Der David als Goliath

Von Stefan Rommel
Mittwoch, 14.08.2013 | 14:37 Uhr
David Luiz gewann mit der Nationalmannschaft Brasiliens den Confed Cup 2013
© getty
Advertisement
Premier League
Live
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Live
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Pachuca
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
FIFA Club World Cup
Real Madrid -
Gremio
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
CFC Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
FC Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston

David Luiz ist beim FC Chelsea zum Verteidiger von Weltklasseformat gereift. Einiger seiner Ziele hat sich der 26-Jährige bereits erfüllt. Das größte steht aber noch aus - mit der brasilianischen Nationalmannschaft, die am Mittwochabend ohne ihn in Basel gegen die Schweiz antritt (20.45 Uhr im LIVE-STREAM FOR FREE).

Von höherer Stelle hätte das Lob kaum kommen können, auch wenn es mal wieder in etwas kruder Form verpackt war. "Das Verhalten einiger europäischer, ausländischer und südamerikanischer Spieler geht mir gehörig auf die Nerven", hatte Manchester Uniteds Ex-Manager Alex Ferguson geflucht.

Die doch sehr vage Eingrenzung betrifft schließlich etwa zwei Drittel aller Arbeitnehmer in der Premier League. Ferguson meinte an jenem Abend aber nur einen bestimmten Spieler: David Luiz vom FC Chelsea.

"Was für ein Profi soll das bitteschön sein?"

Die Blues hatten United mit 1:0 geschlagen, mindestens genauso aufregend wie das Ergebnis war aber Luiz' komödiantische Einlage, wegen der Manchesters Verteidiger Rafael vom Platz flog. Luiz war nach einem zugegeben harten Einsteigen zu Boden gegangen. Aber während Schiedsrichter Howard Webb an der Gesäßtasche zupfte, grinste der Gefoulte schon diebisch.

"Wie ein sterbender Schwan" sei Luiz dahingesunken. "Was für ein Profi soll das bitteschön sein?" Luiz wehrte sich und behauptete allen Ernstes nur gelacht zu haben, weil ihn ein Fan der Red Devils "Sideshow Bob" gerufen habe. Eine Figur aus der Comic-Serie "The Simpsons", die eigentlich als Tingeltangel Bob firmiert und Luiz in der Tat verblüffend ähnlich sieht. Zumindest so ähnlich, dass Teamkollege Juan Mata Luiz zu dessen 25. Geburtstag eine Torte mit dem Simpsons-Bösewicht kredenzte.

Wenn Alex Ferguson einen gegnerischen Spieler hart attackierte, hatte er entweder ein echtes Problem mit ihm oder aber hegte er oft eine heimliche Bewunderung für den Geschmähten. Im Winter 2011 gingen einige heiße Transfers über die Bühne. Aber obwohl immerhin auch 25 Millionen Euro teuer, gehörte der von David Luiz von Benfica zum FC Chelsea nicht zur ersten Reihe.

Bereits CL- und EL-Sieger

Luiz war längst kein Unbekannter mehr, aber eben kein spektakulärer Offensivspieler. Eher eine Art Geheimtipp mit außerordentlichen Anlagen, veredelt in Portugal. Wo er immerhin schon zum Fußballer des Jahres gewählt wurde.

In England hatte er es bis dahin nur in die Hitliste der zehn schlimmsten Fußballerfrisuren aller Zeiten geschafft. Zusammen mit den fragwürdigen Dread-Styles von Taribo West und Abel Xaviers Gremlins-Adaption.

Wie gut der Brasilianer aber auch Fußball spielen konnte, wurde schnell klar. Es dauerte keine zwei Spiele, da hatte sich Luiz einen Platz in der Innenverteidigung erobert. Seine erste komplette Saison an der Stamford Bridge brachte den FA Cup und den Gewinn der Champions League, ein Jahr später holte Luiz mit den Blues auch noch den Titel in der Europa League.

"And now goal"

Vom Finale in der Allianz Arena übermittelte Bastian Schweinsteiger lange danach jene bemerkenswerte Anekdote, die Luiz' Charakter ziemlich gut beschreibt. 20 Ecken hatten die Münchener im Endspiel gegen Chelsea, die Blues nur eine einzige.

Beim Stand von 0:1 aus Sicht der Londoner rückten die Innenverteidiger mit auf, zwei Minuten waren da nur noch zu spielen. David Luiz kreuzte den Weg von Schweinsteiger, sah den Kontrahenten kurz an und raunte ihm dann lapidar zu: "And now goal." Luiz kannte wohl den Ablauf, der folgen würde, schließlich war die Variante so alt, dass sie in England jedes Kind kannte.

Juan Matas Eckball rannte Didier Drogba entschlossen auf den ersten Pfosten entgegen, Frank Lampard stellte im Fünfmeterraum den Block. Jose Mourinho hatte sich diese Ausführung einfallen lassen. Aber Mourinho war zu diesem Zeitpunkt schon fünf Jahre Geschichte an der Bridge.

Barcelona zeigt Interesse

Luiz wandelt nicht selten an der Grenze zu überzogenen Provokation und überhartem Einsatz. Seine fußballerischen Fähigkeiten sind indes unbestritten und machen ihn nach lediglich zweieinhalb Jahren in London zu einem der begehrtesten Spieler der Welt.

Zuletzt gab es Gerüchte, der FC Bayern hätte Interesse an einer Verpflichtung. Trainer Pep Guardiola habe sich für einen Transfer stark gemacht. Auch der FC Barcelona ist hinter dem Brasilianer her. Beide würden ihre Zeit verschwenden, heißt es aus dem Westen Londons. "Mein Rat an sie ist, dass sie den zweiten Spieler auf ihrer Liste anvisieren sollen. Wir wollen unsere besten Spieler nicht abgeben. Keine Chance", sagt Rückkehrer Mourinho.

Mal war von 25 Millionen Euro die Rede, die Barca geboten hätte, dann waren es plötzlich 40 Millionen. Jetzt soll Chelsea 50 Millionen aufgerufen haben, dann wolle man zumindest einmal darüber nachdenken. Eine utopische Zahl, die allerdings die damals von Manchester United gezahlten 46 Millionen Euro für Rio Ferdinand immerhin pulverisieren würde. Luiz wäre dann der teuerste Abwehrspieler aller Zeiten.

"Mein Vater ist mein Held"

Und er hätte das Ziel seiner Kindheitstage bei weitem übererfüllt. "Ich wusste, dass ich das Leben meiner Familie verändern könnte. Ich habe meinen Eltern gesagt, dass ich erst dann wiederkomme, wenn ich ihnen das Leben bieten kann, das sie verdienen. Diesen Traum hatte ich immer vor Augen. Jetzt bin ich die wichtigste finanzielle Quelle, um meine Familie zu unterstützen. Und das werde ich immer tun."

Mit 14 war er von zu Hause weggegangen, um es irgendwie in den Profi-Fußball zu schaffen. Seinem Vater, der offenbar ebenfalls mit jeder Menge Talent ausgestattet war, blieb dieser Traum unerfüllt. "Mein Vater ist mein Held", sagt Luiz. "Er hat Fußball gespielt, bis er 20 war. Seine Karriere lief vielversprechend, doch das Einkommen war zu gering, um die Familie ausreichend unterstützen zu können. Er musste aufhören, um mehr Geld zu verdienen."

Noch ohne Selecao-Tor

Mit Chelsea visiert er das Triple an, es ist sein großer Traum auf Klubebene. Das überdimensionierte Highlight wird aber die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in seiner Heimat werden. Vor ein paar Monaten war die Selecao quasi klinisch tot, Trainer Mano Menezes wenig beliebt und augenscheinlich auch der großen Aufgabe nicht gewachsen.

Mit Luiz Felipe Scolari hielt ein neuer Geist Einzug, der Sieg beim Confed Cup drängt Brasilien wieder enger ran an den Kreis der Topfavoriten. In der Selecao ist Luiz neben Kapitän Thiago Silva im Abwehrzentrum gesetzt. "Es kann nichts Größeres für mich geben, als mit Brasilien in Brasilien Weltmeister zu werden", sagt er.

An einer Sache muss er bis dahin aber noch arbeiten: Für den FC Chelsea ist er bei Standards als Kopfballspieler oder Schütze durchaus torgefährlich. In der Selecao ist diesbezüglich noch ein bisschen Luft nach oben. In 27 Spielen hat David Luiz noch kein Tor erzielt.

David Luiz im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung