Löw von "raffiniertem" Stindl begeistert

SID
Freitag, 23.06.2017 | 11:14 Uhr
Lars Stindl trug sich sowohl gegen Australien als auch gegen Chile in die Torschützenliste ein
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Lars Stindl musste lange auf eine Nominierung für die Nationalmannschaft warten. Jetzt führt der 28-Jährige sogar die Torschützenliste beim Confed Cup an.

Lars Stindl musste lange auf eine Nominierung für die Nationalmannschaft warten. Jetzt führt der 28-Jährige sogar die Torschützenliste beim Confed Cup an.

Lars Stindl stutzte einen kurzen Moment, dann lächelte er. "Nein", antwortete Stindl auf die Frage, ob er sich die Trophäe für den besten Torschützen beim Confed Cup schon angeschaut habe. "Da habe ich noch keinen Blick drauf geworfen", versicherte er glaubhaft.

Das sollte der Kapitän von Borussia Mönchengladbach aber vielleicht nachholen. Nach seinem Treffer zum 1:1 (1:1)-Endstand gegen Turnierfavorit Chile führt Stindl die Torjägerliste der Mini-WM mit zwei Treffern an. Dabei ist der 28-Jährige ein Spätberufener. Immer wieder wurde sein Name gehandelt, wenn in den vergangenen Jahren eine Kader-Nominierung anstand. Immer wieder verzichtete Bundestrainer Joachim Löw auf Stindls Berufung.

Stindl mit "unglaublicher Spielintelligenz"

Für den Confed Cup änderte Löw seine Meinung und zeigte sich nach Stindls starkem Auftritt gegen den Südamerikameister in der Kasan-Arena begeistert. "Er ist ein sehr raffinierter Spieler mit unglaublicher Spielintelligenz und guter Orientierung im Raum", lobte Löw seinen Einzelkämpfer im Angriff.

Stindl ging weite Wege, bot seinen Mitspielern immer wieder eine Anspielstation und stand bei der präzisen Hereingabe von Jonas Hector genau richtig (41.). Es habe ganz ordentlich funktioniert, erklärte Stindl bescheiden.

Ein Lautsprecher ist der verheiratete Familienvater nicht. Auf dem Rasen wird der sonst so zurückhaltende Typ aber zum Einpeitscher. Der Offensivspieler ist getrieben von einem unbändigen Siegeswillen, der Eigenschaft, selbst in aussichtslosen Situationen alles herauszuholen.

Stindl immer in der Startelf

In Gladbach hat er sich so zum absoluten Führungsspieler entwickelt, in der Nationalmannschaft darf er trotz der namhaften Konkurrenz sogar ein bisschen Richtung WM 2018 in Russland schielen. "Er hat in der Zeit bei uns absolut überzeugt. Er ist ruhig und selbstsicher, zeigt keine Anzeichen von Nervosität, ist eine sehr gute Persönlichkeit und ein sehr guter Spieler", lobte Löw.

Seit der ersten Nominierung bot der Bundestrainer Stindl daher in allen vier Länderspielen immer in der Startformation auf. Zum Auftakt des Confed Cups traf er mit seinem ersten Länderspieltor beim Erfolg gegen Australien (3:2) zur 1:0-Führung. "Ich kann momentan nicht meckern und bin glücklich, dass ich der Truppe helfen kann."

Vertrag in Gladbach noch bis 2021

Mit dem Thema Nationalmannschaft hatte Stindl fast schon abgeschlossen, ehe doch noch die ersehnte Einladung kam. "Alles, was nach der Saison für mich dazugekommen ist, ist Bonus für mich. Ich habe mich sehr über die Nominierung gefreut", sagte Stindl.

Gedanken um seine Zukunft muss sich der ehemalige Hannoveraner nicht machen. In Gladbach verlängerte er seinen Vertrag bis Juni 2021. In der vergangenen Saison kam er auf elf Tore und sechs Vorlagen. Fünf weitere Treffer kamen in Champions bzw. Europa League hinzu. Zeigt Stindl sich auch in Russland weiterhin treffsicher, sollte er die Trophäe für den erfolgreichsten Torjäger bald mal in Augenschein nehmen.

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