Spanien - Marokko 2:2: Gruppensieg! VAR rettet Spanien-Remis in der Nachspielzeit

Von Pascal De Marco
Montag, 25.06.2018 | 22:08 Uhr
Iago Aspas erzielte das Jokertor zum 2:2 in der Nachspielzeit.
© getty
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Spanien hat am letzten Spieltag der Gruppe B den Einzug ins Achtelfinale geschafft. Die Iberer kamen gegen ein mutiges Marokko zwar nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus, der spanische Ausgleichstreffer in letzter Minute reichte aber zum Gruppensieg.

Nur selten unterlaufen den Ballbesitz-orientierten Spaniern leichtsinnige Fehler im Aufbauspiel. Gegen die Marokkaner wurde ein solcher teuer bezahlt. Iniestas und Ramos' Uneinigkeit an der Mittellinie nutzte Boutaib zur frühen Führung. Die Furia Roja erhöhte in der Folge den Druck, hatte im ersten Durchgang knapp 80 Prozent Ballbesitz, spielte sich aber kaum hochkarätige Torchancen heraus.

So kam es zehn Minuten vor Spielende zum Paukenschlag. Nach einem Eckball stieg der eingewechselte En Nesyri hoch und entschied das Kopfballduell mit Ramos eindeutig für sich - 2:1.

Die Spanier mussten also noch einmal bangen, da ein Sieg des Iran im Parallelspiel das Aus bedeuten konnte. Fernando Hierro brachte mit Rodrigo und Iago Aspas zwei neue Offensivkräfte. Und ausgerechnet Aspas brachte den Spaniern mit einem tollen Hackentor den Ausgleich zur Rettung. Der späte Ausgleichstreffer Irans im Parallelspiel gegen Portugal sorgte im Endeffekt sogar dafür, dass Spanien Gruppensieger ist und in der Runde der letzten 16 auf Gastgeber Russland trifft.

Die Daten des Spiels Spanien - Marokko

Tore: 0:1 Boutaib (14.), 1:1 Isco (19.), 1:2 En Nesyri (81.), 2:2 Iago Aspas (90.+1)

  • Auch mit dem vierten Schuss auf sein Tor hat David De Gea bei dieser WM ein Gegentor kassiert. Erst den fünften Torschuss wehrte der Schlussmann von Manchester United ab.
  • Khalid Boutaib erzielte Marokkos erstes WM-Tor seit 1998. Damals traf Salaheddine Bassir zum 3:0 gegen Schottland.
  • Isco war an 12 der letzten 15 Tore Spaniens direkt beteiligt. Real Madrids Mittelfeldspieler erzielte dabei 10 Tore und bereitete 2 vor.
  • Iago Aspas war bei seinen letzten 10 Einwechslungen beim spanischen Nationalteam an 10 Toren beteiligt. Er verbuchte 6 Tore und 4 Assists.

Der Star des Spiels: Isco (Spanien)

Im Geflecht des spielerisch überragenden Mittelfelds ragte Isco gegen Marokko heraus. Immer wieder war er es, der für Überraschungsmomente sorgte und das Tempo erhöhte. Sein Treffer zum 1:1 war lediglich der Abschluss einer tollen Einzelaktion von Iniesta. Doch auch später sorgte Real Madrids Mittelfeldspieler immer wieder für Torgefahr und erzielte sogar beinahe ein Kopfballtor.

Der Flop des Spiels: Sergio Ramos (Spanien)

Dem erfahrenen Abwehrchef der Spanier unterliefen gleich zwei entscheidende Fehler. Erst resultierte ein Abstimmungsproblem mit Iniesta auf Höhe der Mittellinie im ersten Gegentreffer. Kurz vor Schluss verlor er das Kopfballduell vor dem zweiten Gegentor.

Der Schiedsrichter: Ravshan Irmatov (Uzbekistan)

Die Linie des Schiedsrichters war schwer nachzuvollziehen. Die Spanier waren es nämlich, die in den Anfangsminuten durch robuste Tackles Härte in das Spiel brachten. Pique hätte nach seiner beidbeinigen Grätsche gegen Boutaib Gelb sehen müssen. Die Marokkaner erhielten dagegen schon für Kleinigkeiten ein Ticket. Beim Tor von Iago Aspas in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte entschied der Schiedsrichter erst nach Rücksprache mit dem VAR auf Tor.

Die Reaktionen zu Spanien - Marokko

Fernando Hierro (Trainer Spanien): "Wir waren erst Zweiter, dann Erster. Da sieht man, wie eng alles zusammenliegt. Wir wussten, dass uns der Gegner viel abverlangen wird. Man hat gesehen, dass der Videobeweis gut funktioniert hat. Wir dürfen dem Gegner nicht so viele Freiheiten machen, wir müssen uns steigern. Wir wollen dahin kommen, wovon wir träumen."

Herve Renard (Trainer Marokko): "Ich kann mich nur bei den Zuschauern für die Unterstützung bedanken, ein Bravo an das marokkanische Publikum. Die Anzahl der Gelben Karten für uns fanden wir übertrieben. Die Umstände des Ausgleichtreffers waren sehr unglücklich für uns."

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