Island - Kroatien 1:2: Tapfere Isländer unterliegen Kroatiens B-Elf und scheiden aus

Von Jonas Rütten
Dienstag, 26.06.2018 | 21:53 Uhr
Geschlagen und enttäuscht: Gilfy Sigurdsson und seine Isländer müssen nach der Vorrunde die Heimreise antreten.
© getty
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Trotz einer Leistungssteigerung im letzten Spiel scheitert Island bei seiner der ersten WM-Teilnahme in der Vorrunde. Gegen eine B-Elf von Gruppensieger Kroatien verloren die Nordmänner unverdient mit 1:2 (0:0) und müssen nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

Die Isländer überließen erwartungsgemäß den auf neun Positionen veränderten Kroaten den Ball und agierten mit zwei kompakten Viererketten im Defensivverbund. Bei Ballbesitz sollte es im 4-2-3-1 dann schnell gehen, in der Anfangsphase mangelte es aber deutlich an der Präzision. Weil Kroatien aber auch kaum etwas einfiel, passierte in den ersten 20 Minuten rein gar nichts vor den Toren.

Island kam nach einer halben Stunde etwas besser ins Spiel und verzeichnete durch Sigurdsson den ersten Torschuss des Spiels, Kroatiens Offensive fand im 4-3-2-1 zwischenzeitlich überhaupt nicht statt. Die Kockasti wirkte extrem pomadig und fehleranfällig und hätte sich über einen Rückstand zur Pause nicht beschweren dürfen.

Auch im zweiten Durchgang erwischte Island den besseren Start, doch Kroatien ging mit dem ersten Schuss aufs Tor durch Badelj in Führung (53.). Island antwortete wütend, scheiterte jedoch immer wieder an Kroatiens Ersatzkeeper Kalinic und der Latte. Ein verwandelter Handelfmeter brachte die Nordmänner nochmal zurück ins Geschäft, doch am Ende stand für Strakarnir okkar das Vorrunden-Aus fest.

Die Daten des Spiels Island - Kroatien

Tore: 0:1 Badelj (53.), 1:1 G. Sigurdsson (76./Handelfmeter), 1:2 Perisic (90.)

  • England war 2014 bis dato die letzte Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft, die ihre Startformation auf neun Positionen verändert hat. Damals spielten die Three Lions im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica, ohne noch Chancen auf das Achtelfinale zu haben.
  • Mateo Kovacic brachte in der ersten Halbzeit alle seine 55 Pässe an den Mann (100 Prozent Passquote).
  • Mit dem ersten Schuss überhaupt auf das Tor von Halldorsson ging Kroatien gleich in Führung.

Der Star des Spiels: Mateo Kovacic (Kroatien)

Einer der wenigen Ersatzspieler Kroatiens, die sich nachhaltig für die Startelf im Achtelfinale empfahlen. Bestach durch eine unfassbare Passsicherheit (98,7 Prozent Passquote) und hohen Einsatz. Wenngleich Badelj den Siegtreffer schoss, war Kovacic stärkster und engagiertester Akteur im Dreier-Mittelfeld. Führte mit Abstand die meisten Zweikämpfe (19) und gewann knapp die Hälfte.

Der Flop des Spiels: Birkir Saevarsson (Island)

Spielte eigentlich einen soliden Part auf der rechten Seite, was jedoch auch daran lag, dass er kaum vom schwachen Perisic gefordert wurde. Ihm unterliefen dann aber gleich zwei spielentscheidende Fehler: Vor dem 0:1 missglückte ihm ein Klärungsversuch und anschließend ließ er sich von Pivaric austanzen, der für Badelj auflegte.

Der Schiedsrichter: Antonio Mateu Lahoz (Spanien)

Seine großzügige Zweikampfbewertung bei Finnbogassons Einsteigen gegen Badelj (39.) sorgte ebenso für Diskussionen wie das übersehene Abseits im zweiten Durchgang. Aus beiden Situationen folgten Großchancen für die Isländer, die diese aber nicht nutzen konnten. So blieben seine einzigen fragwürdigen Entscheidungen ohne Konsequenzen. Folgte ansonsten einer klaren Linie und hatte das Spiel sonst zu jedem Zeitpunkt im Griff. Auch der Elfmeterpfiff gegen Lovren war die richtige Entscheidung.

Reaktionen zu Island gegen Kroatien

Heimir Hallgrimsson (Trainer Island): "Ich gratuliere Kroatien, sie spielen beeindruckend. Ich war glücklich mit der ersten Halbzeit. Wir haben selten gegen ein so starkes Team gespielt und so viele Chancen erspielt. Ich bin total stolz auf die Leistung und den Charakter, den die Mannschaft gezeigt hat. Wir haben nie aufgegbeben, wir haben alles gegeben, obwohl wir nicht mehr viel in den Batterien hatten."

Zlatko Dalic (Trainer Kroatien): "Wir haben das getan, was wir tun wollten, wir wollten drei Punkte holen. Island hat sehr viel Charakter gezeigt. Wir haben teilweise Glück gehabt, dass wir nicht noch weitere Gegentore kassiert haben. Wir waren nicht so gut wie in den ersten beiden Spielen. Aber neun Punkte sind eine tolle Ausbeute."

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