"Mister X" wieder frei

SID
Dienstag, 08.07.2014 | 18:42 Uhr
Die brasiianische Polizei hat den Kopf der Schwarzmarkthändler verhaftet
© getty
Advertisement
Serie A
Live
Inter Mailand -
Udinese
FIFA Club World Cup
Live
Al Jazira -
Pachuca
Premier League
Live
Arsenal -
Newcastle
Championship
Live
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
FIFA Club World Cup
Real Madrid -
Gremio
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston

Die illegal verkauften Tickets aus Exklusivpaketen kamen wohl direkt vom FIFA-Dienstleister Match. Mit der vorläufigen Festnahme eines Geschäftsführers zieht die Polizei die Schlinge gegen die Bande weiter zu. Am Dienstag kam der Hauptverdächtige aber wieder auf freien Fuß.

Die Nacht wurde lang auf dem 18. Polizeirevier an der Praça da Bandeira unweit des Maracanã-Stadions. Nicht in Handschellen, aber mit der Aura eines kriminellen Übeltäters musste sich Ray Whelan, der angebliche "Mister X", quälend langsam seinen Weg durch Mikrofone und Kameras bahnen. Auf den Hauptverdächtigen im Skandal um illegal verkaufter WM-Tickets warteten stundenlange Verhöre.

Am Dienstagmorgen wurde der leitende Angestellte der Match Services AG, in Sachen WM-Kartenverkauf alleiniger Dienstleister des Fußball-Weltverbandes FIFA, wieder auf freien Fuß gesetzt. In einer Presseerklärung beteuerte Match, dass Whelan unschuldig sei.

"Keine voreiligen Schlüsse"

Man sei der Überzeugung, dass die weiteren Untersuchungen zur Entlastung des Exekutiv-Direktors führen würden, teilte Match mit. Bis dahin werden Whelan und sein Mitarbeiterstab die Arbeit bei der WM wieder aufnehmen. Natürlich werde Match die Polizei-Ermittlungen vollumfänglich unterstützen und das in ihrer Macht stehende tun, um für eine Aufklärung der Affäre zu sorgen.

Auf die Frage, ob Whelan eventuell die Akkreditierung vonseiten des Weltverbandes entzogen werde, sagte FIFA-Sprecherin Delia Fischer am Dienstag: "Wir müssen erst alles wissen, bevor wir Entscheidungen treffen. Wir werden uns mit Match zusammensetzen, es dürfen keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. Es gibt keine Bestätigung für die Anschuldigungen, wir brauchen Beweise."

Haftstrafe von zwei bis vier Jahren

Für Kommissar Fabio Barucke, der die "Operation Jules Rimet" gegen die Ticketmafia längst zu seinem Kind gemacht hat, ist Whelan indes ein "Facilitador". Also einer, der für die am 1. Juni hochgenommene Bande Zugang und Verkauf der Karten aus speziellen Kontingenten "erleichterte".

"Ray ist nicht der Chef", stellte der Polizeibeamte aber auch klar und versprach: "Wir setzen die Suche nach anderen am Betrugs-Coup Beteiligten fort." Sieben weitere Verdächtige stünden noch auf der Liste. "Die FIFA wird die laufenden Ermittlungen in vollem Umfang weiter unterstützen", ließ der Weltverband in einer Erklärung dazu wissen.

Whelan, dem auf der Polizeistation gleich zwei Anwälte zu Hilfe eilten, wird der Verstoß gegen Artikel 41-G des "Estatuto do Torcedor", des Verbraucherschutzgesetzes für Fußballfans, vorgeworfen: Verteilung von Eintrittskarten, die zu einem höheren als den aufgedruckten Preis verkauft werden. Eine Haftstrafe von zwei bis vier Jahren droht. Und auch noch mehr, falls ein Richter die Anschuldigung der Bildung einer kriminellen Vereinigung anerkennt.

694 Tickets für 1,8 Millionen Euro

Barucke kam über Mohamadou Lamine Fofana, nun doch erst einmal als Bandenkopf gehandelt, zu Whelan. Der Franko-Algerier war mit zehn weiteren Verdächtigen in der Vorwoche festgenommen worden - im Besitz von 131 gültigen WM-Tickets. Laut FIFA-Marketing-Direktor Thierry Weil gehören 70 zum Hospitality-Bereich, 60 zum normalen Kartenkontingent für Fans und eines dem Kontingent des brasilianischen Verbandes CBF an.

In einer Pressemitteilung hatte FIFA-Hospitality-Partner Match am Montag bekannt gegeben, dass auf 61 der beschlagnahmten Tickets die Namen von drei Firmen aufgetaucht seien, die insgesamt 694 Karten im Wert von 1,8 Millionen Euro gekauft hatten. Neben den Karten von Reliance Industries Limited (59), Jet Set Sports und Pamodzi Sports (je eine) habe Fofana über seine Firma Atlanta Sportif Management auch noch 105 Pakete im Wert von rund 90.000 Euro in der Hand gehabt.

Angesichts der kalkulierten Einnahmen eher "Peanuts". So zeigte die Report-Sendung "Fantástico" auf Globo TV am Sonntag eine Kladde, in der die Ticketverkäufe mit Summen festgehalten worden waren. Demnach setzte Fofana in der Vorrunde 112 Karten für umgerechnet rund 303.000 Euro um. Für das Finale besaß er 25 VIP-Karten, die ihm einen Stückpreis von 17.000 Euro einbringen sollten.

Reisepass einkassiert

In Fofanas Handy-Kontaktliste fand die Polizei einen "Ray Brasil". 900 Anrufe gingen in den letzten Wochen zu diesem Namen raus. Auf abgehörten Telefonaten verhandelten die beiden laut Barucke über WM-Tickets. Am Montag um 15.40 Uhr Ortszeit standen zehn Beamte vor dem Hotelzimmer 514 im mondänen Copacabana Palace, wo die FIFA-Oberen residieren. Die Schlinge um Whelan, der seit zwei Jahren seinen Wohnsitz in Rio hat, wurde zugezogen.

In der Hotelsuite des 64 Jahre alten Engländers, dessen Kinder Paul und Ellen auch im Match-Firmenkonstrukt arbeiten, lagen noch weitere 82 WM-Karten. Computer und Handy wurden als Beweismaterial ebenfalls sichergestellt, sein Reisepass wurde vorübergehend einkassiert.

Die WM im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung