Wenn die Defensive zur Offensive wird

Von Ben Barthmann
Samstag, 05.07.2014 | 14:51 Uhr
David Luiz erzielte das 2:0 per Freistoß
© getty
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Deutschland zieht ins Halbfinale der WM ein - schon wieder. Karim Benzema tut alles in seiner Macht stehende dagegen, verzweifelt aber doch. Die Tore machen fast ausschließlich Innenverteidiger.

Halbfinal-Serie: Der Sieg über Frankreich lässt in Deutschland Herzen höher schlagen. Dabei sollte der deutsche Fan es doch eigentlich gewohnt sein, immerhin ist es das vierte Halbfinale in Folge, das die DFB-Elf bei einer WM erreicht.

Siegesserie: Die Herzen höher schlagen lassen die Deutschen dagegen nach einer Führung sicher nicht. Seit der 1:2-Niederlage gegen Bulgarien von 1994 verlor man kein WM-Spiel mehr, in dem man mindestens ein Tor erzielte.

Länderspiel-Serie: Das damit eine unfassbare Serie miteingeht, ist ohnehin klar. Tatsächlich sind die Deutschen seit nunmehr 16 Länderspielen unbesiegt. Länger als jeder andere WM-Teilnehmer, aber das nur nebenbei.

Einsatz-Serie: (Fast) immer mit dabei ist Miroslav Klose. Dieser bestritt gegen Frankreich sein 22. Weltmeisterschaftsspiel und ist damit nur noch ein einziges Spiel hinter Paolo Maldini. Um Lothar Matthäus (25) einzuholen, müsste er aber auch nochmal nach Russland fahren. Warum eigentlich nicht?

Torschuss-Serie: Den schnellen Abschluss suchen ist eine Vorgabe, die der Trainer gerne macht, wenn es nicht läuft. Karim Benzema ist wohl der Lieblingsschüler von Didier Deschamps. 28 Ballkontakte waren es in 90 Minuten und damit die wenigsten überhaupt, trotzdem haute er sieben Dinger aufs Tor - natürlich Topwert.

Verteidiger-Serie: Getroffen haben dennoch nicht die Stürmer. Abgesehen von James Rodriguez, der per Elfmeter den Anschluss erzielte, trafen am gestrigen Tag nur Innenverteidiger. Mats Hummels für Deutschland sowie Thiago Silva und David Luiz für Brasilien.

Heimspiel-Serie: Letzterer wandert derweil ganz nebenbei auf den Spuren von Ronaldinho. Dieser war der letzte Brasilianer gewesen, dem ein direkter Freistoßtreffer gelungen war. Das war 2002. Das gleiche Jahr übrigens, in dem die Selecao die letzte Niederlage auf eigenem Boden hinnehmen musste. Damals mit 0:1 gegen Paraguay.

Foul-Serie: Sonderlich brasilianisch war das Spiel dennoch nicht. Hacke, Spitze, Eins-Zwei-Drei gab es nur situativ, wie der Fußball-Experte sagen würde. Dafür umso mehr taktische Fouls und kleineres, wie größeres Geholze. 54 Fouls sind nicht nur Höchstwert dieser WM, sondern auch nur knapp hinter dem Bestwert von 55 Regelwidrigkeiten zwischen Argentinien und Deutschland 2006.

Die WM 2014 im Überblick

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