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Pragmatismus gegen den Systemausfall

Dienstag, 01.07.2014 | 05:08 Uhr
Joachim Löw war nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft
© getty
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Das Beste am Spiel gegen Algerien war das Ergebnis. Ist damit eine typisch deutsche Qualität zurück? Das DFB-Team ist bei der WM 2014 weiter auf der Suche nach den richtigen Lösungen. Viel Zeit bleibt Bundestrainer Joachim Löw nicht.

Es spricht für Thomas Müller, dass er sich nicht zu schade war, diese Einlage mitzumachen. Schließlich gab der vierfache Torschütze dieser WM, der in einem Atemzug mit Neymar und Lionel Messi genannt wird, ein unglückliches Bild ab.

Deutschland hatte in den ersten Spielen schon mit der etwas ungewöhnlichen Freistoßvariante überrascht, dass drei Spieler über den Ball laufen, ehe der vierte schießt. Das war bisher ebenso erfolglos wie der Kniefall von Porto Alegre am Montag.

Was im ersten Moment noch nach einem Stolpern von Müller aussah, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als einstudierter Freistoß-Trick. Müller sollte mit seinem Sturz für Verwirrung und einen Moment der Unachtsamkeit sorgen, den Toni Kroos dann zum Lupfer über die Abwehr auf den durchstartenden Müller nutzen wollte.

Eher peinlich als ausgeklügelt

Immerhin wurde mit dieser Szene deutlich, warum die deutsche Nationalmannschaft ihre Trainingseinheiten im Campo Bahia abschottet und Zuschauern und Medien so gut wie keine Einblicke gewährt. Es werden ungewöhnliche Sachen einstudiert.

Das war die gute Nachricht, die dieser Freistoß transportierte. Die schlechte war, und die wog deutlich schwerer: Der Trick funktionierte nicht und wirkte am Ende eher peinlich als ausgeklügelt. Es ist wichtig, bei Standards Gefahr auszustrahlen und Varianten zu haben, aber man muss auch wissen, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, diese einzusetzen.

Die 88. Minute im Achtelfinale gegen Algerien war auf jeden Fall nicht dazu geeignet. Deutschland hatte eine fürchterliche erste Halbzeit gespielt, in der zweiten Hälfte wurde das Spiel besser, aber es funktionierte noch lange nicht alles. Die gute Position zum Freistoß in der Endphase eines K.o.-Spiels wurde leichtfertig verspielt.

Gewollt und nicht gekonnt

Die Ausführung passte zur Aussage dieses Abends: gewollt und nicht gekonnt. Deutschland konnte von Glück reden, dass Manuel Neuer einen herausragenden Tag erwischte und sein Spiel als Libero-Torwart perfekt funktionierte.

Nur Neuer war es zu verdanken, dass Algerien die indiskutable erste halbe Stunde der deutschen Mannschaft nicht zur Führung nutzte. Das DFB-Team offenbarte nicht für möglich gehaltene Schwächen in allen Mannschaftsteilen.

Trotz sieben Spielern des FC Bayern in der Startelf war die Spielkontrolle nicht gegeben. Die eigentlichen Stärken im Pass- und Positionsspiel waren verschüttet. Egal, ob Toni Kroos, Mario Götze oder Mesut Özil, alle standen neben sich.

"In der ersten Hälfte waren wir schlecht und hatten viele Ballverluste. Dadurch haben wir Algerien zu Kontern eingeladen und sind nicht hinter ihre Abwehr gekommen", sagte Bundestrainer Joachim Löw. "Erst danach waren wir besser und hätten das Spiel schon in der regulären Spielzeit entscheiden müssen."

Hausgemachte Probleme

Es stimmt, dass ein Stück Kontrolle ins Spiel zurückkehrte und die Chancen kamen, als Deutschland seine inflationären Abspielfehler abstellte, aber die Frage muss natürlich auch lauten: Wie kann es zu einem kompletten Systemausfall wie zu Beginn kommen?

Natürlich muss man erwähnen, dass Algerien ein gutes Spiel machte und dass im Achtelfinale keine "Karnevalstruppe" (Per Mertesacker) mehr dabei ist. Aber erstens spielte Algerien keineswegs überragend und zweitens waren es Basiselemente, die den Deutschen in dieser Phase abgingen.

Das Erschreckende war ja nicht, dass Deutschland für den Einzug ins Viertelfinale kämpfen musste, sondern dass alle Probleme hausgemacht waren.

Keine Sicherheit vorhanden

Deutschland hat aus dem 4:0-Auftaktsieg gegen Portugal keine dauerhafte Sicherheit ziehen können. Noch immer suchen Spieler und Trainer nach der richtigen Mischung für das neue System und das neu zusammengestellte Personal.

In Ansätzen funktionierten in der Vorrunde in jedem Spiel immer verschiedene Komponenten, jedoch nie alle zusammen. Gegen Algerien funktionierten alle zusammen nicht.

Das Mittelfeld gab die Bälle schnell und einfach her, das Gegenpressing griff nicht, die Viererkette der Innenverteidiger war nicht stabil und hinter dem Schlagwort Flexibilität versteckte sich ein großes Durcheinander.

Deutsche Tugenden zurück?

Löw wird sich auch nach dem dritten Sieg im vierten Spiel wieder mit den Fragen auseinandersetzen müssen, die ihn schon seit Beginn begleiten. Es wird die Tage bis zum Duell mit Frankreich wieder um offensive und defensive Außenverteidiger gehen, um 4-3-3 oder 4-2-3-1 und auch das Personal auf dem Platz so richtig zusammengestellt ist.

So kurz nach Abpfiff wollten aber weder Trainer noch Spieler diese Debatten führen. Ihnen war es wichtiger, die alten deutschen Tugenden ausgespielt zu haben. Der Bundestrainer erkannte einen "Sieg der Willenskraft", Teammanager Oliver Bierhoff meinte, es sei ihm egal, "wenn wir nicht ganz so leichtfüßig spielen, solange wir weiterhin so effektiv sind".

Und Per Mertesacker stellte die entscheidende Frage: "Was wollen Sie? Wollen Sie eine erfolgreiche WM oder sollen wir wieder ausscheiden und haben schön gespielt?"

Ungewohnter Pragmatismus

Es war ein ungewohnter Pragmatismus, den die DFB-Auswahl da zur Schau stellte. Dafür waren weder Löw noch viele seiner Spieler in den letzten Jahren bekannt. Ganz im Gegenteil. In den entscheiden Spielen fehlte oft die Bereitschaft, das schöne Spiel dem Sieg zu opfern. Dabei ist diese Qualität unverzichtbar auf dem Weg zum Titel.

Löws in der Vergangenheit umstrittenes Coaching ließ auch in diesem Spiel Raum für Diskussionen. Er reagierte nicht auf Schwäche seiner Außenverteidiger, erst die Verletzung von Shkodran Mustafi zwang ihn zu einer Umstellung, allerdings in einer Phase, in der Philipp Lahm und Co. gerade das Zentrum in den Griff bekommen hatten.

Endstation Maracana

Nicht nur, weil der gegen Algerien wegen eines Infekts fehlende Mats Hummels gegen Frankreich zurückkehren dürfte, wird Löw seine Aufstellung überdenken müssen. Das Festhalten an den vor der WM entworfenen Strategien hat sich in den letzten Spielen als nicht immer hilfreich herausgestellt.

Vier Tage hat Löw Zeit, um diese Probleme bestmöglich zu lösen und in Rio de Janeiro eine Antwort zu präsentierten. Im Maracana-Stadion will das DFB-Team seine Brasilien-Reise beenden. Aber nicht schon am Freitag, sondern erst am Sonntag in einer Woche - im Finale.

Deutschland - Algerien: Die Statistik zum Spiel

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