. Aber was macht Greuther Fürth, dieser vom Schicksal gebeutelte Klub? Nimmt die Entscheidung hin, meckert nicht rum, tadelt sich selbst.

Azzouzi macht den Daum

Kölns Interims-Seitenlinien-Lösung Koch sieht den FC aber immer noch mit einer Fehlentscheidung im Rückstand. Motto: "Oiner geht no." Dazu ist zu sagen: Ist ja gut jetzt. Köln und die Bundesliga sind mindestens quitt.

Das Schlusswort gebührt dem einzigen Fürther, der sich mit der devoten Opferrolle nicht so ganz abfinden wollte. "Wenn wir dazu was sagen, interessiert das keine Sau. Wenn aber Herr Daum so ein Zeug erzählt, dann werden andere Mannschaften benachteiligt", zürnte Manager Rachid Azzouzi.

So ein Mini-Daum steckt doch in jedem von uns.

 

 

 

 

 

 

 

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