Fussball

FIFA-Präsident Infantino: "Mehrheit" für Katar-WM mit 48 Teams

Von SPOX
FIFA-Boss Gianni Infantino will bereits die WM 2022 in Katar mit 48 Mannschaften durchführen.

FIFA-Präsident Gianni Infantino sieht eine "Mehrheit" für seinen Plan, bereits die WM 2022 in Katar mit 48 statt 32 Mannschaften auszutragen. Momentan scheint das aber kaum machbar zu sein.

Die Reise aus der verschneiten Schweiz nach Marokko scheint sich für Gianni Infantino gelohnt zu haben. Beim "Executive Football Summit" in Marrakesch, einer Art Denkfabrik des Fußball-Weltverbands, tagten bis Donnerstagabend mehrere Dutzend Verbände aus aller Welt - und FIFA-Präsident Infantino konnte für seine fragwürdigen Reform- und Expansionspläne fleißig Unterstützer sammeln.

Zum Beispiel sei eine "Mehrheit" für seinen Plan, bereits die WM 2022 in Katar mit 48 statt 32 Mannschaften auszutragen, sagte der Schweizer während der abschließenden Pressekonferenz. Und die WM-Organisatoren des Emirats stünden zumindest der von der FIFA in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie "sehr offen" gegenüber.

WM mit 48 Teams nur mit Hilfe der Nachbarländern umsetzbar

Eigentlich bereitet sich Katar seit der nach wie vor dubiosen Vergabe Ende 2010 auf eine Endrunde mit 32 Mannschaften vor, das Turnier wird vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 stattfinden. "Natürlich wäre es schwierig, eine WM mit 48 Mannschaften allein in Katar auszurichten", sagte Infantino: "Einige Spiele müssten in den Nachbarländern ausgetragen werden."

Mit denen befindet sich der WM-Gastgeber allerdings momentan in einer politischen Krise. Eine von Saudi-Arabien angeführte Allianz mit Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ägypten wirft Katar seit 2017 unter anderem Terrorunterstützung und zu enge Beziehungen zum Iran vor, die diplomatischen Beziehungen mit Doha sind ausgesetzt.

"Wir reden über Fußball, nicht über Politik", sagte Infantino: "Wir werden sehen, was möglich ist." Das Organisationskomitee des WM-Gastgebers hatte erst am Mittwoch betont, dass eine Entscheidung nur zusammen mit Katar gefällt werden könne, nicht von der FIFA alleine. Infantino strebt eine Abstimmung während der nächsten FIFA-Council-Sitzung Mitte März in Miami an.

Interkontinentale WM 2030 - Warum nicht?

Dort will der 48-Jährige zudem seine Reform der Klub-WM sowie die Einführung einer globalen Nations League auf den Weg bringen. Für beide Wettbewerbe liegt dem Schweizer ein milliardenschweres wie weiterhin mysteriöses Angebot vor. Für die Klub-WM favorisiert Infantino ein Modell mit 24 Mannschaften, von denen die Mehrheit aus Europa kommt.

Angesprochen auf die WM 2030 äußerte der FIFA-Präsident, dass nichts gegen eine "interkontinentale" Bewerbung von Spanien, Portugal und Marokko spreche. "Es steht nichts in den Statuten der FIFA, das eine mögliche Kandidatur verbieten würde", sagte er. Was nicht verboten sei, sei erlaubt, ergänzte der Schweizer.

Marokko war zuletzt fünfmal mit einer WM-Bewerbung gescheitert, zuletzt mit der um das Turnier 2026, das mit 48 Teilnehmern in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen werden wird. Spanien war 1982 WM-Gastgeber.

Viele Bewerber für WM 2030

Für die WM 2030 hatten zuletzt auch Griechenland, Bulgarien, Rumänien und Serbien eine gemeinsame Bewerbung angekündigt. Zuvor hatten auch Argentinien, Paraguay und Uruguay ihr Interesse bekundet. Die Südamerikaner hoffen auf einen Bonus, weil in elf Jahren das Jubiläum der ersten WM-Ausgabe 1930 in Uruguay ansteht.

Möglich scheint auch eine gemeinsame Bewerbung von England, Nordirland, Schottland, Wales und Irland. Das würde für die Spanier, Portugiesen und Marokkaner starke Konkurrenz bedeuten, weil zu erwarten ist, dass sich die Verbände innerhalb der UEFA auf die Unterstützung einer Kampagne einigen.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung