Löw überrascht Lahm und Neuer

"Mustafi sagt mir nicht viel"

SID
Sonntag, 02.03.2014 | 13:24 Uhr
Joachim Löw überrrascht seine Spieler mit den Nominierungen
© getty
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Mit der Nominierung von vier Neulingen hat Bundestrainer Joachim Löw sogar seine Stars überrascht. Die Nationalmannschaft traf sich vor dem Auftakt ins WM-Jahr in Stuttgart.

Sogar Philipp Lahm musste sich am Sonntag beim Treffpunkt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Stuttgart erst einmal neu orientieren. Denn mit der Nominierung von vier Neulingen gut drei Monate vor WM-Beginn hat Bundestrainer Joachim Löw selbst seinen Kapitän völlig überrascht. Shkodran Mustafi von Sampdoria Genua? "Der sagt mir nicht viel. Italienische Liga schaue ich nicht so oft", gab der 104-malige Nationalspieler vor dem Länderspiel am Mittwoch gegen Chile zu.

Neben Mustafi (21) empfing Löw im noblen Hotel Le Méridien in seinem 21-köpfigen Kader erstmals auch Matthias Ginter (20) vom SC Freiburg, Pierre-Michel Lassoga (22/Hamburger SV) und André Hahn (23) vom FC Augsburg. Mit denen hatte Lahm weniger Schwierigkeiten, sie kennt er zumindest vom Sehen her aus der Bundesliga.

Wenige können sich sicher sein

Der DFB-Coach setzte mit der Berufung des Premieren-Quartetts vor dem Auftakt ins WM-Jahr noch einmal ein deutliches Zeichen an die Etablierten. "Es fallen einige Spieler aus, einige haben noch nicht den Rhythmus, das hat jeder zu akzeptieren", kommentierte Lahm die außergewöhnliche Maßnahme trocken.

Auch Nationaltorwart Manuel Neuer hatte zunächst leichte Probleme, Abwehrspieler Mustafi einzuordnen. "Das ist nicht mein Jahrgang", scherzte der Torwart von Bayern München, "aber ich bin sehr neugierig. Für den Trainer ist es eine Option, festzustellen, ob der eine oder andere für uns etwas ist."

Einziger Test vor der WM-Nominierung

Genau dies ist das Ziel von Löw beim einzigen Test vor der Nominierung seines Kaders für die Weltmeisterschaft in Brasilien (12. Juni bis 13. Juli). Mitte Mai wird er sein Aufgebot benennen. Noch hat er etliche Baustellen offen, weshalb sich Mustafi und Co. durchaus Chancen ausrechnen dürfen, noch auf den WM-Zug aufzuspringen.

"Mit Blick auf die WM dürfen und werden wir keine Kompromisse eingehen. Wir müssen nun alles dem Erfolg unterordnen. Wir haben jetzt die Möglichkeit, zu agieren und an Lösungen und Alternativen für den Ernstfall zu arbeiten", unterstrich Löw. Vor dem Spiel gegen die Südamerikaner stehen ihm noch zwei Trainingseinheiten am Montag und Dienstag zur Verfügung, um sich einen Eindruck von seinen Neulingen zu verschaffen.

Klose, Poldi und Schweini wieder dabei

Die kamen am Sonntag mit großer Vorfreude nach Stuttgart. Hahn ("Das ist ein Traum") reiste per ICE mit den Stars von Bayern München an, um dann "alles aufzusaugen und mich reinzuhängen", sagte der Stürmer. Ob er am Mittwoch auch zum Einsatz kommt, ist ihm fast schon egal: "Ich stelle keine Ansprüche. Ich bin froh, mit solchen Weltklassespielern zu trainieren und Erfahrung zu sammeln." Schon beim Anruf von Assistent Hansi Flick habe er "am ganzen Körper gezittert". Mustafi sprach von einem "unglaublichen Gefühl".

Nach unterschiedlich langen Pausen kehrten indes auch Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern, der Dortmunder Kevin Großkreutz, Routinier Miroslav Klose (Lazio Rom) und Lukas Podolski (FC Arsenal) ins Nationalteam zurück. Die längste Zeit ohne Einsatz in der DFB-Auswahl liegt hinter Großkreutz, der zuletzt am 9. Februar 2011 beim 1:1 in Dortmund für die A-Mannschaft spielte.

Auch Schweinsteiger hat nach diversen Verletzungen eine längere Durststrecke im DFB-Team hinter sich. In den 14 Test-Länderspielen seit dem 3:2 gegen Brasilien am 10. August 2011 in Stuttgart hatte der 29-Jährige gefehlt. Insgesamt absolvierte er seitdem nur zwölf von 30 möglichen Länderspielen.

Der DFB-Kader in der Übersicht

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