Alexander Frei unter Beschuss

SID
Freitag, 25.06.2010 | 09:09 Uhr
Die Schweiz mit Tranquillo Barnetta (l.) will gegen Honduras nicht wieder nur hinterher laufen.
© Getty
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Der General bläst zur Attacke, doch sein Kapitän gerät immer mehr unter Beschuss. Trainer Ottmar Hitzfeld setzt im WM-Vorrundenfinale der Schweizer Defensivkünstler auf Angriff, während "Drückeberger" Alexander Frei sich verteidigen muss.

"Das ist wie ein Halbfinale in der Champions League", sagte der deutsche Trainer vor dem entscheidenden Spiel am Freitag (Fr. 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) gegen Honduras voller Vorfreude: "Wir müssen gewinnen, deshalb müssen wir nach vorne spielen. Wir werden sicher anders auftreten als bisher."

Ein Sieg mit zwei Toren Unterschied würde den Eidgenossen, die vor dem 0:1 gegen Chile mit 559 Minuten ohne Gegentor einen WM-Rekord aufgestellt hatten, wie vor vier Jahren den Einzug ins Achtelfinale bescheren - egal, wie das Parallelspiel zwischen Europameister Spanien und Chile endet.

"Wir haben uns das Achtelfinale als großes Ziel gesetzt, jetzt können wir es in diesem Spiel erreichen", sagte Hitzfeld, der mit Borussia Dortmund und Bayern München die Champions League gewann.

"Das wird eine unglaublich spannende Partie auch für mich als Trainer. Ich freue mich immer auf solche Spiele, man kann so viel gewinnen."

Die Vorfreude trübten indes die endlosen Diskussionen um seinen Kapitän Frei. Der ehemalige Dortmunder war in der Schweiz heftig kritisiert worden, weil er seit Wochen kein Wort sagte.

Heftige Kritik an Alexander Frei

Der "Tages-Anzeiger" bezeichnete den 30-Jährigen als "Drückeberger", und das Boulevardblatt "Blick" spekulierte bereits über den bevorstehenden Rücktritt des Stürmers.

Am Donnerstagabend nach dem Abschlusstraining in Bloemfontein wollte sich Frei erstmals seit dem Trainingslager in Crans Montana wieder vor der Presse äußern.

Hitzfeld stellte sich vor den Schweizer Rekordtorschützen. "Er war sehr enttäuscht, dass er sich kurz vor dem Abflug zur WM verletzte", sagte der 61-Jährige, Frei habe lediglich gegenüber den Medien geschwiegen, nicht intern.

"Mit uns und dem Team hat er sehr viel geredet und innerhalb der Mannschaft seine Verantwortung wahrgenommen." Er sei als Kapitän "das Sprachrohr eines Teams. Er vermittelt zwischen Mannschaft und Trainer".

Frei vermisst Respekt

Frei machte aber nicht nur seine Knöchelverletzung zu schaffen. Der bislang in der Nati 40-mal erfolgreiche Torjäger fühlt sich in der Öffentlichkeit ungerecht behandelt.

Vor allem im eigenen Land, wo er als Stürmer des FC Basel in fast allen Stadien ausgepfiffen wird, vermisst er Respekt. Im kleinen Kreis soll er schon über seinen Rücktritt nach der WM gesprochen haben. Öffentlich hat Frei nur gesagt: "Was nachher ist, weiß ich nicht. Vielleicht gibt es einen Generationenwechsel."

Ersatzspieler proben Aufstand

Probleme hat auch Honduras, aber im Gegensatz zu den Schweizern praktisch keine Chance mehr. Die Mittelamerikaner, bei denen die Ersatzspieler den Aufstand probten, sind auf einen Sieg Chiles gegen Spanien angewiesen.

Zudem müssten sie gegenüber dem Europameister vier Tore aufholen. "Wir sind weder das achte Weltwunder, noch unterschätzen wir den Gegner, aber wir glauben an unsere Chancen", sagte Verteidiger Sergio Mendoza.

Für Ärger sorgte Reservist Victor Bernardez, der die Aufstellung von Trainer Reynaldo Rueda kritisierte: "Wenn man in einen Krieg zieht, sollte man die besten Männer dabei haben. Wir haben Spieler mit viel Erfahrung, internationalen Einsätzen, mit denen sich was holen lässt."

Vor allem die Nicht-Berücksichtigung von Edgar Alvarez von AS Bari und Hendry Thomas von Tottenham Hotspur bemängelte der Verteidiger vom RSC Anderlecht.

Schweiz setzt gegen Honduras auf Offensive

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