Fussball

DFB-Team bei der WM 2018: Kader, Nominierung, Tests & Termine der Nationalelf

Im Luschniki Stadion findet das WM-Finale 2018 statt.

Am 14. Juni, also in genau 100 Tagen, beginnt die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Wie schon vor 50 Tagen gibt SPOX einen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Vorlauf des Turniers, gibt eine Prognose zum finalen Kader ab und diskutiert mögliche Aufstellungen.

Außerdem gibt es die wichtigsten News zu den deutschen Gruppengegnern Mexiko, Schweden und Südkorea.

Der Zeitplan bis zur WM

  • 23. März, 20.45 Uhr: Testspiel gegen Spanien (Düsseldorf)
  • 27. März, 20.45 Uhr: Testspiel gegen Brasilien (Berlin)
  • 15. Mai: Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders im Deutschen Fußball-Museum in Dortmund
  • 23. Mai: Beginn Trainingslager in Eppan/Südtirol
  • 2. Juni, 18 Uhr: Testspiel in Klagenfurt gegen Österreich
  • 4. Juni: Meldeschluss für den 23-Mann-Kader bei der Fifa
  • 8. Juni, 19.30 Uhr: Testspiel gegen Saudi-Arabien (Leverkusen)
  • 17. Juni, 17 Uhr: Gruppenspiel gegen Mexiko
  • 23. Juni, 20 Uhr: Gruppenspiel gegen Schweden
  • 27. Juni, 16 Uhr: Gruppenspiel gegen Südkorea

Der WM-Kader

Am 15. Mai, drei Tage nach dem letzten Bundesliga-Spieltag, muss Joachim Löw seinen vorläufigen WM-Kader bekanntgeben. Dem Bundestrainer bleiben also noch genau 70 Tage, um zu entscheiden, welche Akteure er ins Trainingslager mitnimmt. Am 4. Juni muss die endgültige Kaderliste dann der FIFA vorgelegt werden - 20 Feldspieler und drei Torhüter.

Der Konkurrenzkampf um die 23 Plätze ist wie von Löw angekündigt enorm hoch - und er hat sich noch einmal verschärft, weil gleich mehrere Akteure in den letzten Wochen einen starken Formanstieg verzeichnet haben.

Gestiegene WM-Chancen

  • Marco Reus (Borussia Dortmund): Der 28-Jährige hatte die Turniere 2014 und 2016 verpasst, nach seinem Kreuzbandriss war die Frage, ob er bis Mai die Form früherer Tage wiederfinden kann. Vier Bundesligaspiele hat er bisher absolviert, in denen konnte er mit drei Toren glänzen. Darf sich wohl in den Länderspielen gegen Spanien und Brasilien zeigen.
  • Andre Schürrle (Borussia Dortmund): An ihm scheiden sich manchmal die Geister, Löw hält jedoch große Stücke auf ihn. Vor zwei Monaten noch ganz weit vom WM-Kader weg, mittlerweile aber wieder Stammspieler beim BVB und mit stark ansteigender Form. Allerdings ist die Konkurrenz auf der Außenbahn hoch.
  • Ilkay Gündogan (Manchester City): Aus dem Team von Pep Guardiola nicht mehr wegzudenken, stellte mit 174 Pässen gegen Chelsea vor wenigen Tagen einen Premier-League-Rekord auf. Wenn er gesund bleibt, ist er dabei.
  • Mario Gomez (VfB Stuttgart): Hat derzeit die Nase gegenüber Sandro Wagner vorn, weil er Stammspieler ist - und bei den Schwaben seinen Torriecher wiederentdeckt hat: fünf Tore in den letzten fünf Spielen.

Muss aufpassen

  • Timo Werner (RB Leipzig): Derzeit ist Werner wohl sogar noch erste Wahl im Sturm, insofern kein Grund zur Panik. Allerdings steckt der 22-Jährige seit Wochen im Formtief und hat in der Bundesliga schon sechs Spiele nicht mehr getroffen. Sollte die Krise bis zum Saisonende anhalten, gibt es zumindest eine kleine Chance, dass Löw doch auf Müller oder eine falsche Neun im Zentrum umstellt.
  • Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): Löw weiß, was er an Stindl hat. Aber in der Offensive ist der Konkurrenzkampf unglaublich hoch, andere Spieler bringen ein höheres Potenzial mit. Geht Löw mit seinem Kader eher auf Nummer sicher, steigen seine Chancen, weil er eben so solide ist. Aber das ist nicht gesagt.

Für diese Spieler wird es eng

  • Niklas Süle (Bayern München): Bekommt immer noch vergleichsweise viele Einsatzminuten bei den Bayern, aber in den entscheidenden Spielen vertraut Heynckes Hummels und Boateng. Wird bis zum Saisonende Bundesliga spielen, aber wenn er in der Champions League nur auf der Bank sitzt, dürfte er an den vielseitigeren Rüdiger oder Mustafi nicht mehr vorbeiziehen.
  • Sebastian Rudy (Bayern München): Seit Herbst 2016 eigentlich immer im Löw-Kader vertreten, aber bei den Bayern nur noch Ergänzungsspieler. Bleiben die Konkurrenten fit, ist für ihn eigentlich kein Platz.
  • Julian Brandt (Bayer Leverkusen): Zuletzt in der Werkself wieder mit ansteigender Form und auf jeden Fall eine Alternative, aber die Konkurrenz im offensiven Mittelfeld ist unfassbar groß. Gut möglich, dass für ihn, Mario Götze und Andre Schürrle am Ende nur ein Platz bleibt.

Prognose WM-Kader
PositionSpieler
TorManuel Neuer, Marc-Andre ter Stegen, Bernd Leno
AbwehrJoshua Kimmich, Mats Hummels, Jerome Boateng, Antonio Rüdiger, Jonas Hector, Marvin Plattenhardt, Shkodran Mustafi
MittefeldToni Kroos, Mesut Özil, Ilkay Gündogan, Sami Khedira, Emre Can, Thomas Müller, Julian Draxler, Leroy Sane, Marco Reus, Leon Goretzka, Andre Schürrle
SturmMario Gomez, Timo Werner

Erste Ersatzkandidaten: Kevin Trapp, Niklas Süle, Benedikt Höwedes, Mario Götze, Julian Brandt, Lars Stindl, Sandro Wagner

Aufstellungsvarianten

  • 1. Klassische Variante

Löw baut in ihm vertrauten 4-2-3-1 auf bekannte Kräfte: In der Abwehr dominiert der FC Bayern mit vier Akteuren, Jonas Hector gibt den zuverlässigen Mann links in der Viererkette. Kroos und Khedira sind ebenso Veteranen im Mittelfeld wie Müller über rechts und Özil im Zentrum. Links profitiert Draxler vom Confed-Cup-Bonus, vorn ist Werner die einzige Spitze.

Vorteil: Die Achse des Teams hat so schon bei der WM 2014 zusammengespielt. Löw würde auf Experimente verzichten.

Nachteil: Kein sonderlich starkes Flügelspiel: Müller ist kein wirklicher Rechtsaußen, Draxler würde auf links offensiv nicht viel Unterstützung von Hector bekommen. Aus dem Spiel heraus eventuell nicht sehr gefährlich im Kopfballspiel.

  • 2. Offensive Variante

Ein 4-2-3-1, um extrem tief verteidigende Gegner zu knacken. Der Bayern-Block bleibt gleich, allerdings spielt Müller auf seiner Lieblingsposition hinter einer klassischen Spitze. Gomez gibt den Brecher, Müller sucht sich die Räume. Über die Außen kommen mit Reus und Sane extrem schnelle und im Eins-gegen-eins starke Akteure. Weil die Doppelsechs mit spielstarken Akteuren besetzt ist, wird auf den klassischen Zehner verzichtet. In der Viererkette kopiert Plattenhardt - oder auch Philipp Max - auf links die Flankenläufe von Kimmich.

Vorteil: Extrem hohes spielerisches Potenzial, im Mittelfeld können alle fünf Mann den tödlichen Pass spielen oder selbst abschließen. Mit Gomez und Plattenhardt/Kimmich noch gefährlicher bei Flanken.

Nachteil: Anfällig für Konter, im Zentrum fehlt womöglich der Abräumer bzw. das Arbeitstier. Plattenhardt auf diesem hohen Niveau noch sehr unerfahren und bildet mit Sane einen sehr jungen Flügel.

  • 3. Defensive Variante

Löw setzt auf die Dreier-Abwehrkette mit Innenverteidigern - hier könnte man mit Süle statt Rüdiger auch einen kompletten Bayern-Block stellen. Kimmich und Hector fallen bei gegnerischem Ballbesitz zurück und bilden einen Fünferkette. Werner gibt den schnellen Konterstürmer, Müller und Draxler können den Ball halten und physisch dagegenhalten.

Vorteil: Es sollte nicht oft kommt vorkommen, aber wenn Löw wirklich aus einer gestaffelten Abwehr kontern will, wäre dieser Riegel wohl kaum zu knacken. Körperlich sehr starke Elf, mit Gomez statt Werner noch robuster. Für Draxler könnte auch der laufstarke Schürrle spielen. Alternative: Bei Führung könnte Rüdiger für einen Offensivmann ins Spiel kommen, das Team von Vierer- auf Fünferkette umstellen.

Nachteil: Die Löw-Elf würde ein Stück weit ihre spielerische Identität aufgeben. Die Dreierkette wäre nicht eingespielt, außerdem dürfte das Kombinationsspiel nach vorn leiden. In dieser Formation müssten wohl Konter und Standards für Tore herhalten.

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