WM-Qualifikation Südamerika

Ein zweites Gijon in Santiago?

Von Marco Heibel
Montag, 14.10.2013 | 19:20 Uhr
Falcao und Kolumbien sind schon sicher für die WM 2014 qualifiziert
© getty
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Vor dem 18. und letzten Spieltag der WM-Qualifikation in Südamerika sind die meisten Entscheidungen bereits gefallen. Argentinien und Kolumbien sind durch, Uruguay hat den Playoff-Platz bereits sicher. Mehr ist nur drin, wenn sich Chile und Ecuador im direkten Duell nicht auf ein Unentschieden "einigen". Venezuela hat bereits alle Spiele absolviert und besitzt wie drei weitere Nationen keine Chance mehr.

Uruguay - Argentinien (Mittwoch, 2.30 Uhr)

In Montevideo steigt der Klassiker zwischen den beiden Ex-Weltmeistern. Argentinien hat bereits im September das Ticket für Brasilien gelöst, steht als Sieger der CONMEBOL-Qualifikation fest und kann locker aufspielen. Uruguay ist vom fünften Rang, der die Qualifikation für das Playoff gegen den Asien-Fünften Jordanien bedeutet, nicht mehr zu verdrängen.

Die Celeste hat sogar noch minimale Chancen auf die direkte Qualifikation. Voraussetzung wäre ein hoher Sieg gegen die Gauchos, um entweder Ecuador (drei Punkte und sechs Tore besser) oder Chile (drei Punkte und vier Tore besser) noch von einem der ersten vier Ränge zu stoßen. Das würde allerdings nur gelingen, wenn es im direkten Duell der beiden einen Verlierer gibt.

Uruguays Kapitän Diego Lugano geht allerdings nicht davon aus, dass die Mannschaft einen notwendigen hohen Sieg gegen die Argentinier schaffen kann - auch wenn der Gast unter anderem auf Lionel Messi und Gonzalo Higuain verzichten muss: "Natürlich können wir rechnerisch noch Vierter werden, aber das große Ziel muss lauten, sich jetzt schon auf das Duell mit Jordanien einzustimmen."

Chile - Ecuador (Mittwoch, 2.30 Uhr)

Das Spiel zwischen Chile und Ecuador wird zeitgleich zu Uruguay - Argentinien angepfiffen. Doch selbst wenn die Urus wider Erwarten die Albiceleste demontieren, müssen die Protagonisten in Santiago de Chile nicht zwangsläufig in Panik verfallen: Ein Unentschieden im direkten Duell würde nämlich sowohl Chile als auch Ecuador definitiv nach Brasilien bringen.

Chiles Gary Medel gelobt allerdings, dass es keinen Nichtangriffspakt geben wird: "Es wird 90 Minuten um Leben und Tod gehen. Wir wollen den letzten Schritt gehen und spielen auf drei Punkte. Wir spielen nicht auf Unentschieden."

Immerhin haben die Chilenen Grund zur Wiedergutmachung: Am Freitag führten sie in Kolumbien nach 69 Minuten mit 3:0 und schienen bereits auf dem Weg an den Zuckerhut, ehe Falcao und Co. noch ausglichen und damit ihrerseits die Qualifikation fix machten.

Paraguay - Kolumbien (Mittwoch, 2.30 Uhr)

In Asuncion dürfte sich die Spannung in Grenzen halten. Paraguay hat in einer extrem schwachen Qualifikation gerade einmal zwölf Punkte aus 15 Spielen geholt und wird erstmals seit 1994 bei einer WM-Endrunde fehlen. Das Team um den früheren Bundesliga-Star Roque Santa Cruz befindet sich bereits seit Sommer im Neuaufbau. Gegen Kolumbien dürfte Coach Viktor Genes wieder einiges ausprobieren.

Die Kolumbianer haben am Freitag durch ihre Drei-Tore-Aufholjagd beim 3:3 gegen Chile das Ticket gelöst und werden erstmals seit 16 Jahren wieder im Konzert der Großen mitmischen. In welchem Maße die Spannung bei den Cafeteros nachgelassen hat, lässt sich nur mutmaßen. Torjäger Radamel Falcao von AS Monaco und der Fiorentina-Star Juan Cuadrado haben bereits die Heimreise zu ihren Klubs angetreten. Gut möglich, dass Trainer Jose Pekerman in Paraguay weitere Veränderungen vornimmt.

Peru - Bolivien (Mittwoch, 4.15 Uhr)

In Lima kommt es beim Spiel Peru gegen Bolivien zum Duell zweier Verlierer. Die beiden Länder sind ihrer Außenseiterrolle gerecht geworden und hatten frühzeitig nichts mehr mit dem Kampf um die WM-Tickets zu tun. Bolivien hat damit zum fünften Mal in Folge die Qualifikation verpasst, Peru gar zum achten Mal in Serie.

Bei der Partie geht es nur noch ums Prestige. Bolivien könnte mit einem Sieg mit zwei Toren Vorsprung die Peruaner hinter sich lassen und würde die rote Laterne noch abgeben. Für Perus Sturmführer Claudio Pizarro könnte das Spiel zudem die Abschlussvorstellung im Nationaldress sein. Bei der nächsten Copa America 2015 in Chile wäre er bereits 37 Jahre alt.

Die Qualifikation in Südamerika

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