Rooney als Held - Türkei trauert

Von Marco Nehmer / Michael Stricz / Ben Barthmann / Florian Schimak
Dienstag, 15.10.2013 | 23:14 Uhr
Wayne Rooney war wieder einmal treffsicher für die Three Lions
© getty
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Am finale Spieltag der Gruppenphase wurden die letzten WM-Tickets vergeben. Frankreich, England und Spanien geben sich keine Blöße. Bosnien-Herzegowina fährt dank Ibisevic nach Brasilien. Marica schießt Rumänien in die Playoffs. Auch die Griechen schaffen dies aus eigener Kraft. Der türkische WM-Traum ist dagegen geplatzt. Auch in Bulgarien trauert man.

Gruppe A

Serbien - Mazedonien 5:1 (3:0)

Tore: 1:0 Ristovski (16./ ET), 2:0 Basta (19.), 3:0 Kolarov (38./ FE), 4:0 Tadic (54.), 5:0 Scepovic (74.), 5:1 Jahovic (83.)

Belgien - Wales 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 De Bruyne (64.), 1:1 Ramsey (88.)

Schottland - Kroatien 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Snodgrass (28.), 2:0 Naismith (73.)

Gruppe B

Dänemark - Malta 6:0 (4:0)

Tore: 1:0 Duncan (8.), 2:0 Agger (11./ FE), 3:0 Bjelland (28.), 4:0 Agger (39., Foulelfmeter), 5:0 Duncan, 6:0 Nielsen (83.)

Die Dänen hatten vor der Partie gegen Malta nur noch theoretische Chancen auf eine mögliche Teilnahme in den Playoffs, weswegen Trainer Morten Olsen sich dazu entschied, einigen jungen Spielern die Chance von Anfang an zu geben. Dennoch begannen die Dänen stark, machten gleich von Beginn an Druck auf das Tor der Gäste und wollten nach der Minimalchance greifen.

Die logische Folge: Der dänische Doppelschlag nach etwa zehn gespielten Minuten. Duncan erzielte den Türöffner und Daniel Agger machte per Foulelfmeter nach einem fragwürdigen Pfiff das 2:0 perfekt. Andreas Bjelland und erneut Agger per Elfmeter legten noch vor der Pause nach.

In der zweiten Hälfte verpassten es die Dänen lange, die Führung weiter auszubauen. Die Mannschaft zeigte sich aber dennoch spielfreudig und konnte so spät in der Partie durch Doppelpacker Duncan und Nielsen die Führung auf 6:0 ausbauen.

Trotz der guten Leistung Dänemarks reichte es allerdings am Ende nicht zum Wunder von Kopenhagen, die Dänen sind als schlechtester Tabellenzweiter ausgeschieden.

Bulgarien - Tschechien 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Dockal (52.)

Gelb-Rot: Zanev (75.)

Bulgarien hat im Showdown um die Playoffs in Sofia gegen Tschechien keine Nervenstärke bewiesen und den Matchball vergeben. Dabei sah es zunächst nicht schlecht aus. Dänemark ging im Parallelspiel früh in Führung, aber die Gastgeber ließen sich nicht aus dem Konzept bringen, spielten geduldig und waren mehrfach dem Tor nahe. Die Dänen hatten gegen Malta mittlerweile auf 4:0 erhöht - es zählte also nichts als der Sieg.

Gleich nach Wiederbeginn erhöhte Gastgeber Bulgarien nochmals den Druck und wollte Rang zwei sicherstellen. Ein bärenstarker Petr Cech im Tor der Tschechen verhinderte wiederholt den Rückstand. Kurz darauf wurde es aber mucksmäuschenstill in Sofia: Borek Dockal besorgte aus der Distanz das überraschende 1:0 für die Gäste.

Die Bulgaren bewiesen Moral, nahmen nochmal mit der Schlussoffensive Cech unter Beschuss, doch der Chelsea-Torhüter verhinderte ein ums andere Mal das Tor für die Gastgeber. Spätestens mit der Gelb-Roten Karte für Petar Zanev war die Messe aber gelesen. Bulgarien wird die Playoffs vom Fernseher verfolgen.

Italien - Armenien 2:2 (1:1)

Tore: 0:1 Movsisyan (4.), 1:1 Florenzi (24.), 1:2 Mkhitaryan (70.), 2:2 Balotelli (76.)

Gruppe C

Färöer - Österreich 0:3 (0:1)

Tore: 0:1 Ivanschitz (17.), 0:2 Prödl (64.), 0:3 Alaba (67./ FE)

Österreich durfte sich noch einmal auf internationalem Parkett präsentieren, bevor im Sommer 2014 die Weltmeisterschaft vom heimischen Sofa aus verfolgt wird. Für das möglicherweise letzten Länderspiel unter der Leitung von Trainer Marcel Koller riss sich die Alpenrepublik noch einmal zusammen und gewann mit 3:0 auf den Färöern.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der ersten Viertelstunde brachte Andreas Ivanschitz seine Farben in Führung. Ausgerechnet an seinem 30. Geburtstag beschenkte er sich selbst mit einem Treffer im Nachsetzen. Vieles blieb danach auf beiden Seiten Stückwerk, was aber angesichts der Bedeutungslosigkeit der Partie nicht weiter von Relevanz war.

Auch der zweite Durchgang bot viel Durchschnittsfußball. Österreich kombinierte sich einige Male nett vor das gegnerische Tor, doch im Abschluss haperte es. Die Abwehr zeigte ebenfalls einige Konzentrationsschwächen, so dass die Färöer zeitweise als ebenbürtiger Gegner durchgingen. Die Koller-Elf machte dann aber alles klar. Zunächst traf Sebastian Prödl per Direktabnahme nach Ivanschitz-Ecke zum 2:0, kurz darauf David Alaba vom Elfmeterpunkt zum Endstand.

Schweden - Deutschland 3:5 (2:1)

Tore: 1:0 Hysen (6.), 2:0 Kacaniklic (42.), 2:1 Özil (45.), 2:2 Götze (53.), 3:2 Schürrle (57.), 4:2 Schürrle (66.), 4:3 Hysen (69.), 5:3 Schürrle (76.)

Hier gibt's die Analyse

Irland - Kasachstan 3:1 (2:1)

Tore: 0:1 Shomko (13.), 1:1 Keane (16./ FE), 2:1 O'Shea (26.), 3:1 Shomko (77./ ET)

Gruppe D

Türkei - Niederlande 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Robben (8.), 0:2 Sneijder (47.)

Die Ausgangslage vor dem Duell zwischen der Türkei und den Niederlande war klar. Während die Mannschaft von Louis van Gaal bereits sicher qualifiziert war, mussten die Türken um die Qualifikation zittern, bei einer Niederlage oder einem Unentschieden konnten die Rumänen noch auf Platz zwei vorrücken.

Dementsprechend peitschten die türkischen Fans im ausverkaufen Sükrü Saracoglu Stadion ihre Nationalmannschaft nach vorne und wollten unbedingt einen Sieg einfahren. Die tolle Atmosphäre erhielt allerdings einen ersten Rückschlag, als Arjen Robben einen Freistoß aus 30 Metern direkt auf das Tor zog und Volkan Demirel per Aufsetzer überwand (8.).

Anschließend verloren die Türken etwas an Zielstrebigkeit und ließen die Niederländer ihr Spiel aufziehen, erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit konnte Fatih Terim die erste richtig gute Chance seiner Mannschaft beobachten. Burak Yilmaz konnte den Ball allerdings nicht im Tor unterbringen.

Nur zwei Minuten nach der Pause machte Wesley Sneijder auf Vorlage des eingewechselten Dirk Kuyt das 2:0 und sorgte damit für eine komfortable Führung. Die Türken ließen sich einige Minuten hängen, versuchten dann allerdings noch mal alles. Jedoch scheiterten sie immer wieder am Abschluss und so blieb es am Ende, trotz einer starken individuellen Leistung von Arda Turan, bei einem Sieg für die Niederlande und dem damit verbundenen Aus für die Türkei.

Rumänien - Estland 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Marica (31./ FE), 2:0 Marica (81.)

Durch die klare Niederlage der Türkei reichte den Rumänen im Nationalstadion von Bukarest ein souveräner 2:0-Sieg gegen Estland zum Einzug in die Playoffs. Der ehemalige Bundesliga-Profi Ciprian Marica sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter in der ersten Halbzeit für die verdiente rumänische Führung (31.).

Estland wehrte sich tapfer und machte den Rumänen vor allem durch eine ruppige Spielweise lange Zeit das Leben schwer. Kurz vor dem Ende machte Marica mit seinem zweiten Tor aber alles klar, als er sich in Topstürmer-Manier durchsetzte und anschließend eiskalt vollendete (81.).

Ungarn - Andorra 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Nikolic (52.), 2:0 Lima (77./ ET)

Gelbrot: San Nicolas (88.)

Gegen das Schlusslicht aus Andorra kämpften die Ungarn um ihre letzte Chance auf den Playoff-Platz in der Gruppe D. Die herbe 1:8-Pleiute gegen die Niederlande und der folgende Rücktritt von Trainer Sandor Egervari schien den Gastgebern noch in den Knochen zu stecken. Gegen den Fußballzwerg tat sich die Mannschaft von Interimstrainer Jozsef Csabi lange Zeit schwer.

Trotz viel Ballbesitz und einer deutlich reiferen Spielanlage sprang lange Zeit nichts Zählbares heraus. Der Underdog verteidigte clever und machte den Ungarn so lange das Leben schwer. Erst nach dem Pausenpfiff erlöste Nemanja Nikolic die Ungarn mit seinem platzierten Schuss (52.).

Doch auch die Führung brachte keine Sicherheit. Zwar blieb Gabor Kiraly im Kasten der Ungarn über weite Strecken nur eine Anspielstation, doch spielerisch glänzen konnte das Csabi-Team vor heimischem Publikum auch im weiteren Verlauf nicht. Per Eigentor erhöhte Unglücksrabe Ildefonso Lima kurz vor dem Ende noch auf ein 2:0 für die Ungarn, das aber durch den zeitgleichen Erfolg der Rumänen trotzdem nicht für die Playoffs reicht.

Frankreich gegen Portugal? Die Playoff-Teilnehmer im Überblick

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