Fussball

Frankreich - Argentinien 4:3: Messis WM-Traum vorbei! Equipe Tricolore im Viertelfinale

Samstag, 30.06.2018 | 17:53 Uhr
Kylian Mbappe schoss gegen Argentinien einen Doppelpack.
© getty

Frankreich hat seinen Status als großer WM-Favorit unterstrichen und ist ins Viertelfinale eingezogen. Die Equipe Tricolore besiegte Argentinien im Achtelfinale mit 4:3 (1:1) und beendete damit auch Lionel Messis Traum von einem Weltmeister-Titel.

Die Franzosen überließen Argentinien zwar den Ball, waren jedoch die zwingendere Mannschaft, weil sie nach Ballgewinn stark umschalteten und ihre schnellen Spieler - insbesondere Mbappe - gut in Szene setzten.

Bei Argentinien setzte Trainer Sampaoli Agüero, Higuain und Dybala auf die Bank. Messi spielte auf dem Papier die falsche Neun, ließ sich jedoch meist ins Mittelfeld oder in die Halbräume fallen, sodass die Spitze nicht besetzt war. Frankreich schaffte es jedoch mit Matuidi, der vom linken Flügel stark nach hinten mitarbeitete, diese Halbräume für Messi zuzustellen und seinen Wirkungsradius dadurch einzuschränken. Deshalb fehlten der Albiceleste im Spiel nach vorne Mittel.

Dennoch drehten die Argentinier die Partie durch einen sehenswerten Fernschuss von Di Maria und einen Mercado-Treffer nach einer Standardsituation.

Frankreich verlor in dieser Phase jedoch nicht den Kopf und blieb bei seiner Spielidee. Der Doppelschlag durch ein Traumtor von Stuttgarts Pavard und ein haltbares Mbappe-Tor spielte Frankreich in die Karten. In der Folge war der Druck wieder bei Argentinien, sodass die Franzosen wieder Räume für ihre überfallartigen Konter hatten. Einen davon spielten sie zum entscheidenden 4:2 zu Ende. Agüeros Anschlusstreffer kam zu spät.

Die Daten des Spiels Frankreich - Argentinien

Tore: 1:0 Griezmann (13./Foulelfmeter), 1:1 Di Maria (41.), 1:2 Mercado (48.), 2:2 Pavard (57.), 3:2 Mbappe (64.), 4:2 Mbappe (68.), 4:3 Agüero (90.+3)

  • Argentinien hat seit 1966 sieben Elfmeter bei Weltmeisterschaften verschuldet. Nur die Niederlande bekam mehr Strafstöße gegen sich (acht).
  • Angel Di Marias Treffer zum Ausgleich war Frankreichs erstes WM-Gegentor von außerhalb des Strafraum seit 1986 (damals gegen die UdSSR).
  • Kylian Mbappe ist der erste Teenager seit Michael Owen 1998, der mehr als ein Tor bei einer WM erzielt.

Der Star des Spiels: Kylian Mbappe (Frankreich)

Mit seinem Tempo im Umschaltspiel der Franzosen von Beginn an der Schlüsselspieler. Besonders in der Anfangsphase nur durch Fouls zu stoppen. So kam es auch zum Elfmeter. In der zweiten Halbzeit mit seinen beiden Treffern endgültig der Matchwinner.

Der Flop des Spiels: Marcos Rojo (Argentinien)

War mit den schnellen französischen Angreifern völlig überfordert. Verursachte den Foulelfmeter, indem er Mbappe umriss. Später von Griezmann überlaufen. Zur Halbzeit für Fazio ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Alireza Faghani (Iran)

Zeigte eine sehr gute Körpersprache und hatte die Partie gut im Griff. Entschied nach Rojos ungestümem Foul gegen Mbappe zu Recht auf Elfmeter für Frankreich. Korrekt, Tagliafico nach dessen Foul gegen Mbappe nicht vom Platz zu stellen. Der Außenverteidiger war zwar letzter Mann, doch der Franzose hatte sich den Ball zu weit vorgelegt, als dass es eine klare Torchance gewesen wäre. Bei Banegas überhartem Einsteigen gegen Mbappe hätte er auch Rot zeigen können. Genauso hätte er Mercado für dessen Grätsche in der 94. vom Platz stellen müssen.

Reaktionen zu Frankreich gegen Argentinien

Didier Deschamps (Trainer Frankreich): "Ich habe gerade viele Emotionen in mir, ich freue mich sehr für die Spieler. Auf solche Spiele haben wir seit Monaten hingearbeitet. Wir haben die Kritik in der Gruppenphase registriert, aber die Wahrheit liegt auf dem Platz. Da haben wir die Antwort gegeben. Jetzt haben wir sechs Tage Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen."

Jorge Sampaoli (Trainer Argentinien): "Natürlich passieren immer Fehler, aber das ist heute nicht entscheidend gewesen. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die großes Tempo gehen kann. Entscheidend ist zu erkennen, in welchen Bereichen man sich verbessern kann."

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