Alarmstufe Rot

Samstag, 16.11.2013 | 16:01 Uhr
Frankreich droht nach dem blamablen 0:2 in der Ukraine die WM zu verpassen
© getty
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Les Bleus "k.o.", "am Abgrund" und "unfähig" - Nach dem 0:2 gegen die Ukraine in Kiew ließ die französische Presse kein gutes Haar an ihrer Nationalmannschaft. Das Ticket für die WM 2014 in Brasilien ist in weite Ferne gerückt, erstmals seit 20 Jahren droht der Weltmeister von 1998 den Titelkampf zu verpassen. Der Ukraine hingegen winkt die zweite WM-Teilnahme nach 2006. SPOX zeigt das Rückspiel am Dienstag, 20.45 Uhr, im LIVE-STREAM FOR FREE.

Es war ein erschreckender Auftritt der Mannschaft von Didier Deschamps, "zum Weinen traurig" befand "Le Parisien". "Alarmstufe Rot" titelte "L'Equipe". "Wer Angst hat, gewinnt nicht!", hieß es in "Le Courrier". Und "L'Express" urteilte: "Das war noch nicht die Eliminierung, aber es sah aus wie eine".

Harmlos und umständlich in der Offensive

Tatsächlich gab es in Kiew wenige Szenen, in denen die Franzosen ihren Fans Hoffnung auf das WM-Ticket machten. Einfallslos und umständlich in der Offensive, bedacht auf Spielkontrolle durch viel Ballbesitz, so präsentierte sich die Elf von Didier Deschamps. "Les Bleus haben alles verdorben, harmlos vorne, zerbrechlich hinten, unfähig, den Anforderungen des Spiels zu entsprechen", urteilte "L'Equipe".

Die Ukraine hingegen stand sicher und lauerte auf Konter. Zwei gute Möglichkeiten in der ersten Hälfte ließen die Gastgeber noch aus. Doch ermutigt von einem Torschuss-Verhältnis von 5:1 zur Pause übte die Fomenko-Elf anschließend mehr Druck aus.

"Ribery gefangen genommen"

Zudem gelang es ihnen, Franck Ribery gänzlich aus dem Spiel zu nehmen. "Ribery wurde gefangen genommen", brachte es "France Football" auf den Punkt. Das Spiel bewies, so "L'Equipe", dass Deschamps bis auf Ribery keinen Spieler von großer internationaler Klasse habe. Zu häufig stand der Bayern-Star allein gegen die zunehmend aggressive Verteidigung des Gegners.

Deschamps nahm ihn in Schutz: "Es gab wenige Eins-zu-Eins-Situationen, Ribery wurde fast immer gedoppelt. Sie haben sehr aggressiv gegen ihn gespielt, viele Fouls begangen und die Räume eng gemacht."

Mehr Aggressivität, mehr Leidenschaft

Den Ukrainern genügten Präsenz und leidenschaftlicher Einsatz sowie ein paar Nickligkeiten, um das Kombinationsspiel der technisch versierteren Franzosen zu verhindern. Die Gäste wiederum wurden nach dem Rückstand durch Roman Zozulya (61.) immer hektischer, rannten zumeist kopflos an.

Zu allem Überfluss verlor Laurent Koscielny in der Nachspielzeit die Nerven, als er den Torschützen im Strafraum fällte. Andriy Yarmolenko verwandelte den fälligen Elfmeter zum 2:0-Endstand. "Talent allein reicht nicht, man braucht auch physische Präsenz", belehrte Karim Benzema im Anschluss seine Kollegen.

Trotzige Durchhalteparolen

Der Real-Stürmer, erst in der 70. Minute eingewechselt, war einer der wenigen Spieler, die sich nach der Blamage den Medien stellten. Weder Frank Ribery noch Sündenbock Koscielny, Patrice Evra, Eric Abidal oder Olivier Giroud waren bereit sich zu äußern. Stattdessen drangen aus dem Lager der Franzosen trotzige Durchhalteparolen à la "bisher ist noch nichts entschieden" nach draußen.

"Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, aber wir sind in der Lage, die Situation im Stade de France umzudrehen", gab Keeper Hugo Lloris zu Protokoll. Und Mathieu Valbuena fügte hinzu: "Wir dürfen jetzt nicht den Kopf hängen lassen."

"Ein Wunder muss her"

Es bedarf eines "Kunststücks", "ein Wunder muss her", um sich zu qualifizieren, befand "L'Aujourd'hui". Für das Wunder von Paris müssen im Rückspiel (Dienstag, 20.45 Uhr im LIVE-STREAM) mindestens drei Treffer her.

Wollen sie den Glauben an dieses Wunder nicht verlieren, sollten sich die Franzosen davor hüten, die Statistiken zu bemühen. Während Deschamps' Offensive zwischen März und September in fünf Spielen ohne einzigen Treffer blieb, hat die Ukraine seit sechs Pflichtspielen keinen Gegentreffer mehr kassiert.

Was bleibt, ist das Prinzip Hoffnung. Lloris beharrt: "Schließlich kann die Ukraine kaum besser spielen als am Freitag."

Die WM-Playoffs in Europa

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