Dienstag, 17.12.2013

Brasilianische Regierung sieht Arbeitsschutzlinien derweilen gewahrt

Arbeiter in Manaus schmeißen hin

Nach den zwei Todesfällen beim Bau der Arena Amazonia in Manaus haben die brasilianischen Arbeiter die Arbeit niedergelegt: Sie fordern bessere Sicherheitsbedingungen. Währenddessen sieht der brasilianische Regierung die Arbeitsschutzlinien als gewährleistet und sieht keinen Zusammenhang zu den Todesfällen.

Beim Bau der Arena Amazonia sind zwei Leute ums Leben gekommen
© getty
Beim Bau der Arena Amazonia sind zwei Leute ums Leben gekommen

Die Gewerkschaft der Bauleute bemängelte gegenüber der brasilianischen Newsseite "G1", dass die Bedingungen viel zu gefährlich seien. "Die Sicherheitsstufe am Gebäude ist gleich Null, und werden konstant unter Druck gesetzt, weiterzuarbeiten", zitiert "G1" einen Arbeiter.

Die Staatsanwaltschaft hat überdies einen Baustopp gefordert. Die zuständige Firma solle zunächst einen ausführlichen Bericht über die Sicherheitsbedingungen vorlegen: "Wir können der Dringlichkeit, den Bau für die WM 2014 fertigzustellen, nicht auf Kosten von Menschenleben und der Gesundheit der Arbeiter Vorrang gewähren."

Ein Arbeiter war aus großer Höhe gestürzt, ein zweiter erlag kurze Zeit später einem Herzinfarkt. Daraufhin war die Arbeit per Gerichtsentscheid eingeschränkt worden.Wann die Arbeiten weitergehen werden, ist damit unklar. Sechs der zwölf Stadien konnten ihren Zeitplan bisher nicht einhalten.

Regierung sieht keinen Zusammenhang

Die Brasilianische Regierung hat derweilen erklärt, dass sie die Arbeitschutzlinien beim Bau der Stadien für 2014 als gewahrt ansieht und daher keinen Zusammenhang zwischen den jüngsten Todesopfern in Manus sieht.

"Nach dem Ende der Militärdiktatur und dem folgenden Demokratisierungsprozess wurden die Arbeitsschutzrichtlinien durch die Gewerkschaften in Brasilien deutlich verbessert. Mögliche Zuwiderhandlungen werden bestraft", sagte der stellvertretende brasilianische Sportminister Luis Fernandes am Dienstag in São Paulo vor Journalisten.

Fernandes sieht keinen Zusammenhang mit dem Todesopfer bei den Stadionarbeiten in Manaus vom Samstag, als ein Arbeiter aus 35 Metern Höhe vom Dach der Arena gestürzt war. "Jeder tödliche Unfall bedeutet eine Tragödie, aber ich bin davon überzeugt, dass die eingeführten Arbeitsrichtlinien eingehalten wurden", sagte Fernandes.

Ron DelMont, geschäftsführender Direktor des WM-Büros des Weltverbandes FIFA in Brasilien, ergänzte: "In keinster Weise wurden die Anforderungen bei der Sicherheit heruntergeschraubt."

Verantwortlich glauben an rechtzeitige Fertigstellung

DelMont gab trotz des Zeitverzugs bei einigen der zwölf Stadien für die WM-Endrunde seiner Überzeugung Ausdruck, dass die Arenen rechtzeitig fertiggestellt sein werden: "Nun beginnt die Detailarbeit - und die vielleicht größte Herausforderung."

Die WM im kommenden Jahr und die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro sorgen laut Fernandes für eine neue Qualität im 200-Millionen-Einwohner-Land.

"Diese beiden Ereignisse führen den Sport in unserem Land auf ein neues Niveau. Die Sorge, die WM könnte die Olympischen Spiele überlagern, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr sehe ich die Möglichkeit, dass die Sommerspiele sogar von der WM profitieren werden, nicht nur, weil vier WM-Stadien auch 2016 genutzt werden", betonte der stellvertretende Sportminister.

Fernandes nahm auch zur Erwartungshaltung in Brasilien in Bezug auf die Seleçao Stellung. "Das Scheitern 1950 bei der letzten Heim-WM gegen Uruguay ist wie ein Trauma für das ganze Land. Wenn es um die Weltmeisterschaft in Brasilien geht, dann gibt es für uns nur eines: Wir müssen gewinnen und zum sechsten Mal Weltmeister werden. Das könnte das größte Erbe für Brasilien sein."

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