WM 2010

Ronaldos Ladehemmung, Rätselraten um Drogba

SID
Montag, 14.06.2010 | 15:08 Uhr
Cristiano Ronaldo erzielte in 72 Länderspielen 22 Tore
© Getty
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Im Duell zwischen der Elfenbeinküste und Portugal dreht sich alles um die Topstars. Cristiano Ronaldo hat seit sechzehn Monaten nicht mehr für Portugal getroffen und Drogbas Fitnesszustand ist immer noch ungeklärt.

Rätselraten über den Einsatz von Didier Drogba, Sorgen wegen der Ladehemmung von Cristiano Ronaldo: Hinter dem mit Spannung erwarteten Duell der Ausnahmestürmer der Elfenbeinküste und von Portugal stehen vor dem Vorrunden-Hit der Hochkaräter-Gruppe G am Dienstag (15.45 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY) in Port Elizabeth viele Fragezeichen. Ungeklärt ist aber vor allem: Spielt Drogba nun, oder spielt er nicht?

"Es geht von Tag zu Tag besser", berichtete Nationalcoach Sven-Göran Eriksson nach den individuellen Trainingseinheiten von Drogba, doch grünes Licht für dessen Einsatz beim WM-Start seines Teams gab der Schwede bisher nicht.

Seit der 32 Jahre alte Torjäger von Englands Meister und Pokalsieger FC Chelsea im Testspiel am 4. Juni in Bern gegen Japan (2:0) einen Knochenbruch nahe des Ellenbogens erlitten hatte, bangt eine ganze Nation um ihn und ihre Elephants.

Einen Stürmer vom Kaliber Drogbas können die Westafrikaner nicht ersetzen. Immerhin insgesamt 37-mal traf der Fußballer des Jahres auf dem Schwarzen Kontinent in der abgelaufenen Saison für die Blues.

"Unser Trainer wird einen Plan B haben"

Auf dem Kapitän ruhen die Hoffnungen auf den Einzug ins Achtelfinale, schließlich ist Wiedergutmachung angesagt für das frühe Vorrunden-Aus bei der ersten WM-Teilnahme 2006 in Deutschland.

Bei einem Ausfall von Kapitän Drogba wollen die restlichen Elefanten aber nicht jammern. "Wir haben viel Qualität, Großes zu erreichen. Natürlich ist es ein herber Verlust, wenn Didier nicht spielen könnte, aber Fußball bleibt ein Mannschaftssport. Unser Trainer wird sicherlich einen Plan B parat haben", sagte Drogbas Vize Kolo Toure (Manchester City).

Sollte der Kapitän ausfallen, dürfte Aruna Dindane (FC Portsmouth) erster Kadidat auf den freien Platz im Angriff sein.

Tore sind wie Ketchup

Cristiano Ronaldo blieb in der Vorbereitung von Verletzungen verschont, dafür plagt Portugals Superstar im Nationalteam ein ganz anderes Handicap.

Der mit 95 Millionen Euro teuerste Fußballer der Welt, der in seiner ersten Saison für den spanischen Rekordmeister Real Madrid 26 Treffer erzielte, wartet in der Seleccao schon seit 16 Monaten auf ein Erfolgserlebnis. In der Qualifiaktion für das Turnier in Südafrika ging er leer aus.

"Ich mache mich nicht verrückt. Dass ich so lange nicht getroffen habe, belastet mich nicht. Ich habe hart gearbeitet und werde auch sicher noch dafür belohnt. Ein großer Fußballer hat mal gesagt: Tore sind wie Ketchup. Erst kommen gar keine, dann kommen ganz viele auf einmal", sagte Ronaldo.

Mandela wünscht Portugal Glück

Die Portugiesen starten mit den besten Wünschen von Nelson Mandela ins Turnier. Dem ehemaligen südafrikanischen Präsidenten und Nobelpreisträger hatten Ronaldo und Trainer Carlos Queiroz einen Hausbesuch abstatten dürfen.

Für Portugal geht es beim Vorrunden-Auftakt um eine gute Ausgangsposition vor den weiteren Duellen mit Brasilien und Nordkorea - und um den Nachweis seiner Klasse.

Eriksson gegen alten Bekannten

In der Qualifikation quälte sich der WM-Vierte von 2006 in seiner Gruppe auf Platz zwei hinter Dänemark. "Doch das ist Vergangenheit. Wir werden uns als starkes Team präsentieren, wir glauben an uns. Gegen die Elfenbeinküste, das wird ein von Taktik geprägtes Spiel", meinte Routinier Simao von Atletico Madrid.

Mit oder ohne Drogba - Eriksson dürfte einen Plan A und einen Plan B haben. Der Schwede kennt die Portugiesen auch als ehemaliger Trainer von Benfica Lissabon besonders gut, und er hat mit ihnen noch eine Rechnung offen.

Bei der EM 2004 und bei der WM 2006 saß Eriksson auf der Trainerbank von England. Beide Male scheiterte er mit den Three Lions im Viertelfinale an Portugal, beide Male im Elfmeterschießen.

Teamporträt Elfenbeinküste: Hoffen auf Drogba

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