Last Minute! Reid rettet Kiwis einen Punkt

SID
Dienstag, 15.06.2010 | 15:20 Uhr
Winston Reid trifft zum Ausgleich! Slowakeis Traum von ersten WM-Sieg platzt in letzter Sekunde
© Getty
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Die Slowakei hat einen Einstand nach Maß bei der WM 2010 knapp verpasst. Winston Reid erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit den 1:1 (0:0)-Ausgleichstreffer für Neuseeland in Rustenburg. Robert Vittek, früherer Stürmer vom 1. FC Nürnberg, hatte in der 50. Minute in Rustenburg das erste WM-Tor in der Geschichte der Slowakei erzielt.

Ein Kiwi schreibt Fußball-Geschichte: Winston Reid hat Neuseeland den ersten Punktgewinn bei einer WM-Endrunde beschert.

Winston Read: Man of the Match der SPOX-User

Der Abwehrspieler erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit das Tor zum 1:1 (0:0) gegen die Slowakei und sorgte bei den All Whites, die bei ihrer bislang einzigen WM-Teilnahme 1982 alle Spiele verloren hatten, für Riesenjubel.

Robert Vittek hatte den WM-Debütanten Slowakei vom ersten Sieg träumen lassen. Der frühere Bundesliga-Profi traf per Kopf nach einer Flanke des Bochumers Stanislav Sestak in der 50. Minute - allerdings aus einer Abseitsposition.

In ihrem nächsten Spiel treffen die Kiwis in Nelspruit am Sonntag auf den Weltmeister Italien, für die Slowakei geht es am Sonntag in Bloemfontein gegen Paraguay.

Nachbetrachtung:

Ein bitterer Einstand für die Slowakei. Das Team von Vladimir Weiss hatte das Spiel eigentlich 90 Minuten lang im Griff, hatte am Ende aber etwas Angst vor der eigenen Courage und wurde prompt bestraft. Auch wenn der Punktverlust schmerzt, gibt die Leistung Hoffnung.

Wenn Miroslav Stoch fit wird und Martin Hamsik besser ins Turnier findet, können die Slowaken auch gegen Paraguay und Italien was holen.

Die Kiwis verkauften sich bei ihrem zweiten Auftritt bei einer WM sehr teuer. Sie machten das, was sie können und belohnten sich am Ende selbst. Die beiden nächsten Gegner werden ebenfalls mit der robusten Defensive zu kämpfen haben.

Reaktionen:

Ricki Herbert (Trainer Neuseeland): "Neuseeland hat einen Grund zu feiern. Dieser Punkt bedeutet sehr viel für den Fußball bei uns. Der Sport, den ich so sehr liebe, wird in den nächsten Tagen die Schlagzeilen bestimmen. Ich hatte im Vorfeld gehofft, aus diesem Spiel etwas mitzunehmen. Wir haben gegen eine hoch eingeschätzte Mannschaft sehr gut ausgesehen. Wir haben eine Chance auf das Achtelfinale, genau wie jede andere Mannschaft. Dafür sind wir hier."

Vladimir Weiss (Trainer Slowakei): "Das ist eine kleine sportliche Tragödie für uns. Wir waren das bessere Team, haben unsere Chancen aber nicht genutzt. Wir haben uns trotzdem von einer guten Seite präsentiert. Das gehört zum Fußball, wir müssen damit umgehen."

Spielverlauf:

Vor der enttäuschenden Kulisse von nur 20.000 Zuschauern boten beide Mannschaften im Royal-Bafokeng-Stadion von Rustenburg lange Zeit fußballerische Langeweile.

Die Slowakei fand erst nach knapp einer halben Stunde besser ins Spiel. Trainer-Sohn Vladimir Weiss bediente in der 28. Minute Sestak, doch der Stürmer zielte am Tor vorbei.

Nach der Führung durch Vittek, der mittlerweile in der Türkei bei Ankaragücü sein Geld verdient, verflachte die Partie wieder.

Kapitän Marek Hamsik vergab in der 64. Minute aus zehn Metern nach Vorarbeit Sestaks. Vittek hatte in der 69. Minute eine weitere Chance, doch Abwehrspieler Winston Reid konnte noch klären.

Paston unsicher

Die All Whites gefielen nur zu Beginn der Partie. Chris Killen (2.) vom englischen Zweitligisten FC Middlesbrough sorgte mit einem Schuss aus 20 Metern übers Tor noch für etwas Unterhaltung.

Drei Minuten später war erneut Killen nach einem Freistoß mit dem Kopf zur Stelle, doch Jan Mucha, Torhüter der Slowakei, hatte keine Mühe. Shane Smeltz traf in der 38. Minute nur das Außennetz.

Mehr und mehr zum Unsicherheitsfaktor im Spiel der Kiwis entwickelte sich Keeper Mark Paston. Erst flog er nach einer Ecke am Ball vorbei (30.), dann vertändelte er den Ball an Vittek, der die sich plötzlich bietende Chance nicht nutzte.

Geballte Bundesliga-Power

Weiss setzte im ersten Spiel auf geballte Kraft aus der Bundesliga. In der Abwehr kamen Jan Durica (Hannover 96) und Radoslav Zabavnik (Mainz 05) zum Einsatz, im Sturm spielten der Neu-Schalker Erik Jendrisek (1. FC Kaiserslautern) und Sestak.

Neuseeland musste auf Vize-Kapitän Tim Brown verzichten. Der Mittelfeldspieler laboriert an einer Schulterfraktur. Dagegen konnte Routinier und Abwehrchef Ryan Nelsen nach überstandener Mittelohr-Entzündung mitwirken.

Bei den Slowaken verdienten sich Weiss und Torschütze Vittek die besten Noten, bei Neuseeland konnten Kapitän Nelsen in der Abwehr und Killen gefallen.

Neuseeland - Slowakei: Daten zum Spiel

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