WM-Qualifikation, Europa

Ein Tanker namens Romelu

SID
Samstag, 12.10.2013 | 00:11 Uhr
Romelu Lukaku traf doppelt für das belgische Team
© getty
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Belgien sichert sich mit einem Sieg in Kroatien das WM-Ticket. England demontiert Verfolger Montenegro. Bosnien-Herzegowina feiert den nächsten Sieg. Österreichs Traum ist ausgeträumt. Spanien hat gegenüber Frankreich die Nase vorn. Portugal schenkt Russland das WM-Ticket.

Gruppe A

Kroatien - Belgien 1:2 (0:2)

Tore: 0:1,0:2 Lukaku (15./37.), 1:2 Kranjcar (83.)

Lediglich einen Punkt brauchten die bisher ungeschlagenen Belgier beim Gastspiel in Zagreb, um das WM-Ticket für Brasilien endgültig zu buchen. Dementsprechend gemächlich gingen die "Roten Teufel" das Spiel an. Der erste Abschluss des Spiels gehörte dem Wolfsburger Ivan Perisic, dessen Schuss den Kasten der Belgier aber um gut zwei Meter verfehlte (2.). Ein kapitaler Fehlpass von Perisic eröffnete den Gästen die erste Chance. Steven Defour reagierte schnell und schickte Romelu Lukaku auf die Reise. Der Profi von Everton blieb vor Stipe Pletikosa cool, umlief den Keeper und schob zur belgischen Führung ein (15.).

Kroatien bemühte sich in der Folge, aber die klaren Chancen hatten weiter die Belgier. Marouane Fellaini scheiterte per Kopf aus kurzer Entfernung am glänzend reagierenden Pletikosa (29.). Besser machte es wenige Minuten später erneut Lukaku. Nach einem feinen Konter, resultierend aus einem Freistoß der Gastgeber, lief er Mateo Kovacic auf und davon und überwand Pletikosa mit ein wenig Glück (38.).

Kroatien kam mit Wut im Bauch aus der Pause. Der eingewechselte Nikola Kalinic prüfte Thibaut Curtois mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (48.). Auch beim Schuss von Sime Vrsaljko war der Schlussmann zur Stelle (50.). Der starke Pletikosa verhinderte gegen Fellaini die Entscheidung (79.). Der Anschlusstreffer von Niko Kranjcar war nur noch Kosmetik (83.). Belgien ist damit nach Italien und den Niederlanden der dritte feststehende europäische Qualifikant.

Wales - Mazedonien 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Church (67.)

Gruppe B

Armenien - Bulgarien 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Özbiliz (45.), 1:1 Popov (60.), 2:1 Movsisyan (87.)

Gelb-Rot: Dyakov (63.)

Malta - Tschechische Republik 1:4 (0:2)

Tore: 0:1 Hübschmann (3.), 0:2 Lafata (33.), 1:2 Mifsud (47.), 1:3 Kadlec (51.), 1:4 Pekhart (90.)

Dänemark - Italien 2:2 (1:1)

Tore: 0:1 Osvaldo (28.), 1:1 Bendtner (45.), 2:1 Bendtner (79.), 2:2 Aquilani (90.)

Im Parken Stadion von Kopenhagen versteckte sich keine der beiden Mannschaften in der Anfangsphase. Buffon (3.) und Andersen (5.) entschärften die ersten Annäherungsversuche. Italien übernahm fortan die Spielkontrolle und hatte über 65% Ballbesitzt, Dänemark suchte sein Glück immer wieder in schnellen Vorstößen über Eriksen und Bendtner (17.).

Das erste Tor der Partie fiel dann auch durch einen Konter, allerdings für die bereits qualifizierten Italiener. Nach einem Fehler im Spielaufbau der Dänen schaltete Motta am schnellsten und schickte Pablo Osvaldo mit einem schönen Pass in die Gase in Richtung gegnerisches Tor. Balotellis Ersatzmann ließ Agger mit einer Körpertäuschung aussteigen und netzte zum 1:0 ein (28.). Den nur kurz geschockten Dänen gelang mit dem Pausenpfiff der Ausgleich. Krohn-Dehli konnte unbedrängt von der linken Seite flanken und fand Bendtner, der aus kurzer Distanz problemlos einnickte (45.).

Dänemark kam mit viel Schwung aus der Kabine, war das deutlich bessere Team und hatte durch Krohn-Dehlis Lattentreffer die beste Gelegenheit zur Führung (67.). Selbiger war dann auch am hochverdienten 2:1 der Gastgeber beteiligt, als er Bendtners zweites Kopfballtor in der 79. Minute vorbereitete. Die Freude der Skandinavier währte allerdings nicht bis zum Abpfiff. Aquilani reagierte nach einem hohen Ball in den Strafraum vor allen Verteidigern und erzielte den glücklichen Ausgleich für die Squadra Azzurra (90.). Dänemark verpasst damit den Sprung auf den zweiten Platz, auf dem Bulgarien trotz der Niederlage in Armenien weiter rangiert.

Gruppe C

Färöer Inseln - Kasachstan 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Hansson (41.), 1:1 Finonchenko (55.)

Video: Hanson-Kunstschuss lässt Färöer jubeln

Schweden - Österreich 2:1 (0:1)

Tore: 0:1 Harnik (28.), 1:1 Olsson (56.), 2:1 Ibrahimovic (86.)

Rot: Arnautovic (89.)

Die große Bedeutung dieses Spiels war in der ausverkauften Arena in Stockholm von Beginn an zu spüren. Österreich zeigte sich unbeeindruckt von den Gerüchten um Trainer Marcel Koller, der nach Medienberichten kurz vor einem Engagement beim 1. FC Nürnberg stehen soll, und war vom Anpfiff weg das aktivere Team. Martin Harnik war es, der den hohen läuferischen Aufwand der Gäste nach einer halben Stunde vergoldete. Nach einer Flanke von Marko Arnautovic ließ Marc Janko den Ball für Harnik durch, der aus kurzer Entfernung unbehelligt einnetzte (28.). David Alaba hatte kurz darauf das 2:0 auf dem Fuß, doch Andreas Isaksson bügelte das lasche Zweikampfverhalten seiner Vordermänner aus (35.).

Nach der Pause dann praktisch aus dem Nichts der Ausgleich für die Schweden. Der bis dahin komplett abgemeldete Zlatan Ibrahimovic fand mit einer butterweichen Flanke den Kopf von Martin Olsson, der zum Ausgleich einköpfte (56.). Österreich war von diesem Rückschlag sichtlich geschockt und Schwedens Superstar taute nun auf. Zunächst scheiterte er an Robert Almer (58.). Kurze Zeit später strich ein Ibra-Freistoß knapp über den Kasten (64.).

Kurz vor dem Ende passierte es dann doch: Nach einem feinen Pass von Kim Källström tauchte Ibrahimovic erneut frei vor Almer auf, der dieses Mal ohne Abwehrchance blieb (86.). Zu allem Überfluss sah Arnautovic nach einer Kopfnuss kurz vor Schluss die rote Karte (89.).

Deutschland - Republik Irland 3:0 (1:0)

Tore: 1:0 Khedira (12.), 2:0 Schürrle (58.), 3:0 Özil (90.+1)

Hier geht's zur Analyse

Gruppe D

Andorra - Rumänien 0:4 (0:1)

Tore: 0:1 Keseru (42.), 0:2 Stancu (53.), 0:3 Torje (63.), 0:4 Lazar (85.)

Estland-Türkei 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Bulut (22.), 0:2 Yilmaz (47.)

Der Imperator-Effekt hält an. Durch den 2:0-Erfolg der Türkei in Estland, der dritte Sieg in Folge unter Fatih Terim, spitzt sich der Showdown mit Ungarn in Gruppe D weiter zu und wird am Dienstag seinen Höhepunkt erreichen. Die Gastgeber erwiesen sich dabei aber als unangenehmer Sparringspartner und boten der Türkei ein zähes Ringen. Umut Bulut erlöste seine Farben nach 22 Minuten mustergültig per Kopf.

Ansonsten sahen die Zuschauer in Tallin viel Leerlauf. Die Türken quälten sich durch die gestaffelte estnische Defensive, aber am Sechzehner war meist Schluss. Den Nachweis der WM-Tauglichkeit blieben die Gäste über weite Strecken schuldig. Terim schraubte aber in der Halbzeitpause an den richtigen Stellen - Burak Yilmaz traf kurz nach Wiederbeginn zum vorentscheidenden 2:0 (47.). Die Esten wirkten durch den frühen Schock endgültig ausgeknockt. Die Türkei hatte keine Mühe, den schmucklosen Sieg über die Zeit zu bringen.

Der Blick auf die Tabelle in Gruppe D verspricht nun absolute Hochspannung für den finalen Spieltag: Die Terim-Elf ist mit 16 Zählern Zweiter, da Ungarn (14) gegen die Niederlande verloren hat. Die Rumänen sind nach dem Erfolg in Andorra punktgleich auf Rang drei. Rumänien und Ungarn empfangen am Dienstag die Underdogs Estland und Andorra - die Türkei muss wohl Oranje in Istanbul die erste Pleite versetzen, um die Playoffs zu erreichen. Das Dreier-Fernduell dürfte zum Krimi werden.

Niederlande - Ungarn 8:1 (4:0)

Tore: 1:0 van Persie (16.), 2:0 Strootmann (25.), 3:0 Lens (38.), 4:0 van Persie (44.), 4:1 Dzsudzsak (47. FE), 5:1 van Persie (53.), 6:1 Devecseri (65. ET), 7:1 van der Vaart (86.), 8:1 Robben (90.)

Die ungarische Nationalmannschaft hat einen herben Rückschlag im Kampf um den zweiten Platz in der Gruppe D hinnehmen müssen. Gegen überragende Niederländer kassierten die Gäste acht Gegentreffer, Top-Torjäger Robin van Persie steuerte drei Tore zum Kantersieg bei.

Die frenetischen Zuschauer in der Amsterdam Arena hatten noch gar nicht alle Platz genommen, da zappelte der Ball bereits im Netz. Lens Treffer nach Robben-Flanke wurde aufgrund einer Abseitsposition zwar zu Recht nicht gegeben, war aber der Startschuss einer furiosen ersten Hälfte, in der die bereits sicher qualifizierte Elftal im Zehn-Minuten-Takt traf. Top-Torjäger van Persie war in der 16. Minute nach schönem Janmaat-Zuspiel zur Stelle und Strootman verwertete eine Flanke von Lens mit dem Kopf (25.). Dass diese Kombination auch andersrum gut funktioniert, zeigte sich, als diesmal Strootman für Lens auflegte (38.). Kurz vor der Pause stellte van Persie mit seinem zweiten Treffer auf 4:0.

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem Blitzschlag, diesmal allerdings durch die Gäste, bei denen Dzsudzsak einen Elfmeter sicher verwandelte (47.). Die Antwort der Niederländer ließ nicht lange auf sich warten, wieder war es van Persie, der eine Kopfball-Vorlage von Arjen Robben aus zentraler Position über die Linie drosch (53.). Weil Torhunger der Elftal aber noch immer nicht gestillt war, standen am Ende des Abends acht Tore auf dem Scoreboard der Niederländer.

Devecseri erhöhte zunächst das Unglück der Gäste mit einem kuriosen Eigentor (65.), van der Vaart (86.) und Robben (90.) rundeten das Spektakel schließlich mit zwei direkt verwandelten Freistößen standesgemäß ab. Ungarn muss nicht nur die bittere Niederlage, sondern auch einen herben Rückschlag im Kampf um den zweiten Platz hinnehmen.

Gruppe E

Albanien - Schweiz 1:2 (0:0)

Tore: 0:1 Shaqiri (48.), 0:2 Lang (79.), 1:2 Salihi (89./FE)

Die Schweiz hat sich in der Gruppe E bereits am vorletzten Spieltag für die WM-Endrunde qualifiziert. Die Hitzfeld-Elf gewann in Albanien etwas glücklich mit 2:1 (1:0). In der hitzigen Atmosphäre des Qemal-Stafa-Stadions von Tirana begegneten die Albaner den Eidgenossen mit großer Härte.

In der 19. Minute verhinderte allein der Pfosten nach einem Kopfball von Valentin Stocker die Schweizer Führung. Deren Überlegenheit wurde erst in der 48. Minute zum 1:0 umgewandelt, als Xherdan Shaqiri einen Querschläger von Granit Xhaka aufnahm und versenkte.

In der Folge musste sich Diego Benaglio mehrfach auszeichnen, nach 75 Minuten rettete gegen Odise Roshi gar die Latte. Vier Minuten später nutzte Michael Lang einen Abwehrschnitzer der Hausherren zum 2:0. Nach 87 Minuten foulte Benaglio Roshi, Hamdi Salihi verwandelte den Strafstoß und machte es noch einmal spannend.

Slowenien - Norwegen 3:0 (2:0)

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Novakovic (13./14./49.)

Die Novakovic-Show im Video

Island - Zypern 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Sigthorsson (60.), 2:0 Sigurdsson (76.)

Die Gruppen F bis I

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