Kontrollierte Queiroz-Offensive

Von Gregor Nentwig
Freitag, 30.05.2014 | 11:15 Uhr
Der Iran fährt als einer der Gruppensieger der Asien-Qualifikation nach Brasilien
© getty

Vom 12. Juni bis 13. Juli 2014 findet im Land des fünfmaligen Weltmeisters Brasilien die 20. Fußball-WM statt. SPOX stellt die 32 Endrunden-Teilnehmer vor. Heute: Iran.

Land: Iran

Einwohner: 76,4 Millionen

Aktive Spieler: 449.644

FIFA-Weltrangliste: 37

WM-Teilnahmen: 3

Größter WM-Erfolg: Vorrunde

Hier geht's zur WM-Gruppe F

Der Star: Ashkan Dejagah. Der 27-Jährige dürfte aus der Bundesliga noch bestens bekannt sein, wo er bei Hertha BSC den Durchbruch schaffte und mit dem VfL Wolfsburg 2009 Deutscher Meister wurde. Seit Sommer 2012 spielt Dejagah beim FC Fulham, mit dem er in dieser Saison als 19. unter Trainer Felix Magath aus der Premier League abstieg. In 22 Spielen stand der Deutsch-Iraner 13 Mal in der Startelf. Ihm gelangen fünf Tore und zwei Vorlagen. Inzwischen winkt wohl wieder eine Rückkehr in die Bundesliga, Ex-Klub ist dem Vernehmen nach interessiert. Vorher will er aber noch mit dem Iran bei der WM für Furore sorgen.

Der Trainer: Carlos Queirozist kein unbeschriebenes Blatt im Weltfußball. Der Portugiese, insgesamt fünf Jahre Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United, war von 2003 bis 2004 Trainer von Real Madrid und von 1991 bis 1993 sowie zwischen 2008 und 2010 Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft, die er zur WM 2010 in Südafrika führte. Große Erfolge feierte der 61-Jährige, der in Mozambik geboren wurde, bisher jedoch nur als U-Trainer. Mit der U17 wurde er 1989 Europameister, mit der U20 im selben Jahr sowie 1991 Weltmeister. Dank der geglückten Qualifikation mit dem Iran ist Queiroz der erste Portugiese, der an zwei Weltmeisterschaften als Trainer teilnimmt.

Der Kapitän: Javad Nekounam ist nach Torwart Rahman Ahmadi der älteste Spieler im Kader von Trainer Carlos Queiroz. Der 33-Jährige ist international erfahren, stand sechs Jahre beim spanischen Erstligisten CA Osasuna (149 Einsätze) unter Vertrag und spielt in Brasilien nach 2006 seine zweite WM. Insgesamt absolvierte er 135 Länderspiele für den Iran und erzielte 37 Tore. Der defensive Mittelfeldspieler verfügt über einen guten Distanzschuss und erinnert in seiner Spielweise an Chelseas Frank Lampard. Mit sechs Toren in der Qualifikation war er bester Schütze seines Teams.

Der Spieler im Fokus: Sardar Azmoun wird in seiner Heimat von den Medien bereits als "iranischer Messi" gefeiert. Der 19-Jährige spielt derzeit für Rubin Kazan in der russischen Premier Liga. In 14 Spielen stand er neun Mal von Beginn an auf dem Platz und erzielte vier Tore sowie drei Vorlagen. Trotz seiner Größe von 1,83 Meter ist er sehr agil. Neben einer guten Technik zeichnet ihn sein Spielwitz aus. Ende März meldete der FC Arsenal offiziell sein Interesse am Iraner an. Auch Milan, Juventus Turin, Liverpool und der FC Barcelona sollen an Azmoun interssiert sein, der in den Jugendmannschaften des Iran als Tormaschine auffiel. Für die iranische U17 traf er in sechs Spielen sieben Mal, für die U20-Nationalmannschaft gelangen ihm 19 Tore in 17 Partien. Mit ebenfalls sieben Toren in sechs Spielen wurde er 2012 Torschützenkönig beim "Commonwealth of Independent States Cup". Die WM ist seine große Bühne.

Die Wunschelf (4-2-3-1): Davari - Heydari, Hosseini, Montazeri, Hajsafi - Teymourian, Nekounam - Azmoun, Shojaei, Dejagah - Goochannejhad

Die Prognose: In Gruppe F sind Argentinien sowie Bosnien-Herzegowina die Favoriten aufs Weiterkommen. Dem Iran, der seine Quali-Gruppe in Asien gewann, wird daher nur der Kampf um Platz 3 gegen Nigeria bleiben. Spannend wird es sein zu sehen, ob die Mannschaft von Carlos Queiroz ihre Defensivstärke beibehalten und ihre Offensivschwäche ablegen können wird. In der Qualifikationsgruppe kassierte der Iran nur zwei Gegentore in acht Spielen, traf selbst aber nur acht Mal.

Iran: Kader, News, Spiele

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