Fussball

Schröder über das Sommermärchen

SID
Montag, 23.01.2017 | 13:44 Uhr
Schröder kann die Unmut über die WMs in Russland und Katar nciht anchvollziehen

Altkanzler Gerhard Schröder sieht die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland rückblickend nicht durch den Skandal um deren Vergabe beschmutzt. Außerdem könne er die Kritik an der Austragung der kommenden Weltmeisterschaften 2018 in Russland und vier Jahre später in Katar nicht nachvollziehen.

Die Diskussion um die WM in Russland sei "eine unsinnige Debatte, sie soll und wird dort stattfinden", sagte Schröder bei einer Pressekonferenz am Montag in Hannover. Der persönliche Freund von Staatspräsident Wladimir Putin wolle sich auch vor Ort Spiele anschauen.

Auch eine Neuvergabe der WM 2022 ist für Schröder kein Thema. "Jetzt muss man doch hoffen, dass die Katarer eine erfolgreiche WM ausrichten", sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende beim Zweitligisten Hannover 96. Alles andere sei "doch Schnee von gestern".

Sommermärchen immer noch ein Märchen

"Das Sommermärchen bleibt ein Sommermärchen und zwar mit außerordentlichen positiven Auswirkungen für das Image Deutschlands in der Welt", sagte Schröder am Montag in Hannover.

In der Affäre "sollte man trennen zwischen dem, was man partiell kritisiert, und dem, was dieses Ereignis insgesamt war", sagte Schröder, der als Regierungschef bei der entscheidenden Abstimmung 2000 in Zürich vor Ort war: "Und da war mehr als die eine oder andere Fehlentscheidung, die aufgedeckt worden ist und aufgedeckt werden musste. Es war halt mehr und dieses Mehr sollte nicht zu gering bewertet werden."

Noch immer ist die Frage aller Frage ungeklärt: Welchem Zweck dienten die 6,7 Millionen Euro, die bei Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam in Katar landeten? Daneben gibt es noch zahlreiche andere Unklarheiten, die weiter von der Frankfurter Staatsanwaltschaft und der Schweizer Bundesanwaltschaft untersucht werden. Dabei wird die Rolle von nahezu aller ehemaligen WM-Bosse um Franz Beckenbauer unter die Lupe genommen.

"Ich habe verstanden, dass die Medien das Zustandekommen kritisiert haben", sagte Schröder: "Aber ich habe nicht verstanden wie man ein unglaubliches Ereignis, das die Rolle Deutschlands in der Welt so was von positiv unterstützt hat, gleich mit in Zweifel ziehen kann."

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