Gruppe E: Japan - Kamerun 1:0

Superstar Eto'o zu verschenken

Von Haruka Gruber / Jochen Tittmar
Montag, 14.06.2010 | 17:55 Uhr
Verzweifelt: Auch Superstar Samuel Eto'o konnte die Pleite nicht verhindern
© Getty
Advertisement
International
So17:00
Topspiel am Sonntag: Tottenham - Liverpool
Ligue 1
St. Etienne -
Montpellier
Premier League
West Ham -
Brighton
J1 League
Kobe -
Tosu
A-League
FC Sydney -
Sydney Wanderers
Primera División
Levante -
Getafe
Premier League
Chelsea -
Watford
Premier League
Huddersfield -
Man United
Primera División
Real Betis -
Alaves
Ligue 1
Monaco -
Caen
Serie A
Sampdoria -
Crotone
Premier League
Southampton -
West Bromwich
Primera División
Valencia -
Sevilla
1. HNL
Hajduk Split -
Dinamo Zagreb
Ligue 1
Amiens -
Bordeaux
Ligue 1
Angers -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Dijon
Ligue 1
Nantes -
Guingamp
Ligue 1
Rennes -
Lille
Premier League
Man City -
Burnley (DELAYED)
Primera División
Barcelona -
Malaga
Serie A
Neapel -
Inter Mailand
Primeira Liga
Porto -
Pacos Ferreira
Premier League
Stoke -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Crystal Palace (Delayed)
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
São Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man Utd -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Championship
Preston -
Aston Villa

Mit einem 1:0 (1:0)-Erfolg über Kamerun ist Japan in das WM-Turnier gestartet. Die Asiaten zeigten jedoch eine erschreckend schwache Partie und konnten froh sein, dass die Afrikaner ebenfalls auf ganzer Linie enttäuschten.

Das Siegtor vor 40.000 Zuschauern in Bloemfontein erzielte Keisuke Honda (39.) nach einem kapitalen Abwehrfehler Kameruns.

Am zweiten Spieltag in der Gruppe E am Samstag trifft Japan auf die Niederlande, Kamerun fordert Dänemark.

Nachbetrachtung:

Das Niveau war armselig, die fußballerischen Mängel offensichtlich, dennoch stellte Japans Matchwinner Honda nach dem Spiel die positiven Dinge heraus: "Wir haben zuletzt so viele Chancen vergeben, aber diesmal hat es geklappt. Unsere Abwehr hat großartig gespielt, sie hat das Spiel gewonnen. Unsere Stärke ist das Kollektiv."

Inwiefern sich das angespannte Verhältnis zwischen der Mannschaft und Trainer Okada durch den ersten WM-Erfolg außerhalb Japans entspannt, bleibt jedoch offen. Immerhin gelang Nippon ein Novum: Seit Torschüsse statistisch erfasst werden, gelang es keinem Team, mit nur drei Torschüssen (!) ein WM-Spiel zu gewinnen.

Während Japan im zweiten Gruppenspiel gegen die Niederlande befreit aufspielen kann, steht Kamerun im Duell der Auftakt-Verlierer gegen Dänemark bereits mächtig unter Druck. Ein Sieg ist fast schon Pflicht, um das Achtelfinale zu erreichen.

Gegen die Skandinavier wird der umstrittene Trainer Le Guen überlegen müssen, ob er erneut auf seine abenteuerliche Aufstellung setzt. Dass Arsenal-Shootingstar Alexandre Song zunächst auf der Bank saß, wurde mit seinem Fitnesszustand erklärt. Warum Le Guen aber seinen Kapitän Eto'o nicht als echten Stürmer aufbot, sondern auf dem rechten Flügel einsetzte, bleibt wohl sein Geheimnis.

Bei Inter Mailand ist dieser Schritt angesichts all der Hochkaräter im Kader vielleicht verständlich, doch bei den Löwen wird der einzige Superstar des Teams verschenkt. Eto'o selbst nahm seine Rolle überraschend klaglos hin und war ein Vorbild an Einsatz und Moral - doch an der rechten Seitenauslinie war er von wenigen Ausnahmen schlichtweg zu weit vom japanischen Tor entfernt, um Gefahr auszustrahlen.

Reaktionen:

Trainer Takeshi Okada (Japan): "Unsere Abwehr hat sehr gut gearbeitet, aber wir müssen aggressiver unser Pressing durchziehen. Gegen die Niederlande müssen wir den nächsten Schritt machen. Wir haben noch nichts erreicht."

Trainer Paul Le Guen (Kamerun): "Wir müssen jetzt gegen Dänemark gewinnen. Das wissen wir. Wir werden versuchen, uns gut zu erholen und unser Bestes geben. Ich hatte früh das Gefühl, dass das Team, das das erste Tor schießt, das Spiel gewinnt. Wir waren zu nervös in der ersten Halbzeit. Wir haben nicht unser übliches Niveau gezeigt. Das ist sehr frustrierend.  Mit der Leistung von Matip bin ich sehr zufrieden, er ist ein sehr interessanter Spieler. Choupo-Mouting hat in der Vorbereitung sein ganzes Talent gezeigt. Ich bin mir sicher, dass er ein Spieler für die Zukunft ist. Das sind zwei sehr gute Spieler."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beide Mannschaften mit überraschenden Aufstellungen. Japan verzichtet auf Ex-Celtic-Star Nakamura und auf den Neu-Schalker Rechtsverteidiger Uchida, Kamerun wiederum auf Alexandre Song, für den Schalkes Matip in der Startelf steht. Die früheren Leistungsträger Rigobert Song, Keeper Kameni, Emana und Geremi sitzen ebenfalls nur auf der Bank.

39., 1:0, Honda: Assou-Ekotto lässt Matsui viel zu viel Platz, vom rechten Flügel flankt der Japaner auf den langen Pfosten. M'Bia und N'Koulou behindern sich gegenseitig, am langen Pfosten hatte sich Honda bereits abgesetzt und bekommt den Ball vor die Füße. Mit links schiebt er die Kugel ins Netz.

49.: Eto'o setzt sich auf der rechten Seite gegen Okubo und Nagatomo durch und passt von der Grundlinie in den Rücken der Abwehr. Dort steht Choupo-Moting frei und zieht direkt mit rechts ab - knapp über das linke Toreck.

82.: Hasebe schießt mit der Spitze aus halbrechter Position aufs Tor. Hamidou kann nur nach links abklatschen. Okazaki ist da - schießt mit links aber an den linken Pfosten!

86.: Traumhafter Schuss von Mbia zentral aus 23 Metern. Der Ball kommt mit ordentlich Dampf und knallt links oben an die Latte. Kawashima wäre chancenlos gewesen.

92.: Eine Riesenchance noch einmal zum Schluss für Kamerun, aber Webo scheitert gegen Kawashima. Zuvor wurde jedoch auf Foul von Eto'o entschieden.

Fazit: Das bisher wohl schwächste Spiel des Turniers. Die Mannschaften überboten sich gegenseitig an dilettantischen Aktionen, Japan gewann am Ende nur dank einer guten Aktion von Honda.

Der Star des Spiels: Keisuke Honda (SPOX-Note: 3). Japan ging mit einer absurden Taktik ins Spiel: Trotz der körperlichen Unterlegenheit versuchten es die Asiaten immer wieder mit Flanken. Dass diese paradoxe Vorgabe dennoch von Erfolg gekrönt war, war dem "Kaiser" zu verdanken. Der offensive Mittelfeldspieler wurde als einzige Sturmspitze aufgeboten und behauptete sich trotz fehlender Muskeln und Zentimeter ordentlich gegen Kameruns zumindest körperlich imposante Innenverteidigung. Schlich sich beim Siegtor clever in den Rücken seines Gegenspielers N'Koulou und profitierte davon, dass er auch von M'Bia nicht weiter angegriffen wurde. Bei Kamerun immerhin okay: die beiden Bundesliga-Legionäre Matip (Schalke) und Choupo-Moting (Nürnberg).

Wer ist Euer "Man of the Match?" Hier geht's zum Voting

Die Gurke des Spiels: Benoit Assou-Ekotto (SPOX-Note: 6). War das der untalentierte Zwillingsbruder des Leistungsträgers von Tottenham Hotspur? Nicht anders ist die Vorstellung zu erklären, derart miserabel trat Kameruns Linksverteidiger auf. Eine Aufzählung all seiner Fehler würde den Rahmen sprengen, selbst leichteste Pässe misslangen ihm. In einem unterirdischen Spiel war er der Schlechteste. Eine Kunst, wenn man bedenkt, wie indisponiert Teamkollegen wie Bassong und Enoh oder auf Seiten der Japaner Okubo auftraten.

Die Pfeife des Spiels: Olegario Benquerenca. Der Portugiese hatte keinerlei Probleme mit der zwar niveauarmen, dafür aber auch leicht zu führenden Partie.

Analyse: Offiziell war es ein WM-Spiel, inoffiziell ein Duell auf Regionalliga-Niveau. Unzählige Pass- und Annahmefehler, eine Flut an sinnfreien Freistößen ins Aus, dafür aber keine Spur von Spielphilosophie und Spielfreude: Weder Sieger Japan noch Verlierer Kamerun erfüllten den Minimal-Anspruch, der an eine der 32 besten Mannschaften der Welt gestellt werden muss.

Umso bitterer, wenn man bedenkt, welch Potenzial bei den eigentlich spielstarken Japanern und bei den auch von den Namen her prominent besetzten Kamerunern schlummert. Doch die verkorkste Vorbereitung der Teams hat vor allem mental Spuren hinterlassen, nicht anders sind die unglaublich vielen Unforced Errors zu erklären.

Sinnbildlich für das fast schon surreal erbärmliche Spiel war die Vorstellung der Torhüter. Kawashima und Hamidou wurden überraschend zur Nummer eins befördert - und blieben alles schuldig. Vor allem bei Japans Keeper war die Strafraumbeherrschung eine Katastrophe.

Japan - Kamerun: Daten zum Spiel

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung