Spanien atmet auf - England bangt

Von Marco Nehmer / Nikolai Mende / Maximilian Bensinger
Dienstag, 26.03.2013 | 23:33 Uhr
Mit dem 1:0 gegen Frankreich können die Spanier zunächst einmal aufatmen
© getty
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Am sechsten Spieltag der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien standen einige Topfavoriten unter Druck. Spanien erkämpfte sich einen knappen Sieg gegen die Franzosen, während England trotz früher Führung nur 1:1 spielte. Italien und die Niederlande gaben sich keine Blöße. Für die Türken war das Remis gegen Ungarn wohl zu wenig.

Frankreich - Spanien 0:1 (0:0)

Tore: 0:1 Pedro (58.)

Gelb-Rot: Pogba (78./Frankreich)

Die Spanier standen aufgrund der Tabellensituation unter Druck und versuchten von Anfang an ihr dominantes Kurzpassspiel aufzuziehen. In der 6. Minute hatte Xavi die erste große Chance für den Weltmeister, schoss nach Vorarbeit von Monreal allerdings über das Tor.

Die Franzosen versuchten über die gesamte erste Halbzeit hinweg, der spanischen Offensive den Wind aus den Segeln zu nehmen und über vereinzelte Konter zum Erfolg zu kommen. Es entwickelte sich ein hartes Spiel auf taktisch hohem Niveau, ohne dass Spanien zu weiteren großen Möglichkeiten kommen konnte. Die Franzosen schafften es, den eigenen Strafraum abzusichern.

Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte Bayerns Franck Ribery kurz vor dem Pausenpfiff (42.). Der Mittelfeldspieler wollte Torhüter Valdes tunneln und vergab die Chance zur Führung.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Titelverteidiger erneut die Kontrolle und setzten die französische Abwehr weiter unter Druck. Die Hausherren verteidigten energisch, mussten sich in der 58. Minute jedoch geschlagen geben. Monreal drang von links in den Strafraum ein und spielte scharfe Hereingabe vor das Tor von Hugo Lloris, wo Pedro an den Ball kam und ihn mit etwas Glück über die Linie drückte. Lloris versuchte am Boden liegend vergeblich zu retten.

Die Franzosen drehten nun auf und kamen zu einigen guten Chancen. In der 64. Minute scheiterte erneut Ribery am starken Valdes, wenig später köpfte Varane aus kürzester Distanz am Tor vorbei (74.).

Der nächste Rückschlag für die Mannschaft von Didier Deschamps ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Pogba holte sich in fünf Minuten zwei Gelbe Karten ab und musste das Spielfeld vorzeitig mit Gelb-Rot verlassen (78.). Kurz vor Ende war wieder Valdes zur Stelle, als er aus kürzester Distanz gegen Evra spektakulär parierte.

Trotz großer Bemühungen gelang es Frankreich nicht mehr, die spanische Abwehr zu überwinden. Der Welt- und Europameister ist damit wieder auf Kurs.

Montenegro - England 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Rooney (6.), 1:1 Damjanovic (76.)

Die Three Lions übten von Beginn an immensen Druck auf die Gastgeber aus. In der dritten Minute scheiterte Wayne Rooney am Pfosten. Drei Minuten später hatte der Angreifer von Manchester United mehr Glück - nach Vorlage von Steven Gerrard vollendet Rooney per Kopf zur 1:0-Führung.

In der zweiten Hälfte wurden die Hausherren stärker, doch England lauerte auf Konter. In der 76. Minute dann der Schock für das Team von Roy Hodgson. Dejan Damjanovic trifft zum 1:1-Ausgleich und stößt die Engländer damit wieder von der kurzzeitigen Tabellenspitze.

Die Engländer stellen zwar mit 20 Treffern zwar die beste Offensive der Gruppe H, doch an diesem Abend blieb es beim Remis und die Montenegriner konnten ihren Vorsprung von zwei Punkten auf England erfolgreich verteidigen.

Türkei - Ungarn 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Burak Yilmaz (63.), 1:1 Böde (71.)

Die Türkei ist im Schlüsselspiel gegen Ungarn vor heimischem Publikum nicht über ein 1:1 hinausgekommen und dürfte damit nur noch minimale Chancen auf eine WM-Teilnahme haben. Ungarn wahrt als Zweiter den Vier-Punkte-Abstand auf die Türkei kann sich weiterhin berechtigte Hoffnungen auf die Playoffs machen.

Vor 46.000 Zuschauern Sükrü-Saracoglu-Stadion in Istanbul rannte der Türkei, bei der der Dortmunder Nuri Sahin in der Startelf stand, nach torlosen ersten 45 Minuten etwas die Zeit weg. Auch im zweiten Durchgang spielte die Mannschaft von Abdullah Avci anfangs vergeblich auf das Tor der Ungarn.

Nach 63 Minuten gelang den Gastgebern dann die erlösende Führung: Galatasaray-Stürmer Burak Yilmaz brach den Bann und köpfte nach Vorlage von Arda Turan zur Führung für die Türkei ein. Kurz darauf verließ der Stuttgarter Tamas Hajnal das Feld und machte Platz für Daniel Böde. Ein Glücksgriff von Coach Sandor Egervari: Vier Minuten nach seiner Einwechslung traf Bode zum wichtigen Ausgleich (71.). Es bleibt damit bei vier Punkten Rückstand auf die zweitplatzierten Ungarn. An der Tabellenspitze steht unangefochten die Niederlande, während die Türkei mittlerweile nur noch auf auf Platz vier steht.

Aserbaidschan - Portugal 0:2 (0:0)

Tore: 0:1 Bruno Alves (63.), 0:2 Hugo Almeida (79.)

Gelb-Rot: Aliyev (55./Aserbaidschan)

Durch das 3:3 in Israel standen die Portugiesen vor dem Spiel in Aserbaidschan ordentlich unter Druck - und das merkte man der Truppe von Paulo Bento auch an. Ohne ihren gesperrten Star Cristiano Ronaldo schafften es die Iberer nicht, den Abwehrriegel von Aserbaidschan zu knacken. Die Gäste wurden nur mit Distanzschüssen gefährlich.

Als dann aber im zweiten Durchgang die Kräfte der Vogts-Elf nachließen, kamen die Portugiesen zu ihren Chancen. Wie schon gegen Israel war es Abwehrspieler Bruno Alves, der den Bann nach einer Ecke brach (63.). Gut zehn Minuten vor dem Ende war es der eingewechselte Hugo Almeida, der das Spiel mit dem 2:0 entschied.

Portugal zeigte trotz des Erfolgs abermals keine gute Leistung und ist in dieser Verfassung auch kein Kandidat für ein WM-Ticket. Spielerisch zeigte man sich viel zu schwach, um den limitierten Gegner aus Aserbaidschan zu beschäftigen.

Niederlande - Rumänien 4:0 (1:0)

Tore: 1:0 van der Vaart (12.), 2:0 und 3:0 van Persie (56., 65./Foulelfmeter), 4:0 Lens (90.)

Die Niederlande haben sich gegen Verfolger Rumänien keine Blöße gegeben und vor heimischem Publikum mit 4:0 gewonnen. Robin van Persie war mit zwei Toren und einem Assist der Matchwinner für das Team von Louis van Gaal, das mit 18 Zählern weiter verlustpunktfrei an der Spitze der Gruppe D seine Kreise zieht. Rumänien bleibt als Dritter in Schlagdistanz zu Ungarn (11 Punkte).

In der Amsteram Arena gingen die Hausherren bereits nach zwölf Minuten in Front. Der Hamburger Rafael van der Vaart legte für Robin van Persie auf, der zum frühen 1:0 für den Favoriten einschoss. Mit der knappen Führung für Oranje ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel schlug dann aber der Vorlagengeber aus der ersten Halbzeit doppelt zu: Van Persie erhöhte in der 56. Minute per Kopf auf, ehe der Stürmer in Diensten von Manchester United wenig später vom Strafstoßpunkt für klare Verhältnisse sorgte (65.). Jeremain Lens setzte den Schlusspunkt (90.)

Malta - Italien 0:2 (0:2)

Tore: 0:1 Balotelli (8./Foulelfmeter), 0:2 Balotelli (45.)

Bes. Vorkommnis: Mifsud (Malta) verschießt Foulelfmeter (16.)

Italien hatte beim Schlusslicht der Gruppe B unerwartete Schwierigkeiten, bewies letztlich aber Kaltschnäuzigkeit und gewann auf Malta mit 2:0. Italien bleibt mit nun 13 Punkten Spitzenreiter, während die Malteser weiter ohne Zähler sind.

Bereits in der Anfangsphase bekam die Squadra Azzurra einen Elfmeter zugesprochen - ein Fall für Mario Balotelli. Der Stürmer vom AC Milan gab sich keine Blöße und verwandelte (8.). Minuten später hätte Malta beinahe zurückgeschlagen. Nach einem Foul von Gianluigi Buffon gab es auch Strafstoß für den Underdog, doch Michael Mifsud vergab (16.).

Minuten später traf Mifsud nur die Latte (20.). Mittlerweile hatte der Vize-Europameister Glück, nicht den Ausgleich kassiert zu haben. Kurz vor der Pause zeigte Italien seine Effektivität: Balotelli schlug erneut zu und stellte auf 2:0 (45.). Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken ließ es der Weltmeister von 2006 nach dem Wiederanpfiff etwas ruhiger angehen und brachte den Sieg über die Distanz.

Seite 2: Kroatien dreht Partie in Wales - Alaba rettet Österreich

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